Die Stellenanzeige – mehr als ein Jobposting

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Der ein oder andere mag die klassische Stellenanzeige als ein „aus der Zeit gefallenes Relikt vergangener Tage abtun“. Sie auch? Täuschen Sie sich nicht! Als erster „Touchpoint“, also Kontaktpunkt zwischen Bewerbermarkt und Unternehmen kommt der Stellenanzeige eine besondere Bedeutung zu. Es ist also sinnvoll, sich dafür ein wenig Zeit zu nehmen.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen:

  • Wie Sie mit der Stellenanzeige Ihre Employer Brand, Unternehmens- und Produktmarke stärken
  • „One fits all“ war früher – Warum Sie heute Ihre Kandidaten zielgruppenorientiert ansprechen sollten
  • Wie Sie eine Stellenanzeige ganz einfach gestalten und damit auch noch mehr Bewerbungen erhalten

Unternehmen bewerben sich beim Bewerber

Ob Sie es glauben oder nicht - Der Begriff „war for talents“ entstand tatsächlich bereits Ende der 90er Jahre und beschreibt das Phänomen, das bis heute anhält: Den Wettkampf der Unternehmen um die besten und hellsten Köpfe in einer Zeit, in der Fachkräfte Mangelware sind und waren. Infolge  hat sich der Arbeitsmarkt stark gewandelt – der Arbeitsplatz wurde zum Produkt, der Arbeitnehmer zum Kunden.

Umso wichtiger ist es für Unternehmen, eine starke Arbeitgebermarke aufzubauen. Maßnahmen gibt es viele. Der Stellenanzeige kommt hier eine besondere Bedeutung zu, da sie als klassisches Instrument meist der erste Kontaktpunkt eines Kandidaten mit einem Unternehmen ist.

Eine starke Unternehmensmarke strahlt dabei auf die Arbeitgebermarke ab, wenn es klare und eindeutige CI-(Corporate Identity) und in der Folge CD (Corporate Design)-Richtlinien gibt. Hier werden die grafischen Kommunikationsmittel, wie zum Beispiel die dominierenden Firmenfarben und Logos, definiert. Eine konsequente Umsetzung dieser Vorgaben bei der Gestaltung der Stellenanzeigen überträgt die positiv besetzten Elemente einer Marke auf die Employer Brand.

Zielgruppenorientierte Ansprache

Momentan arbeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt mit den Babyboomern und den Generationen X, Y und Z erstmals in der Geschichte vier Generationen zusammen! Eine große Herausforderung für die Arbeitgeber, hat doch jede Generation ihre eigenen Erwartungen und Wünsche. Um allen gerecht zu werden, ist das Wissen um die einzelnen Zielgruppen Gold wert.

Darüber hinaus hat die seit der Jahrtausendwende eingesetzte Digitalisierung unsere Welt und die Art und Weise, wie wir leben, stark beeinflusst. Unternehmen und Dienste wie Google, Facebook, WhatsApp und Co. haben diesen Trend weiter beschleunigt. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass wir heute „neugieriger“, „anspruchsvoller“ und „ungeduldiger“ sind als noch vor 20 Jahren. Das betrifft auch die Kandidaten, die heute genau wissen wollen, wie es sich anfühlt, bei einem Unternehmen zu arbeiten. Sie vergleichen Angebote und Benefits und wenn sie sich entschieden haben, soll es möglichst schnell gehen.
 
