Recruiting Tipps für die Generation Z

Die Generation Z tickt anders

Nachrichten und Prognosen zur Generation Z rücken bereits seit einigen Jahren immer mehr in den Fokus – und das aus gutem Grund. Die zwischen 1997 und 2002 geborenen Nachfolger der Generation Y treten nun zunehmend ins Erwerbsleben ein. Damit sind sie nicht mehr nur für Marketingexperten und Werbung, sondern auch für Personaler in den Unternehmen interessant. Mit etwa 61 Millionen möglichen Erwerbstätigen kann die Generation junger Menschen schließlich vielen Firmen die Zukunft sichern. Das funktioniert natürlich nur, wenn sie bei Ihnen die gewünschten Arbeitsbedingungen und Anreize vorfindet.

Die Generation Z (sowie deren Nachfolge-Generation Alpha) ist die Erste, die vollständig digital aufgewachsen ist. Im Vergleich zu den Millennials ist sie bereits in einer digitalisierten Welt aufgewachsen. Die neue Generation wird daher oft auch als Digital Natives 2.0 bezeichnet. Was die Nutzung von Medien angeht, wendet sich die Generation Z zunehmend von traditionellen Formaten ab. Wer sie erreichen will, muss daher mit ihnen auf einer Wellenlänge sein und die richtigen Kanäle kennen und nutzen.

Tatsächlich haben viele Unternehmen in dieser Hinsicht aber noch reichlich Nachholbedarf. Aus den „Monster Recruiting Trends 2020“ geht hervor, dass viele Personaler noch nicht auf die neue Generation und deren Vorlieben vorbereitet sind: Online-Stellenausschreibungen sind oft wenig durchdacht. Es fehlt ihnen an wichtigen Informationen und ansprechenden Inhalten. Gleichzeitig sind sie nicht für mobile Geräte wie Smartphones optimiert und Bewerbungsprozesse sind oft aufwendig und kompliziert. All das entspricht nicht dem, was die Generation Z aus ihrem Alltag gewohnt ist und wird daher in den meisten Fällen als veraltet abgelehnt.

Generation Z: Mobil und technikaffin

Generation Z mobil

Die große Technikaffinität der Generation Z ist vor dem Hintergrund unserer Zeit wenig verwunderlich. Dabei erstreckt sich die Vorliebe für die Online-Welt und schnelle weltweite Kommunikation nicht nur auf die Freizeit, sondern auch die Kommunikation mit (potenziellen) Arbeitgebern. So nutzen Angehörige der Generation Z viermal häufiger HR-Chatbots. Auch in Sachen automatisierter Stellensuche hat die junge Generation ihren Vorgängern einiges voraus: Etwa ein Drittel von ihnen pflegt Online-Profile, durch die sie Unternehmen über Talent Recommender automatisiert vorgeschlagen werden. Die meisten Angehörigen der Generation Z bevorzugen außerdem mobile Bewerbungen und Rekrutierungsprozesse gegenüber traditionellen Formaten.Dabei ist vor allem auch die veränderte Haltung der Generation Z gegenüber potenziellen Arbeitgebern zu beachten. In Zeiten des Fachkräftemangels buhlen nicht mehr Bewerber um eine Stelle, sondern Unternehmen müssen bei den entsprechend gut gebildeten und arbeitswilligen Bewerbern hofieren gehen. Die nun auf den Arbeitsmarkt drängenden Nachwuchskräfte sind sich dieser Stellung durchaus bewusst und setzen diese Macht auch geschickt zu ihren Gunsten ein.

Die 8 besten Tipps für Unternehmen zur Rekrutierung der Generation Z

Generation Z Recruiting Tipps

Unternehmen können sich die Vorlieben und die Lebensweise der Generation Z zunutze machen. Indem Sie genau wissen, wie Sie potenzielle Mitarbeiter ansprechen, können Sie sich gegenüber anderen Firmen einen Vorteil verschaffen. Gleichzeitig sorgen Begegnungen auf Augenhöhe für Interesse beim Gegenüber und machen Sie zu einem interessanten Arbeitgeber.

Tipp 1: Kompetenz und Bodenständigkeit

Dank ihrer Internetaffinität und ihren guten Recherchefähigkeiten können Angehörige der Generation Z schöne Versprechungen ohne echten Hintergrund im Handumdrehen entlarven. Als Vorgesetzter können Sie hier nur mit echter Kompetenz und guter Fachkenntnis Ihres Bereichs punkten. Gleichzeitig gibt sich die neue Generation keinen Illusionen hin. Die meisten von ihnen glauben nicht an revolutionäre Veränderungen durch kleine Start-ups und verfolgen lieber erreichbare und realistische Ziele.

Tipp 2: Wertschätzung und flache Hierarchien

Da sie von Kindesbeinen an mit der Reizüberflutung durch die Medien konfrontiert waren, hat die Generation Z als Digital Native 2.0 einen hervorragenden Filter für leere Floskeln und Marketing-Sprüche. Sie schätzt daher den echten Dialog. Arbeitgeber lassen sich deswegen beim Recruiting am besten vom Prinzip des Netzwerkens leiten: Begegnen Sie Ihrem Gegenüber auf Augenhöhe, zeigen Sie Ihre Wertschätzung und führen Sie einen eher lockeren Dialog. Mögliche Optionen ergeben sich dann ganz von alleine.

Tipp 3: Persönliches Feedback und schnelle Rückmeldung

Soziale Medien, Chatbots und automatisierte E-Mails oder Benachrichtigungen – die Generation Z ist aus ihrem Alltag gewohnt, immer und überall schnelles Feedback zu bekommen. Diese Erwartung überträgt sie natürlich auch an den Arbeitsplatz. Sowohl im Recruiting-Prozess als auch in der Leistungsbewertung ist für junge Mitarbeiter daher persönliches und konstruktives, unmittelbares Feedback geradezu essenziell. Es motiviert sie und hilft gleichzeitig dabei, Beziehungen und die Bindung zum Unternehmen zu stärken.

