Duale Ausbildung

Die Qual der (Berufs)Wahl

Rund 330 anerkannte Ausbildungsberufe gibt es aktuell (Frühjahr 2018) in Deutschland. Schulabgänger haben bei der Berufsentscheidung damit im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl. Allerdings wird diese Wahlmöglichkeit nur von wenigen Auszubildenden wirklich genutzt, viele lassen sich zudem oft von stereotypen Rollenmustern leiten und schränken damit ihre beruflichen Möglichkeiten von vorneherein stark ein.

 

Mehr als ein Drittel aller neuen Ausbildungsverträge wurde 2017 in nur zehn Berufen abgeschlossen. Und das sind seit Jahren immer dieselben Berufe. Lediglich ein Ausbildungsberuf schaffte 2017 neu den Sprung unter die Top 10: nämlich der Fachinformatiker, der mit gut 13.000 Neuabschlüssen auf Platz 9 vorrückte. Hier steigen nicht nur die Ausbildungszahlen, sondern auch die Ausbildungsplätze. Denn vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Arbeitswelt steigt der Bedarf der Wirtschaft an gut ausgebildeten IT-Fachleuten.

 

Allerdings entschieden sich bislang fast nur Männer für die Ausbildung zum Fachinformatiker, so lag der Anteil der Frauen 2017 deutlich unter zehn Prozent. Tendenz: nur langsam steigend. Ein ähnliches Bild zeigt sich in anderen IT-nahen Ausbildungsberufen. Nur wenige junge Frauen entscheiden sich für eine Ausbildung in diesem Zukunftsbereich.

 

Im Gegenzug liegt in klassischen Frauenberufen wie der medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten der Männeranteil jeweils bei unter 3 Prozent.

 

Die Top 20 der Ausbildungsberufe

 

Insgesamt befanden sich Ende 2017 rund 1,3 Millionen Jugendliche in einer Ausbildung im dualen System. Mehr als ein Drittel davon (36,5 %) entfällt auf die Top 10 Ausbildungsberufe.  Knapp 56 Prozent der Lehrlinge sind in einem der Top 20 der Ausbildungsberufe tätig.

 

1. Kaufmann* für Büromanagement (71.898 Auszubildende / 5,4 % aller Auszubildende)

 

2. Kraftfahrzeugmechatroniker (63.174 / 4,8 %)

 

3. Kaufmann im Einzelhandel  (58.704 / 4,4 %)

 

4. Industriekaufmann (49.317 / 3,7 %)

 

5. Industriemechaniker (44.754 / 3,4 %)

 

6. Verkäufer (41.619 / 3,2 %)

 

7. Medizinische Fachangestellte (38.421 / 2,9 %)

 

8. Kaufmann im Groß- und Außenhandel (37.584 / 2,8 %)

 

9. Elektroniker (36.885 / 2,8 %)

 

10 Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (32.400 / 2,5 %)

 

11. Zahnmedizinische Fachangestellte (31.377 / 2,4 %)

 

12. Fachinformatiker (30.078 / 2,3 %)

 

13. Bankkaufmann (28.998 / 2,2 %)

 

14. Mechatroniker (26.367 / 2,0 %)

 

15. Fachkraft für Lagerlogistik (24.732 / 1,9 %)

 

16. Friseur (22.182 / 1,7 %)

 

17. Elektroniker für Betriebstechnik (21.429 / 1,6 %)

 

18. Hotelfachmann (20.553 / 1,6 %)

 

19. Zerspanungsmechaniker (20.112 / 1,5 %)

 

20. Koch (19.059 / 1,4 %)

 

Diese Ranglisten lässt allerdings keinen Rückschluss auf die „beliebtesten“ Ausbildungsberufe zu, da insbesondere in den neuen Bundesländern eine Ausbildungsentscheidung immer in Verbindung mit dem vorhandenen Angebot gesehen werden muss. Auch wenn die Anzahl an Ausbildungsplätzen – nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit – bundesweit weitgehend ausgeglichen ist, gibt es doch große regionale Unterschiede. Und: gute Ausbildungsplätze gerade bei Top-Unternehmen sind extrem begehrt.

