Dos und Don’ts bei Stellenanzeigen

Inhaltsverzeichnis

Internet-Stellenbörsen und damit die klassische Stellenanzeige gehören für mehr als drei Viertel aller Unternehmen zu den wichtigsten Kanälen im Recruiting. Noch mehr Bedeutung hat bei großen Firmen nur die eigene Unternehmenswebseite. Kleineren und mittelständischen Betrieben fehlt es hier an Reichweite, sodass Stellenbörsen zum wichtigsten Kanal überhaupt werden. Um hier die richtigen Talente für Ihr Unternehmen zu finden, benötigen Sie aber auf jeden Fall eine gut formulierte und ansprechende Stellenanzeige. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel die wichtigsten Dos und Don’ts rund um die perfekte Ausschreibung.

Warum viele Stellenanzeigen untergehen

Neben Online-Stellenbörsen spielen auch Suchmaschinen wie Google und Bing eine immer größere Rolle bei der Jobsuche. Vor allem jüngere Bewerber:innen starten ihre Reise häufig mit simplen Eingaben wie “Jobtitel” oder “Jobtitel + Stadt” in das Suchfeld und stöbern anschließend durch die Ergebnisse.
Dort treffen sie vor allem auf Arbeitnehmer und Jobbörsen, die ihre Stellenanzeigen suchmaschinenoptimiert gestalten. Dazu gehört einerseits ein aussagekräftiger Titel, der die geläufigen Berufsbezeichnungen verwendet. Andererseits sollten wichtige Keywords wie der Standort und aussagekräftige Schlagwörter bezüglich des Arbeitsalltags und Qualifikation zwingend mehrfach im Text der Stellenanzeige auftauchen. Wer Stellenanzeigen nicht mit aussagekräftigen Titeln versieht und viel um den heißen Brei herum schreibt, schneidet im Suchmaschinenranking in der Regel schlechter ab. Unvollständige Inserate, die zwar Interessent:innen anziehen, diese aber nicht lange halten, büßen langfristig ihr gutes Ranking ein und generieren nur wenig Reichweite und damit Bewerber:innen für Ihr Unternehmen.

Zielgruppenorientiert ausschreiben

Sind Sie auf der Suche nach routinierten Fachkräften mit viel Erfahrung oder wünschen Sie sich vor allem frischen Wind durch junge und unverbrauchte Talente? Haben Sie bereits eine konkrete Vorstellung, welche Altersgruppe und welche Charaktere in Ihr Unternehmen passen, sollten Sie auch die Stellenanzeige dementsprechend gestalten. Jüngere Generationen sprechen Sie vor allem mit auf Mobilgeräte optimierten, grafisch ansprechenden und auf Augenhöhe kommunizierenden Stellenanzeigen an. Ältere Semester überzeugen Sie hingegen häufiger mit klassischen textlastigen und neutral gehaltenen Ausschreibungen. Wer seine Zielgruppe kennt, kann mit einer auf sie zugeschnittenen Gestaltung mehr Interessent:innen und Bewerber:innen erzeugen.

Übersichtlichkeit ist Trumpf

Die klare Gliederung Ihrer Stellenanzeige ist ein einfaches Mittel, um die Aufmerksamkeit Jobsuchender gezielt auf die für sie wichtigen Punkte zu lenken. Indem Sie mit klaren Überschriften, Absätzen und Fettungen im Text arbeiten, machen Sie Interessent:innen das Erfassen der vielen Informationen leichter. Selbst wenn die Ausschreibung vielleicht nicht die Qualifikationen oder Erwartungen erfüllt, hinterlässt sie in jedem Fall einen positiven Eindruck in Hinblick auf das Recruiting Ihres Unternehmens. Damit steigern Sie die Chancen, dass potenzielle Bewerber:innen später gezielt die Karriereseite Ihres Internetauftritts ansteuern. Eine klare Gliederung schützt Sie außerdem davor, für Interessent:innen wichtige Informationen zu übersehen oder zu vergessen. Typischerweise besteht eine vollständige Stellenanzeige aus folgenden Punkten:

• Kurze Vorstellung des Unternehmens

• Stellenbeschreibung mit konkreten Aufgaben

• Anforderungsprofil

• Corporate Benefits

• Hinweise zum Bewerbungsprozess inklusive Ansprechpartner bei Fragen

Dieses Schema zu missachten, um durch Einzigartigkeit mehr Interesse zu wecken, geht in den meisten Fällen nicht auf. Jobsuchende scannen beim Surfen auf Stellenportalen dutzende von Anzeigen. Finden sie dabei die gewünschten Informationen nicht sofort, sortieren die meisten die betreffende Annonce sofort wieder aus. Dem einheitlichen Aufbau von Stellenanzeigen zu folgen, hat daher in der Regel mehr Vorteile wegen der besseren Übersichtlichkeit, die Candidate Centricity ausdrückt.

