Female Recruiting

Eine Studie des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zeigt, dass die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr als 1,5 Millionen Mütter in Deutschland daran hindert, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder ihre Arbeitszeit auszuweiten. In Zeiten des Fachkräftemangels höchste Eisenbahn sich mit Female Recruiting zu befassen.

Arbeitnehmerinnen mit Potenzial

Frau Fachkraft im Anzug.
In Deutschland ist der demografische Wandel in vollem Gange, seit 2003 gehen die Bevölkerungszahlen kontinuierlich zurück. Im Jahr 2030 wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter voraussichtlich 6,4 Mio. Menschen weniger umfassen als 2010. Das verminderte Arbeitskräfteangebot wird insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe zunehmend zum Problem, da große Unternehmen die begehrten qualifizierten Fachkräfte in die Ballungszentren abwerben.
 
Deshalb ist es für den Mittelstand entscheidend, auf bisher ungenutzte Ressourcen im Arbeitsmarkt zurückzugreifen. Großes Potential verspricht insbesondere die Berufsgruppe der in Teilzeit arbeitenden Frauen. Dabei ist diese Bevölkerungsgruppe in der Regel gut qualifiziert, 75% der Frauen verfügen über eine abgeschlossenen Berufsausbildung oder einen Hochschulabschluss.
 

Besonders für mittelständische Unternehmen ist es deshalb von enormer Bedeutung, sich auf dem Arbeitsmarkt als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und dieses noch kaum genutzte Potenzial zu erschließen.
 

Flexible Arbeitszeitmodelle als Schlüssel zum Erfolg

Female Recruiting 2
Schon heute ist der Mittelstand weltweit am flexibelsten, was die Gestaltung von Arbeitszeit und -ort angeht. Vorreiter in Sachen variable Arbeitszeiten ist der Werkzeugmaschinen- und Laserspezialist Trumpf aus dem schwäbischen Ditzingen. Bei Trumpf bestimmen die Arbeitnehmer bereits seit Mitte 2011 ihre Arbeitszeit selbst: Je nach Lebenssituation und persönlichen Wünschen kann jeder Mitarbeiter festlegen, deutlich mehr oder auch deutlich weniger arbeiten, als es Standard-Arbeitsverträge vorgeben. Die Spanne liegt bei 15 bis 40 Stunden wöchentlich – besonders für junge Familien eine ideale Möglichkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.
 
Neben familienfreundlichen Arbeitszeiten wünschen sich viele Arbeitnehmerinnen auch die Möglichkeit zur Heimarbeit und betriebliche Kinderbetreuungsangebote. Zudem können Unternehmen durch gezielte Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote für Wiedereinsteigerinnen dafür sorgen, diese bei der Rückkehr in ihren Beruf zu unterstützen – und sich damit ein beachtliches Potenzial an qualifizierten Fachkräften zu erschließen.
 
Sie möchten weibliche Fach- und Führungskräfte für Ihr Unternehmen gewinnen? Die Veranstalter von Europas größter Karrieremesse für Frauen women&work haben in Kooperation mit Yourfirm für die Messe 2013 ein Aussteller-Forum exklusiv für mittelständische Unternehmen eingerichtet.
 
 

6 Tipps für mehr Bewerbungen von Frauen über Ihre Stellenausschreibungen

Tipps
  • Flexibilität: Stellen Sie neben den klassischen Elementen wir Aufgaben und Anforderungen auf jedenfall das Thema flexible Arbeitszeiten und Teilzeit in den Fokus.
  • Teilzeit: Stellen Sie potentiellen Kandidatinnen in Aussicht, dass Teilzeit nicht nur eine 50-Prozent-Stelle beinhaltet. Seien Sie offen für Vorschläge und Wünsche und kommunizieren Sie das in der Ausschreibung.
  • Befristungen sind heute in vielen Unternehmen üblich, helfen aber Bewerbern oft nicht weiter. Die wollen Sicherheit und eine Perspektive für die Zukunft. Prüfen Sie daher, ob eine Befristung notwendig ist. Sie könnten potenzielle und gut qualifizierte Bewerber bereits an dieser Stelle verlieren.
  • Anforderungen: Zeigen Sie den Kandidaten, welche Vorkenntnisse und Erfahrungen diese zwingend mitbringen sollten. Und eröffnen Sie Perspektiven, welche Anforderungen noch im Rahmen der Position erworben werden können.
  • Qualifikationen: An dieser Stelle empfiehlt es sich vor allem weibliche Attribute in den Vordergrund zu stellen wie z.B. „zielgerichtetes Arbeiten“, „empathischer Umgang mit Kollegen“, „Ziele nachhaltig verfolgen“. Vermieden sollten andererseits klassische männliche Formulierungen wie „Durchsetzungsfähigkeit oder „Verhandlungsgeschick“.
  • Bleiben Sie neutral in Ihren Formulierungen. Damit unterstreichen Sie, dass Chancengleichheit und Gleichberechtigung in Ihrem Unternehmen selbstverständlich sind.

Fazit

Das Rekrutieren von weiblichen Fachkräften ist kein Selbstläufer – auch nicht in Zeiten des Fachkräftemangels. Wie in unserem Artikel gezeigt, gibt es aber gute Wege um Frauen gezielter anzusprechen und damit für Ihr Unternehmen zu begeistern. Und das ist durchaus sinnvoll, denn Frauenpower ist auf dem Vormarsch! Wir wünschen Ihnen viel Erfolg.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was ist female Recruiting?
Als female Recruiting wird das gezielte anwerben bzw. Rekrutieren von Frauen für bestimmte Positionen in einem Unternehmen bezeichnet. Dabei werden in Stellenausschreibungen gezielt Schwerpunkte und Themen besetzt, die Frauen besonders interessieren und ansprechen.
Wie rekrutiert man Frauen?
In dem sogenannten female Recruiting wird beschrieben, wie Unternehmen z.B. in Stellenanzeigen und Stellenausschreibungen gezielt Frauen ansprechen. Dabei setzen die Unternehmen insbesondere auf Schwerpunkte und Vorteile, die Frauen ansprechen und bevorzugen. Darunter u.a. flexible Arbeitszeiten oder Teilzeit. Auch die Sprache sollte gezielt feminin besetzt sein und auf klassische männliche Ausdrücke verzichten.
Mit welchen Themen können Arbeitgeber Frauen begeistern?
Mehr und mehr Unternehmen haben das Potenzial von Frauen, auch in höheren Positionen erkannt. Auch und gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiger Schritt um im Wettbewerb mithalten zu können. Mit diesen Themen Punkten Unternehmen bei Frauen:
  • Flexible Arbeitszeiten oder Teilzeitangebote
  • Klare Angabe von Anforderungen und Qualifikationen
  • Verzicht auf männliche Floskeln wie "Durchsetzungsfähigkeit". Stattdessen "Ziele nachhaltig verfolgen", "zielgerichtetes Arbeiten".
  • Möglichst neutrale Formulieren unterstreichen die Chancengleichheit und Gleichberechtigung im Unternehmen.