 

Dual = Theorie und Praxis

 

Die meisten praktischen Berufsausbildungen sind sogenannte duale Ausbildungen. Das bedeutet, dass die praktische Ausbildung in einem Betrieb und die Vermittlung von theoretischen Kenntnissen meist in einer Berufsschule geschieht. Die Ausbildungsdauer variiert je nach Beruf zwischen zwei (z.B. Verkäufer) und drei, teilweise sogar dreieinhalb Jahren (z.B. Elektroniker).

 

Dieses duale System der beruflichen Bildung ist eine der wichtigsten Säulen zur Deckung des Fachkräftebedarfs in Deutschland. Mehr als die Hälfte eines Schulabschlussjahrgangs wählt diesen Weg als Einstieg in eine qualifizierte Berufs- bzw. Erwerbstätigkeit. Und mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung ist der weitere Karriereweg nach oben offen – bis zum Studium. 

 

Eine Ausbildung im dualen System steht grundsätzlich jedem offen, auch ohne Schulabschluss. Die meisten Auszubildenden verfügen über einen Mittleren Schulabschluss, teilweise sogar über eine Hochschulzugangsberechtigung.

 

Duale Ausbildung als Exportschlager

 

Die duale Ausbildung ist ein deutsches Erfolgsmodell:  Die Kombination aus beruflicher Praxis im Betrieb und theoretischer Ausbildung in der Berufsschule gilt weltweit als Vorbild und wird von immer mehr Länder nachgeahmt – oft mit deutscher Hilfe. Aus gutem Grunde: Denn Arbeitsmarktexperten zufolge ist das duale System maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland so niedrig wie nirgends sonst ist. Während hierzulande die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen im Jahre 2017 bei rund 7,5 Prozent lag, ist in vielen anderen europäischen Ländern rund ein Viertel dieser Altersstufe arbeitslos.

 

In Deutschland selbst befindet sich die duale Ausbildung paradoxerweise seit Jahren auf dem absteigenden Ast: Nicht nur die Zahl der Ausbildungsverträge sinkt von Jahr zu Jahr, sondern auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe. Bundesweit bildet nur mehr jeder fünfte Betrieb aus. In ostdeutschen Bundesländern wie Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Thüringen beschäftigt sogar nur mehr jedes zehnte Unternehmen einen Lehrling.

 

Innerhalb von nur einem Jahrzehnt hat sich der Anteil der Auszubildenden an den Gesamtbeschäftigten mehr als halbiert. Damit ist schon heute absehbar, dass die Schere zwischen dem Bedarf an Fachkräften und dem Angebot immer größer wird. Schon mit den heutigen Ausbildungszahlen wird es kaum gelingen, die große Zahl an Fachkräften zu ersetzen, die in den nächsten 15 bis 20 Jahren in den Ruhestand gehen.

 

 

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei den Berufsnamen die männliche bzw. bei medizinischen Fachangestellten die weibliche Bezeichnung des jeweiligen Berufes verwendet und auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Formen (z.B. Kaufmann/-frau) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

 

Gut verdienen schon in der Ausbildung

Schon während der Ausbildung kann man als junger Mensch gut oder schlecht verdienen. Die Spanne zwischen den Ausbildungsvergütungen in verschiedenen Berufen beträgt bis zu 500 Euro im Monat. An der Spitze der Verdienstmöglichkeiten stehen einige Bauberufe sowie technische Berufe, in denen es trotz der attraktiven Vergütung teils massiv an Nachwuchs mangelt. Und das, obwohl in der Regel Berufe, die schon in der Ausbildung gut vergütet werden, auch später gute Verdienstmöglichkeiten und sichere Anstellungschancen bieten.

 

Jugendliche können in Deutschland zwischen rund 330 staatlich anerkannten Ausbildungsberufen im dualen System wählen. Die beliebtesten Ausbildungsberufe wie Kaufmann im Einzelhandel, Verkäufer, Bürokaufmann oder Kraftfahrzeugmechatroniker sind nicht unbedingt die Jobs, in denen man während der Ausbildung schon gut verdient. Wobei der hohe Verdienst während der Ausbildung meist darin begründet ist, dass in diesen Berufen aufgrund von wirtschaftlichen und demographischen Gründen seit einigen Jahren vermehrt Fachkräfte und Auszubildende gesucht werden.

