Wie funktioniert Social Recruiting? Vorteile und Expertentipps.

Social Recruiting ist in aller Munde. Viele reden davon, die meisten wollen es, die wenigsten haben es: um die richtigen Kandidaten anzusprechen, Stellen schneller zu besetzen oder einfach nur mehr Bewerbungen zu erhalten. Die Chancen sind groß, die Verwirrung leider auch! Für alle, die den Durchblick behalten wollen, bringen wir ein bisschen Licht ins Dunkel.

Social Media ist seit vielen Jahren auf der Überholspur. Die Unternehmen sind überwiegend sehr jung, haben aber inzwischen einen erheblichen Anteil an Nutzern und ein rasantes Wachstum hinter sich. Allein Facebook, 2004 gegründet, hatte 2019 weltweit rund 2,45 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Inzwischen zählt das Netzwerk zu den wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt. Nur ein Zufall? Sicher nicht, denn auch andere Social Media Netzwerke wachsen schnell und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

 

Viele Unternehmen sehen Vorteile im Social Recruiting

Kein Wunder, dass werbetreibende Unternehmen das Potenzial für sich entdeckt haben und die Vorteile dieser Daten- und Marketingmaschinen für sich nutzen wollen. Und das schon seit einigen Jahren. Mit etwas Verzögerung ist dieses Thema nun auch im Personalmarkt angekommen. Zunächst von vielen HR-Verantwortlichen und Recruitern belächelt, sehen rund drei Viertel der Unternehmen den Einsatz von Social Hiring zur Personalgewinnung als positiv.

Doch was ist Social Recruitment überhaupt? Social Recruiting ist die gängige Abkürzung von Social Media Recruiting und beschreibt alle Personalmarketing-Maßnahmen und -aktivitäten eines Unternehmens in Social Media Netzwerken. Die am häufigsten für Social Recruiting verwendeten Kanäle sind:

  • Facebook
  • Xing
  • Linkedin
  • Twitter
  • YouTube
 

Social Recruiting bietet viele Ansatzpunkte

Betrachtet man den gesamten Recruitingprozess, so ergeben sich mehrere Ansatzpunkte für das Social Media Recruiting:

  • Der Erstkontakt eines Kandidaten mit einem Unternehmen, macht einen ganz wesentlichen Bestandteil im Rahmen der Rekrutierungsanbahnung aus. Ist dieser professionell ausgearbeitet, zahlt er direkt auf das Recruiting ein. Hier finden Sie ein Beispiel, wie der Erstkontakt gestaltet werden kann.
  • Eine weitere interessante Möglichkeit bietet das „Active Sourcen“, also die Suche geeigneter Kandidaten im Social Web und die darauf folgende proaktive Ansprache auf Basis von Daten, die Nutzer in Sozialen Netzwerken von sich preisgeben.

  • Emloyer Branding: Durch regelmäßiges Posten von attraktiven Inhalten wie Texte, Bilder und Videos wird Reichweite und damit die Sichtbarkeit einer Arbeitgebermarke in der Zielgruppe aufgebaut. Voraussetzung ist, dass die Inhalte auf die Zielgruppe abgestimmt sind.

  • Eine sehr gute Möglichkeit, offene Positionen des eigenen Unternehmens zu veröffentlichen, ist das Posten von Stellenanzeigen. Durch bezahlte Kampagnen kann die Reichweite über das Posten im eigenen Kanal noch deutlich gesteigert werden.

  • Der Aufbau einer Community bzw. eines Netzwerks aus Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern über das die Reichweite ausgebaut und über Empfehlungsmarketing neue Mitarbeiter rekrutiert werden können, ist ein weiterer Weg für Social Recruitment.
 

