Arbeitszeitmodelle

Teilzeit, Sabbatical & Co: Arbeitszeitmodelle im Überblick

Flexible Arbeitszeiten liegen im Trend.

Ob Berufseinsteiger, berufstätige Eltern oder ältere Arbeitnehmer: Immer mehr Berufstätige wünschen sich statt starren Arbeitszeitregelungen eine individuelle Gestaltung ihrer beruflichen Tätigkeit, um diese besser mit privaten Interessen in Einklang zu bringen.

 

Dabei unterscheidet man sechs Arbeitszeitmodelle, die sich jeweils für unterschiedliche Ansprüche und Lebenssituationen eignen.

 

Im Folgenden werden die Arbeitsmodelle kurz vorgestellt und die jeweiligen Vor- und Nachteile genannt.

1. Gleitzeit

Beim Modell der gleitenden Arbeitszeit wird die Arbeitszeit in die Kernzeit (hier besteht Anwesenheitspflicht) und die Gleitzeit unterteilt. Die Arbeitszeit vor und nach der Kernzeit können die Beschäftigten selbst gestalten, allerdings muss die vereinbarte Stundenzahl eingehalten werden.

 

Vorteile: Gleitzeit sorgt für eine höhere Motivation der Mitarbeiter, da die Arbeitszeit besser an den persönlichen Lebensrythmus angepasst werden kann.

 

Nachteile: Keine.

 

2. Teilzeit

Die Teilzeitarbeit ist eines der gängigsten Arbeitszeitmodelle. Bei Beschäftigten, die in Teilzeit arbeiten, liegt der Umfang generell unter der betrieblichen Regelarbeitszeit. Die genaue Stundenzahl und die Verteilung der Arbeitszeit können beliebig festgelegt werden.

 

Vorteile:

Teilzeitarbeit wird meist dann vereinbart, wenn die Lebensumstände des Arbeitnehmers eine Vollzeitarbeit nicht zulassen (z.B. nach der Familiengründung).

 

Nachteile:

Der größte Nachteil ist der geringere Verdienst. Denn wer weniger arbeitet, verdient nicht nur weniger, sondern zahlt auch weniger in die Rentenkasse und andere Sozialversicherungssysteme ein.

 

3. Home Office

Als Arbeit im Home Office oder auch Telearbeit wird ein Arbeitszeitmodell bezeichnet, bei dem die Mitarbeiter teilweise oder ganz zu Hause arbeiten, indem sie moderne Informationstechnologien (Computer, Fax und Telefon) nutzen.

 

Vorteile:

Die Beschäftigten sparen sich den Anfahrtsweg, können Familienaufgaben besser mit dem Beruf vereinbaren.

 

Nachteile:

Größter Nachteil ist das fehlende betriebliche Umfeld, so verlieren Heimarbeiter den Kontakt zu ihren Kollegen und werden weniger über betriebliche Neuerungen informiert. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verwischen. Abhilfe kann hier ein separates Arbeitszimmer schaffen, dass nach „Dienstschluss“ verlassen wird.

 

4. Job-Sharing

Job-Sharing bedeutet, dass sich zwei oder mehrere Beschäftigte einen Arbeitsplatz teilen. In diesem auf Teilzeitarbeit basiertem Modell können sich die Beteiligten in der Regel auch die Dauer der Arbeitszeiten selbst einteilen. Beim Jobsharing sollte genügend Zeit für die Planung und Organisation des Ablaufs, evtl. auch für eine Arbeitsübergabe eingeplant werden.

 

Vorteile:

Auch bei diesem Modell steht die selbstständige und flexible Arbeitszeitgestaltung im Vordergrund.

 

Nachteile:

Für die Beteiligten des Job-Sharings entsteht eine gewisse Abhängigkeit, so muss schnell Ersatz gefunden werden, wenn ein Partner kündigt.

 

5. Langzeitarbeitszeitkonto

Eine Regelung mit langfristigem Arbeitszeitskonto soll Mitarbeitern (im Gegensatz zu Gleitzeitkonten) eine längere bezahlte Freistellung ermöglichen. Damit wird die Flexibilität der Arbeitnehmer über das gesamte Arbeitsleben hin erhöht. So können Stunden angespart werden, um in bestimmten Lebensphasen ohne Lohneinbußen mehr Zeit (z.B. für die Pflege von Angehörigen) zur Verfügung zu haben, ohne kündigen zu müssen.

 

Vorteile:

Für Unternehmen sind Langzeitarbeitskonten eine ideale Möglichkeit, Beschäftigte längerfristig an den Betrieb zu binden. Auch für die Mitarbeiter ist eine flexible Zeiteinteilung in jeder Lebensphase eine wertvolle Option.

 

Nachteile:

Bei einem Langzeitarbeitskonto besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter ohne Blick auf das tatsächliche Arbeitsaufkommen möglichst viele Stunden ansammeln. Zudem verzichten Arbeitnehmer bei diesem Arbeitszeitmodell auf Überstundenzuschläge.

 

6. Sabbatical

Beim Sabbatical, auch Sabbatjahr genannt, handelt es sich um eine mehrmonatige bezahlte Auszeit. Möglich wird diese etwa durch Gehaltsverzicht oder durch den Aufbau von Plusstunden. Beispiel: Ein Arbeitnehmer arbeitet vier Jahre in Vollzeit, erhält dafür jedoch nur 80 Prozent des Bruttolohns. Diese Summe erhält er auch im darauf folgenden fünften Jahr, wird in dieser Zeit jedoch freigestellt.

 

Vorteile:

Das ideale Mittel gegen Burnout. Geeignet ist das Sabbatical auch bei längeren Auslandsaufenthalten oder zum Erwerb einer außer- oder nebenberuflichen Qualifikation.

 

Nachteile:

Besonders bei Auszeiten, die länger als ein halbes Jahr dauern, gestaltet sich die Rückkehr in den Beruf nicht immer einfach. Zudem muss im Vorfeld abgeklärt werden, ob eine längere Auszeit arbeitstechnisch überhaupt möglich ist.