 

Die 10 bestbezahlten Ausbildungsberufe

 

Bauhaupt- und Nebenberufe* (Maurer, Trockenbaumonteur, Beton- und Stahlbetonbauer, Zimmerer, Kanalbauer, Rohrleitungsbauer Straßenbauer)

1. Ausbildungsjahr: 785 Euro

2. Ausbildungsjahr: 1.135 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.410 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung: 1.110 Euro

 

Elektroniker (für Geräte und Systeme / fürInformations- und Systemtechnik / für Maschinen und Antriebstechnik)

1. Ausbildungsjahr: 974 Euro

2. Ausbildungsjahr: 1.028 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.102 Euro

4. Ausbildungsjahr: 1.162 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung: 1.053 Euro)

 

Technischer Systemplaner

1. Ausbildungsjahr: 974 Euro

2. Ausbildungsjahr: 1.027 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.103 Euro

4. Ausbildungsjahr:  1.163 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung: 1.053 Euro

 

Fluggerätmechaniker

1. Ausbildungsjahr: 973 Euro

2. Ausbildungsjahr: 1.027 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.102 Euro

4. Ausbildungsjahr: 1.161 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung: 1.052 Euro

 

Mechatroniker

1. Ausbildungsjahr: 965 Euro

2. Ausbildungsjahr: 1.021 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.099 Euro

4. Ausbildungsjahr:  1.162 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung: 1.047 Euro

 

Bankkaufmann

1. Ausbildungsjahr:973 Euro

2. Ausbildungsjahr: 1.030 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.093 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung: 1.032 Euro

 

Kaufmann für Versicherungen und Finanzen

1. Ausbildungsjahr:  960 Euro

2. Ausbildungsjahr: 1.027 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.096 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung: 1.028 Euro

 

Laborant (Physik/Chemie/Biologie)

1. Ausbildungsjahr:  971 Euro

2. Ausbildungsjahr: 1.024 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.098 Euro

4. Ausbildungsjahr: 1.158 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung: 1.019 Euro

 

Industriekaufmann

1. Ausbildungsjahr:  943 Euro

2. Ausbildungsjahr: 1.001 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.079 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung:  1.008 Euro

 

Fachinformatiker

1. Ausbildungsjahr:  909 Euro

2. Ausbildungsjahr:  975 Euro

3. Ausbildungsjahr: 1.062 Euro

Ø-Gehalt während der gesamte Ausbildung: 982 Euro

 

In den neuen Bundesländern liegen die Ausbildungsvergütungen etwas niedriger, teilweise beträgt die Differenz bis zu 10 Prozent.

 

Die 10 am schlechtesten bezahlten Ausbildungsberufe

 

Am anderen Ende der Verdienstskala finden sich angehende Bäcker (Ø-Verdienst über die gesamte Ausbildungszeit: 637 Euro), Raumausstatter (Ø 635 Euro), Bauten- und Objektbeschichter (Ø 630 Euro), Steinmetz/Steinbildhauer (Ø 623 Euro), Floristen (Ø 622 Euro), Schilder- und Lichtreklamehersteller (Ø 607 Euro), Winzer (Ø 596 Euro), Boden-/Parkettleger (Ø 588 Euro), Friseur (Ø 522 Euro) und Schornsteinfeger (Ø 518 Euro).

 

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, Stand Oktober 2017

 

 

Ausbildungsberufe mit Top-Chancen

Blick in die Zukunft bei der Berufswahl

 

Der erste Schritt auf der Karriereleiter muss nicht immer ein Studium sein. Auch ohne akademische Ausbildung eröffnen sich für Schulabgänger in einer ganzen Reihe von Berufen hervorragende Zukunftschancen. Dies gilt im technischen Bereich ebenso wie in der IT oder im kaufmännischen Sektor. Aber auch im gesamten Dienstleistungsbereich und in den öffentlichen und privaten Verwaltungen fehlen teilweise schon heute Fachkräfte.