Vorteile von Social Recruiting

Passivsuchende Kandidaten erreichen

Das hört sich bereits sehr reizvoll an – zusätzlich gibt es noch eine Reihe weiterer Vorteile, die Social Hiring bietet. Ein ganz wesentlicher Vorteil ist, dass passive Kandidaten angesprochen werden können. Also Kandidaten, die aktuell nicht „aktiv“ auf Jobsuche, aber offen oder interessiert an Jobangeboten sind. Unter allen erwerbsfähigen Personen machen passive Kandidaten einen Anteil von rund 60 % aus – Kandidaten, die über klassische Jobbörsen nicht erreichbar sind, weil sich hier nur die Aktivsuchenden tummeln.

Kandidaten gezielter ansprechen

Dank dem Smartphone ist Social Media überall verfügbar und ermöglicht die Ansprache von Kandidaten überall dort, wo sie sich gerade aufhalten: auf dem Weg zur Arbeit, zu Hause auf dem Sofa oder in der Arbeit. Sie ahnen vermutlich schon: Gerade bei jungen Zielgruppen können Sie hier schnell Punkte sammeln und sich einen Namen als attraktiver Arbeitgeber aufbauen.

Punktgenaue Targetingmöglichkeiten

Noch ein Blick auf den technischen Hintergrund. Social Media Netzwerke verfügen über einen immensen Datenschatz aufgrund der Informationen, die Nutzer bereitstellen. Der Vorteil: Zielgruppen können punktgenau selektiert werden. Streuverluste durch das Gießkannenprinzip gehören so der Vergangenheit an.

Social Recruitment: messen und optimieren

Und wenn Sie ein Fan von Zahlen und Fakten sind, dann wird Sie dieser Vorteil besonders freuen: Mit Social Recruitment können Sie alle Ergebnisse Ihrer Aktivitäten messen und auf dieser Basis Optimierungen und Entscheidungen treffen. Zu viel versprochen?

 

Herausforderungen nicht unterschätzen

Ganz klar: Social Media hat unsere Welt und die Art, wie wir leben, verändert. Doch so groß die Chancen, so groß sind auch die Herausforderungen. Einfach nur mal loslegen und schauen, was passiert, geht in den seltensten Fällen gut. Im schlimmsten Fall passiert nämlich nichts. Deshalb sollten Sie Folgendes beachten:

  • Nutzer sind auf Social Netzwerken meist privat unterwegs. Das ist Vorteil und Nachteil. Wenn Sie aber kreative Informationen aus dem Background Ihres Unternehmens persönlich aufbereiten, haben Sie gute Chancen.

  • Jede Plattform hat ihre Zielgruppe. Welche Netzwerke Sie für Ihr Recruiting wählen, hängt also ganz von der Zielgruppe ab. Es gibt Zielgruppen, die Sozialen Netzwerken oder einer Kontaktaufnahme über diese sehr kritisch gegenüberstehen.

  • Social Media ist ein sehr schnelles und direktes Medium. Entsprechend muss der Recruiting-Prozess angepasst werden, um interessierte Kandidaten schnell abzuholen. Mit langwierigen Prozessen werden Sie es schwer haben.

  • Um die Medien-Netzwerke und ihre Technologien zu beherrschen, braucht es Expertenwissen.
    Unser Tipp: Binden Sie Ihre Kollegen von Marketing und PR mit ein. So holen Sie sich das nötige Experten-Know-How und können darüber hinaus von der Zusammenarbeit profitieren.
 

Die besten 6 Tipps, wie Ihr Social Media Recruiting garantiert gelingt

Jetzt sind Sie vielleicht schon neugierig geworden und wollen Social Hiring am besten sofort umsetzen. Damit das gelingt und Sie durchstarten können, hier ein paar Tipps für ein strukturiertes Vorgehen:

  1. Zunächst sollten Sie sich überlegen welche Ziele Sie verfolgen und wie Sie diese mit Social Recruiting erreichen können. Legen Sie KPIs also entsprechende Kennzahlen fest, um den Fortschritt und Erfolg zu messen.
    Haben Sie Ihre Zielgruppe schon definiert? Wunderbar, dann können Sie sich jetzt für die ersten Netzwerke entscheiden. XING und Linkedin sind klassische Businessnetzwerke und für das Recruiting immer empfehlenswert.