Tipp 4: Vielfalt, soziale Vernetzung und Sinnhaftigkeit

Was den sozialen Bereich angeht, ist die Generation Z so engagiert wie keine vor ihr. Die Vernetzung mit Gleichgesinnten und die Bildung von Gemeinschaften ist für sie geradezu ein Grundbedürfnis. Indem Arbeitgeber dies im Unternehmen durch soziale Initiativen, Projektgruppen, Teams und eine offene Unternehmenskultur fördern, bieten sie jungen Fachkräften die passende Wohlfühlatmosphäre. Gleichzeitig ist eine offene Gesellschaft mit vielfältigen Nationalitäten und Orientierungen für sie Alltag und sollte so auch am Arbeitsplatz gelebt werden können.

Tipp 5: Authentizität und gelebte Werte

Zur Vernetzung der Generation Z gehört auch, dass ihre Angehörigen sich in der Regel auf eigene Faust recherchieren und informieren. Sie haben beim Abschicken ihrer Bewerbung daher oft schon ein bestimmtes Bild eines Unternehmens oder einer Marke im Kopf. Ihre Präsentation von sich als Arbeitgeber beginnt also nicht erst mit dem Recruiting, sondern schon lange davor. Wer sich auf ganzer Linie positiv hervorhebt, schafft es Studien zufolge, die besten Bewerber auf sich aufmerksam zu machen. Aber Vorsicht: Der bloße Anschein reicht nicht. Nur wer die dargestellten Werte auch im Unternehmen lebt, kann Bewerber langfristig für sich gewinnen.

Tipp 6: Flexibilität und Eigenständigkeit

Für die meisten Angehörigen der Generation Z steht ihre Freizeit an erster Stelle. Eine Arbeitsstelle sollte sich möglichst gut in den gewohnten Alltag einfügen. Dementsprechend sind flexible Arbeitszeitmodelle wie Teilzeitstellen, Auftragsarbeit oder das Teilen von Arbeitsplätzen für sie selbstverständlich. Viele schätzen außerdem die Möglichkeit der Homeoffice. Nur so können viele ihr Ideal einer ausgeglichenen Work-Life-Balance erreichen. Unternehmen, die sich in dieser Hinsicht rigoros und strikt zeigen, nehmen viele junge Arbeitnehmer als unattraktiv wahr.

Tipp 7: Quereinsteiger und Studienabbrecher

Mit der Generation Z strömen nicht nur so viele junge Menschen wie noch nie an die Universitäten. Die Zahl der Studienabbrecher erreicht ebenfalls neue Höchststände. Unternehmen, die dieser Zielgruppe eine vielversprechende Perspektive geben, können sich eine Vielzahl an jungen Talenten sichern. Wer Präsenz an Universitäten und FHs sowie bei entsprechenden Jobmessen zeigt, hat gegenüber anderen Firmen oft einen entscheidenden Vorteil.

Tipp 8: Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Die Welt steht niemals still und wer mithalten möchte, muss lebenslang dazulernen. Das haben viele Angehörige der Generation Z bereits in jungen Jahren gelernt. Ihnen ist bewusst, dass ihre Ausbildung und ihre Qualifikationen ihr wichtigstes Kapital darstellt – und wollen in diesem Bereich von ihrem Arbeitgeber gefördert werden. Unternehmen können durch kostenlose Weiterbildungen, Schulungen und Förderprogramme ihre Attraktivität als potenzieller Arbeitgeber um ein Vielfaches steigern. Viele Berufseinsteiger schätzen außerdem interne Mentoring-Programme und eine fundierte Einarbeitung.

Fazit – So erreichen Sie junge Talente der Generation Z

Die Generation Z ist gut ausgebildet und sich ihres Werts auf dem Arbeitsmarkt durchaus bewusst. Sie suchen sich ihre Arbeitgeber daher genau und sorgfältig aus. Dabei sind Firmen im Vorteil, die die Vorlieben der Bewerber für unkomplizierte und ungezwungene Online-Bewerbungen beachten und ihnen auf Augenhöhe begegnen. Im Arbeitsalltag schätzt die Generation Z vor allem eine flexible und soziale, authentische Unternehmenskultur, die ihre Bedürfnisse auch im Arbeitsalltag befriedigt. Direktes Feedback sowie Entwicklungs- und Fortbildungsmöglichkeiten runden den idealen Arbeitsplatz für einen Digital Native 2.0 ab.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wer gehört zur Generation Z?

Die meisten Soziologen und Generationenforscher definieren die Generation Z als die Jahrgänge, die zwischen 1995 und 2012 geboren wurden. Die Definitionen variieren aber im amerikanischen und europäischen Raum.

Was ist typisch für die Generation Z?

Da die Generation Z noch jung ist, sind ihre Eigenschaften noch nicht vollständig untersucht. Die meisten Forscher stellen jedoch fest, dass ihre Angehörigen sozial engagiert und gut vernetzt sind. Bezüglich ihrer Karriere und ihres Lebenslaufs sind sie eher locker. Eine erfüllte Freizeit und immaterielle Werte stehen für die meisten an erster Stelle.

Wie tickt die Generation Z?

Viele junge Menschen legen großen Wert auf eine gesunde und nachhaltige Lebensweise. Aufgrund ihrer Sozialisierung mit Internet und Smartphones haben sie hohe Erwartungen an ihre Umwelt. Alles soll möglichst schnell und intuitiv, gleichzeitig aber auch möglichst unterhaltsam sein.

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Autor: Frank Hasenöhrl

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