Was bedeutet das für die Stellenanzeige? Sie Punkten auf jeden Fall, wenn Sie sich auf die Wünsche und Bedürfnisse der anzusprechenden Zielgruppe einstellen. Je nachdem, ob Sie eher die jüngeren Zielgruppen, also Azubis, Trainees, Young Professionals oder die erfahrenen Professionals und Seniors ansprechen, können Sie folgende Tipps berücksichtigen:

  • Tonalität

    Bei der jungen Zielgruppe kann die Sprache durchaus lockerer sein. Das „Du“ ist eine gute Möglichkeit, auf Augenhöhe zu kommunizieren und wirkt sympathisch – allerdings nur, wenn Sie es im Unternehmen auch tatsächlich leben. Die „Älteren“ mögen es gerne etwas seriöser.
  • Gestaltung und Aufbau

    Ganz klar: In unserer reizüberfluteten Welt fällt auf, wer anders ist. Warum nicht mal ein Video einbinden, Mitarbeiter zitieren und den neuen Arbeitsplatz präsentieren? Zeigen Sie Ihrer Zielgruppe, was sie erwartet und auf welche Benefits sie sich freuen darf. Hier gilt: Alles ist möglich, wenn es den Wissensdurst Ihrer Zielgruppe stillt.
  • Bewerbungsoptionen

    Räumen Sie in Zeiten des Fachkräftemangels die Stolpersteine Ihrer Bewerber aus dem Weg. Brauchen Sie wirklich ein Anschreiben und Zeugnisse? Junge Leute bevorzugen die Expressbewerbung, während Professionals ihre Unterlagen gerne per Mail schicken. Haben Sie ein Bewerbermanagementsystem? Dann gilt auch hier: Je weniger sie abfragen, desto besser, desto mehr Bewerbungen, desto mehr Auswahl, desto schneller der Prozess. So verschaffen Sie sich einen Vorsprung vor der Konkurrenz.

Die Gestaltung – so heben Sie sich ab

Nur Mut“ möchte man vielen Unternehmen an dieser Stelle zurufen! Denn gerade bei der Gestaltung können Unternehmen mit einem frischen und dennoch CI-konformen (Corporate Identity) Auftritt punkten. Stattdessen finden sich nicht selten Gestaltungen, die in den 80er Jahren hängen geblieben scheinen. Trauen Sie sich also! Denn hochwertige Anzeigen ziehen gute Bewerber an, die von qualitativ schlechten Annoncen eher abgeschreckt werden. Das gleiche gilt übrigens auch für qualitativ hochwertige Texte, die einen positiven Einfluss auf die Kandidaten und damit auf die Bewerbungschance haben.

Sehr bewährt hat sich an dieser Stelle eines der ältesten und bekanntesten Stufenmodelle für die Gestaltung von Werbemitteln: die AIDA-Formel. Probieren Sie es aus:

  • A wie Attention – Ihre Stellenanzeige sollte beispielsweise durch einen aussagekräftigen Stellentitel, eine besonders kreative Gestaltung oder die entsprechende Vermarktung Aufmerksamkeit erregen.

  • I wie Interest – Durch eine ansprechende Unternehmensbeschreibung und ein spannendes Tätigkeitsprofil wecken Sie das Interesse von Kandidaten

  • D wie Desire – Überzeugen Sie die Bewerber mit schlagenden Argumenten von den Vorteilen, für Ihr Unternehmen zu arbeiten und wecken in ihm das Bedürfnis sich zu bewerben

  • A wie Action – Machen Sie dem Kandidaten die Bewerbungsaktion so einfach wie möglich – durch einen Button am Ende der Stellenausschreibung oder die Angabe der Kontaktdaten des Ansprechpartners.

Fotos und Videos

Sehr populär ist es geworden, der Stellenanzeige eigene Fotos und Videos hinzuzufügen. Zwar sind Bilder aus entsprechenden Datenbanken oft perfekt aufgenommen, wirken aber dadurch auch wenig authentisch. Durch eigenes Bildmaterial haben potenzielle Bewerber die Möglichkeit, sich ein noch besseres Bild vom Unternehmen und der gelebten Unternehmenskultur machen. Eingesetzt werden gerne auch Imagefilme, die das Interesse der Kandidaten wecken sollen. Und es gibt einen weiteren positiven Effekt: Bilder und Videos aus dem eigenen Umfeld wirken nicht nur authentisch, sondern zeigen auch, dass sich das Unternehmen schon bei der Stellenausschreibung und bei der Suche nach den passenden Mitarbeitern Mühe gibt.