 

Wir haben nachfolgend einmal zusammengestellt, welche Ausbildungsberufe aus heutiger Sicht auch langfristig gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bieten dürften.

 

Ingenieurs- und Entwicklungsleistungen werden künftig immer stärker nachgefragt werden, deshalb braucht unsere Wirtschaft immer mehr Fachkräfte, die Maschinen nicht nur entwickeln, sondern sie auch bedienen, warten und reparieren können. Gute Zukunftschancen ergeben sich deshalb für

  • Elektroniker* für Betriebstechnik
  • Mechatroniker
  • Technische Systemplaner

 

Viele Systeme, in Autos oder im Haushalt, basieren immer mehr auf Elektronik und Informatik. Deshalb wird vor allem die IT-Branche in den kommenden Jahren rasant wachsen. Schon heute fehlen in diesem Bereich hunderttausende von Fachkräften. Entsprechend gut sind die Chancen künftig für

  • Fachinformatiker
  • Informatikkaufleute
  • Softwareentwickler

 

Chancen für Kaufleute und Logistiker

 

Die Leistungen und Produkte eines Unternehmens müssen an den Kunden gebracht werden – ob an andere Unternehmen oder an den Endverbraucher. Hier kommen Mitarbeiter mit kaufmännischem Wissen in den verschiedenen Bereichen ins Spiel, ohne deren Know-how auch künftig nichts gehen wird.

  • Industriekaufmann
  • Kaufmann für Büromanagement
  • Kaufmann im Groß und Außenhandel

sowie der erst 2017 geschaffenen neue Ausbildungsberuf

  • Kaufmann im E-Commerce

 

Waren müssen nicht nur produziert, sondern auch gelagert und transportiert werden. Auch wenn künftig vieles automatisiert werden wird, dürften auch Verkehrs- und Logistikberufe in der Zukunft stark nachgefragt bleiben. Dies gilt u.a. für

  • Speditionskaufleute
  • Logistikexperten
  • Berufskraftfahrer
  • Eisenbahner im Betriebsdienst

 

Bereit für die Zukunft

 

Zukunftschancen eröffnen sich auch in Labors aller Art, bedingt durch die wachsende Nachfrage nach chemischen Produkten, Medikamenten oder auch den wachsenden Anforderungen an den Umweltschutz. Deshalb versprechen auch folgende Ausbildungsberufe eine vielversprechende Zukunft.

  • Chemie- oder Physiklaborant
  • Lebensmitteltechniker
  • Pharmakant

 

Die Menschen werden immer älter, gleichzeitig steigt der medizinische Fortschritt. Entsprechend hoch ist schon heute und auch künftig der Bedarf an Fachkräften mit medizinischer Ausbildung:

  • Augenoptiker
  • Hörakustiker
  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Altenpfleger

 

Ohne Verwaltung geht auch künftig wenig

 

Krisensicher ist nicht zuletzt auch der gesamte öffentliche Bereich – sei es in Verwaltungen auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene, bei Krankenkassen und Versicherungen oder bei den Finanzämtern.

  • Verwaltungsfachangestellter im öffentlichen Dienst
  • Sozialversicherungsfachangestellter
  • Finanzwirt

 

Eines muss allerdings jeden klar sein, der heute eine Ausbildung beginnt: Der rasante technische Wandel wird lebenslanges Lernen und Weiterbildung erfordern. Viele Berufe werden sich in den kommenden Jahren verändern. Mit einer soliden Ausbildung ist aber die Basis gelegt, diesen Wandel mitzumachen – und vielleicht sogar aktiv mitzugestalten.

 

 

 

 

Als Azubi ins Ausland

Auslandserfahrung ist in Zeiten der Globalisierung wichtiger denn je. Was nur Wenige wissen: Auch Azubis haben die Möglichkeit, während ihrer Ausbildung Auslandserfahrung zu sammeln. Zum einen im Rahmen des europäischen Programms Erasmus+, zum anderen im Rahmen eines 2017 gestarteten neuen Projekts mit dem Namen „AusbildungWeltweit“.