  2. Legen Sie Prozesse fest. Ein gut strukturiertes Vorgehen mit festgelegten Zuständigkeiten ist bei diesem schnellen Medium ein Muss. Dabei geht es auch um die Fragen, wie die Kommunikation mit den Nutzern abläuft und welche Inhalte freigegeben werden müssen.

 

  1. Schaffen Sie Ressourcen. Social Hiring „nebenher“ erledigen, wird nicht den bestmöglichen Effekt bringen. Vorbereitung und das Lernen aus Erkenntnissen brauchen Zeit. Vor allem müssen Sie in regelmäßige Postings investieren. In den meisten Netzwerken sollte täglich ein Beitrag veröffentlicht werden, in manchen sogar zweimal. Ein gut durchdachter Redaktionsplan ist daher ein wichtiger Baustein in der Vorbereitung.

 

  1. Versuchen Sie nicht, alles allein zu machen und binden Sie Kollegen und Mitarbeiter aus dem Unternehmen ein. Diese können als „Markenbotschafter“ einen wertvollen Beitrag beim Aufbau der Employer Brand leisten. Allerdings sollten Sie dann auch Kommunikations-richtlinien festlegen. Dabei geht es um Fragen: wer macht was, wie läuft die Kommunikation, welche Inhalte müssen freigegeben werden, welche Art der Ansprache (Du/Sie) wird gewählt.

 

  1. Ihr eigener Auftritt sollte so professionell wie möglich sein. Hier können Sie bereits vorhandene Daten und Bilder verwenden. Haben Sie bereits eine starke Unternehmensmarke? Dann passen Sie Ihren Auftritt an die CI (Corporate Identity) Ihres Unternehmens an. Wichtig: Verwenden Sie gängige Begriffe aus Ihrem Unternehmen, damit Sie bei entsprechenden Suchen auch gefunden werden.

 

  1. Social Media bzw. Social Recruitment ist für viele Unternehmen attraktiv, weil es kostenlos ist. Leider war das mal. Inzwischen sind aus den Netzwerken profitable Unternehmen geworden. Wer Reichweite aufbauen, bestimmte Zielgruppen ansprechen oder schwer zu besetzende Stellen pushen möchte, kommt heute an bezahlten Werbeanzeigen kaum vorbei. Die Möglichkeiten sind vorhanden, allerdings sind auch schnell vierstellige Beträge investiert. Sie sollten also entsprechendes Budget für Paid-Ad´s bereitstellen.
Autor: Frank Hasenöhrl

Häufig gestellte Fragen

Was ist Social Recruiting?

Social Media Recruiting ist innerhalb einer Recruiting-Strategie eine weitere Möglichkeit geeignete Kandidaten zu erreichen und zu einer Bewerbung zu bewegen. Die häufigsten Kanäle/Social Media Netzwerke sind XING, Linkedin, Facebook, Twitter und Youtube.

Warum Social Media Recruiting?

In Zeiten den Fachkräftemangels sind Unternehmen gefordert neue Wege zu gehen um attraktive Kandidaten zu erreichen. Gerade jüngere Zielgruppen sind über Social Media Netzwerke gut zu rekrutieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass hier passivsuchende Kandidaten angesprochen werden können. Dadurch erhöht sich das Kandidatenpotential um ein vielfaches.

Welche Arten von Social Recruitng gibt es?

Konkret gibt es zwei große Bereiche: das direkte und indirekte Social Media Recruiting. Unter dem direkten Social Media Recruitment versteht man die direkte Ansprache von Kandidaten auf Business-Netzwerken wie XING und Linkedin. Die Auswahl erfolgt dabei auf Basis der Daten und Informationen, die ein User in seinem Profil hinterlegt hat. Hier spricht man auch von Active Sourcing. Beim indirekten Social Recruiting hingegen werden offene Positionen in Form Posts oder bezahlten Werbebannern möglichen Kandidaten gezeigt. Damit kann ein Unternehmen schnell Reichweite innerhalb der gewünschten Zielgruppe aufbauen.