Die 10 häufigsten Fehler bei Stellenanzeigen

Gerade Unternehmen, die nicht häufig Stellen ausschreiben, machen bei der Entwicklung ihrer Stellenanzeigen immer wieder die gleichen Fehler. Dadurch schrecken sie im schlimmsten Fall passende Bewerber:innen bereits beim ersten Kontakt mit dem Betrieb auf einer Stellenbörse ab. Vermeiden Sie deswegen unbedingt diese häufigen und fatalen Fehler bei Stellenanzeigen.

1. Don’t bei Stellenanzeigen: Alternative Jobtitel

Kreative Jobtitel wie Marketing-Ass, Zahlen-Jongleur oder Service-Künstler klingen zwar toll, sind für die Suchmaschinenoptimierung Ihrer Stellenanzeige allerdings eine Katastrophe. Ähnliches gilt für englische Begriffe: Facility Manager statt Hausmeister oder Night Auditor statt Nachtwächter verringert Ihre Chancen darauf, dass Ihr Stellenangebot von möglichst vielen Interessent:innen gefunden wird. Dementsprechend liefern solche Titel oft eine schlechte Performance. Anders sieht es bei allgemein verwendeten Jobtiteln aus, vor allem wenn die englischen Bezeichnungen dort mittlerweile geläufiger sind als die deutschen.

2. Don’t bei Stellenanzeigen: Verschiedene Jobtitel

Zur Suchmaschinenoptimierung versuchen immer mehr Unternehmen, mehrere verwandte Jobtitel in einer einzigen Stellenanzeige unterzubringen. Das ist an sich nicht falsch, kann aber für Verwirrung sorgen. Am besten entscheiden Sie sich für die am besten zutreffende Stellenbezeichnung und nennen verwandte Begriffe nur ein einziges Mal in der Einleitung. So ist klar, dass die ausgeschriebene Stelle ein gewisses Spektrum umfasst, aber nur ein einzige:r neue:r Mitarbeiter:in gesucht wird.

3. Don’t bei Stellenanzeigen: Sichtweise des Unternehmens

Sie sind als Unternehmen auf der Suche nach einer neuen oder einem neuen Angestellten. Bewerber:innen sollen gewisse Anforderungen erfüllen und bestimmte Qualifikationen mitbringen. Diese sind selbstverständlich ein fester Bestandteil der zugehörigen Stellenanzeige. Darüber hinaus dient diese aber auch dazu, Interessent:innen von Ihrem Unternehmen als Arbeitgeber zu überzeugen. Eine kurze Vorstellung des Betriebs, der Firmenkultur und der damit verbundenen Vorteile sollte deswegen auf keinen Fall fehlen – oft sind genau das die Informationen, die potenzielle Bewerber:innen am meisten interessieren.

4. Don’t bei Stellenanzeigen: Unspezifische Informationen

Viele Unternehmen haben zwar klare Vorstellungen, welche Qualifikationen Bewerber:innen mitbringen sollen. Welche Aufgaben sie damit bewältigen, wird hingegen oft nur vage skizziert. Für Interessent:innen gehört ihr zukünftiger Arbeitsalltag aber zu den wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen eine Bewerbung oder ein Stellenangebot. Hier sind daher konkrete Informationen und Beispiele essentiell.

5. Don’t bei Stellenanzeigen: Phrasen und leere Floskeln

Phrasen wie “Bei und steht der Mensch im Mittelpunkt.” oder “Unsere Belegschaft ist unser wichtigstes Gut.” finden Arbeitssuchende heutzutage in fast jeder Stellenanzeige. Ihnen ist mittlerweile klar, dass Arbeitgeber auf dem umkämpften Jobmarkt vieles behaupten können, das nicht unbedingt der Wahrheit entspricht. Dementsprechend sensibel und aufmerksam sind sie in dieser Hinsicht. Um den Eindruck einer wertschätzenden Firmenkultur auch in der Stellenanzeige zu vermitteln, sollten Sie daher besser auf konkrete Beispiele und Maßnahmen verweisen als die üblichen Standard-Floskeln zu bemühen.

6. Don’t bei Stellenanzeigen: Pseudo-Benefits

Frisches Obst, gratis Tee und Kaffee oder helle, lichtdurchflutete Büroräume gehören zu den typischen Argumenten, mit denen sich viele Arbeitgeber rühmen. Fachkräfte rollen bei diesen Worten hingegen mit den Augen: Einerseits sind Getränke im Büro mittlerweile fast überall selbstverständlich. Andererseits nutzen die schönsten Räumlichkeiten nichts, wenn sie nicht den Bedürfnissen der Mitarbeitenden entsprechen. Viel zu oft verstecken sich hinter kleinen (günstigen) Gesten schlechte Arbeitsbedingung und die fehlende Bereitschaft, Fachpersonal entsprechend ihrer Qualifizierung zu bezahlen.