 

Den Nachwuchs fit machen für die Globalisierung

 

Die deutsche Wirtschaft ist längst international aktiv, der Prozess der Globalisierung schreitet aber weiter voran. Daher nehmen auch die internationalen Anforderungen an den Arbeitsplätzen in Deutschland zu, auf diese gilt es vorbereitet zu sein.

 

Das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) möchte mit dem Projekt „AusbildungWeltweit“ Auszubildenden die Chance eröffnen, internationale Berufskompetenzen zu erwerben. Gleichzeitig sollen Unternehmen und Berufsbildungs-Einrichtungen damit unterstützt werden, ihre künftigen Fach- und Führungskräfte bzw. das Bildungspersonal fit für den globalen Markt zu machen.

 

Bis zu drei Monate zur Ausbildung ins Ausland

 

In der 2017 gestarteten Pilotphase fördert das Projekt drei unterschiedliche Ansätze:

  • Im Mittelpunkt stehen Auslandsaufenthalte von Auszubildenden von bis zu drei Monaten. Der Auslandsaufenthalt ist Bestandteil ihrer dualen Ausbildung und soll gezielt zusätzliches Wissen, Fertigkeiten und internationale Kompetenzen vermitteln.

  • Mit Auslandsaufenthalten von Ausbildern sowie Verantwortlichen für die Berufsbildung in nichtschulischen Einrichtungen, fördert das Projekt die Fortbildung des Bildungspersonals. Die Auslandsaufenthalte können auch dazu genutzt werden, die Entwicklung der beruflichen Bildung in einer ausländischen Partnereinrichtung zu unterstützen.

  • Auch Besuche im Vorfeld können durch das Projekt finanziert werden, wenn sie der Vorbereitung und Qualitätssicherung der Auslandsaufenthalte von Auszubildenden dienen.

Als Azubi nach China

 

Und das Projekt kommt an: 2017 wurden 17 Unternehmen/Einrichtungen und 130 Teilnehmern gefördert, 2018 erhielten bereits 36 Unternehmen, überbetriebliche Ausbildungszentren und Einrichtungen der Berufsbildung eine Zusage für weltweite Auslandsaufenthalte im Rahmen der beruflichen Erstausbildung. Am stärksten vertreten sind die Zielländer China (52 Teilnehmer), USA (40) und Indien (11). Weitere Zielländer sind u.a. die Schweiz, Mexiko, die Vereinigten Arabischen Emiraten, Australien, Japan, Brasilien und Kanada.

 

Besonders erfreulich ist die hohe Zahl der Ausbildungsbetriebe, die für ihre eigenen Auszubildenden oder Ausbildunger Anträge eingereicht haben: Rund drei Viertel der geförderten Projekte wurden von Betrieben selbst initiiert, um geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten eine persönliche und fachliche Qualifizierung im Ausland zu ermöglichen. Von den insgesamt 158 Teilnehmern sind etwa 77 Prozent Auszubildende, die damit internationale Berufskompetenz erwerben, ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern und mehr Selbstständigkeit gewinnen können.

 

Antragsfrist ist jeweils der 1. September. Von der Förderung durch das Projekt „AusbildungWeltweit“ ausgenommen sind Auslandsaufenthalte in Ländern, die am sogenannten Erasmus+-Programm teilnehmen. Hierzu gehören neben den EU-Mitgliedstaaten die Länder Island, Liechtenstein, Norwegen, Türkei und Mazedonien.

 

Weiterführende Links:

Erasmus+ Projekt: https://www.na-bibb.de/erasmus-berufsbildung/mobilitaet/

AusbildungWeltweit: https://www.go-ibs.de/angebote/fuer-unternehmen/ausbildungweltweit/

 

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei den Berufsnamen die männliche bzw. bei medizinischen Fachangestellten die weibliche Bezeichnung des jeweiligen Berufes verwendet und auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Formen (z.B. Kaufmann/-frau) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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