7. Don’t bei Stellenanzeigen: Keine Angaben zur Bezahlung

Die Vergütung gehört zu den Themen, bei denen viele Arbeitgeber in der Stellenanzeige gerne um den heißen Brei reden. Anstatt konkrete Zahlen zu nennen, sprechen sie dann von einer “leistungsgerechten Vergütung” oder einer “attraktiven Bezahlung”. Jobsuchende wünschen sich hier hingegen harte Fakten. In Vergleichstests generieren Stellenanzeigen mit konkreten Angaben zur Bezahlung mehr Bewerber:innen. Benefits wie ein 13. Monatsgehalt oder leistungsabhängige Prämien sollten Sie ebenfalls unbedingt erwähnen.

8. Don’t bei Stellenanzeigen: Textwüsten

Egal, wie gut Ihre Stellenanzeige gegliedert ist – arbeiten Sie ausschließlich mit Textelementen, wird es schnell unübersichtlich. Besser ist es, gezielte Anker und Blickfänge zu setzen. Das können Grafiken, Fotos, eingebundene Videos oder kleine Symbole sein. Je aufgelockerter Ihre Annonce ist, desto weniger Bewerber verschrecken Sie auf den ersten Blick. Besonders übersichtlich sind Stellenanzeigen, die im Stil einer Infografik anstatt eines Fließtextes angelegt sind.

9. Don’t bei Stellenanzeigen: Eierlegende Wollmilchsau suchen

Sie suchen Absolvent:innen mit mindestens drei Jahren Erfahrung für die ausgeschriebene Junior Position? Hand aufs Herz: Natürlich wünscht sich jeder Arbeitgeber Angestellte mit viel Erfahrung und Routine, die nur wenig Arbeit bei der Einarbeitung machen. Gleichzeitig verbauen Sie sich mit solchen Anforderungen die Möglichkeit, mit Ihrer Stellenanzeige auch unverbrauchte Talente anzusprechen. Bewährt hat sich hier, die Anforderungen in Must-Haves und Nice-to-haves zu unterteilen. So wird klar, welche Qualifikationen unbedingt notwendig sind und in welche Richtung es gehen soll. Gleichzeitig fühlen sich gerade Einsteiger:innen nicht von vornherein ausgeschlossen und Sie erhalten eine größere Bandbreite an unterschiedlichen Bewerbungen.

10. Don’t bei Stellenanzeigen: Inhaltsleere Aufforderung zur Bewerbung

“Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen” gehört zu den überstrapazierten Floskeln am Ende einer Stellenanzeige. Sie bietet Interessierten dank Ihrer schwammigen Formulierung keinen Mehrwert. Geben Sie stattdessen genau an, welche Dokumente für den Bewerbungsprozess notwendig sind. Im gleichen Abschnitt ist mittlerweile der Hinweis auf eine:n persönliche:n Ansprechpartner:in Pflicht. Er oder sie ist zuständig bei Rückfragen und hilft beim Bewerbungsprozess. So bleibt kein vielversprechendes Talent an dieser Stelle auf der Strecke.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie schreibe ich eine Stellenanzeige richtig?

Eine klare Gliederung hilft Ihnen selbst, die wichtigsten Punkte einer Stellenanzeigte herauszuarbeiten. Gleichzeitig finden sich Interessent:innen besser zurecht und finden die benötigten Informationen zu Ihrem Unternehmen. Außerdem ist die Einhaltung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes zwingend notwendig.

Wie muss eine gute Stellenanzeige aussehen?

Eine gute Stellenanzeige gleicht heutzutage vielmehr einer übersichtlichen Infografik als einem unübersichtlichen Aufsatz. Bewerber:innen finden auf einen Blick die wichtigsten Informationen und finden innerhalb weniger Minuten heraus, ob die Stellenanzeige ihren Interessen und Qualifikationen entspricht.

Wie ist ein Stelleninserat aufgebaut?

Typischerweise beginnt die perfekte Stellenanzeige mit einer kurzen Vorstellung des Unternehmens, die in eine Tätigkeitsbeschreibung übergeht. Anschließend folgen die gewünschten Qualifikationen und Skills der Bewerber:innen vor den Vorteilen und Bonus-Leistungen, die das Unternehmen diesen bietet. Den Abschluss jeder guten Stellenanzeige bildet schließlich der Verweis auf eine:n persönliche:n Ansprechpartner:in sowie weitere Hinweise zum Bewerbungs- und Auswahlprozess.

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