Bewerbung mal anders

Das zeitversetzte Videointerview

Videointerview mal anders – nämlich zeitversetzt. Immer mehr Arbeitgeber – große Player ebenso wie Mittelständler oder Start-ups nutzen im Recruiting für die Vorauswahl sogenannte „zeitversetzte Videointerviews“. Anders als in einem Telefon- oder Skype-Interview findet es nicht in Form eines Live-Gesprächs statt, vielmehr beantwortet der Bewerber per Video einige stellenspezifische Fragen, die der Personaler im Vorfeld festlegt.

 

Das zeitversetzte Videointerview ersetzt natürlich nicht das persönliche Gespräch. Es wird von Seiten der Unternehmen als ein weiteres Instrument für die Vorauswahl der Bewerber eingesetzt, um zu entscheiden, wer letztlich zum persönlichen Gespräch eingeladen wird. Denn wie bei einer Videobewerbung bietet im zeitversetzten Videointerview das bewegte Bild dem Bewerber die Möglichkeit, einen authentischen Eindruck zu hinterlassen und zu erläutern, ob er zur Firma und auf die Stelle passt.

 

Mehr Objektivität und Flexibilität

So manche Talente und Fähigkeiten bleiben hinter den reinen Fakten, Jahreszahlen und Stichpunkten im Lebenslauf verborgen. Etliche Bewerber, die eigentlich hervorragend für eine Stelle geeignet wären, erhalten eine Absage allein anhand formeller Kriterien oder Brüche in ihrem Lebenslauf. Durch ein zeitversetztes Videointerview bekommen auch solche Kandidaten eine reale Chance, den Sprung in ein persönliches Gespräch zu schaffen.

 

Im zeitversetzten Videointerview durchläuft jeder Bewerber denselben Prozess und beantwortet dieselben Fragen. Diese sind natürlich auf die Stelle bezogen. Durch diese Rahmenbedingungen kann jeder Bewerber aufzeigen, warum er auf die Stelle passt.

 

Im Regelfall hat man für das zeitversetzte Videointerview mehrere Tage Zeit. Oft liegt auch ein Wochenende dazwischen. Für Berufstätige ist es also eine perfekte Alternative, um eine umständliche Terminkoordination zu vermeiden. Auch die Personalabteilung kann das Video zu einem flexiblen Zeitpunkt ansehen. Das bedeutet, beide Seiten sparen viel Zeit und Mühe. 

 

Die Optik muss stimmen

Für die eigenen Antworten im zeitversetzten Videointerview gilt das selbe wie für ein Interview via Skype: professionelles Auftreten und entsprechende Kleidung ist Pflicht – zumindest für den Bildausschnitt, der von der Kamera eingefangen wird. Es muss nicht unbedingt die Anzugsjacke und Krawatte sein, ein sauberes Hemd und ein legeres Jacket genügen. Defintiv die falsche Kleidungswahl ist das T-Shirt vom letzten Open-Air-Festival.

 

Ganz wichtig ist die Beleuchtung. Am besten ist ein Platz mit Tageslicht, das garantiert ein natürliches Bild. Das Licht sollte möglichst von der Seite kommen, sich also auf keinen Fall mit dem Rücken zum Fenster filmen. Andersrum ist ebenfalls wenig zielführend: Denn wer will schon die ganze Zeit blinzeln oder die Augen zusammenkneifen (müssen), nur weil er direkt in die Sonne blickt?

 

Genauso wichtig ist der Hintergrund, der im Bildausschnitt zu sehen ist. Ein unaufgeräumtes Zimmer, bunte Poster an der Wand oder die Reste des Mittagessens mit der leeren Bier- oder Weinflasche und dem überquellenden Aschhenbecher vermitteln definitiv keinen positiven Eindruck beim Gegenüber.

 

Vorteile für beide Seiten

Das zeitversetzte Videointerview kann und soll das persönliche Gespräch nicht ersetzen. Es ist vielmehr ein weiterer Baustein hin zu der Entscheidung, wer zum persönlichen Gespräch eingeladen wird. Personalabteilungen bekommen dadurch allerdings einen ersten persönlichen Eindruck von einer Person, deren Kompetenzen und Qualifikationen.

 

Auf diese Weise werden tatsächlich nur diejenigen Bewerber zum persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen, die gut auf die ausgeschriebene Stelle passen.

 

Das ist für Personaler natürlich gut, aber auch für Bewerber. Denn was bringt es, Zeit und Geld in eine Stelle zu investieren, mit der man bei näherem Hinsehen vielleicht doch nicht glücklich wird?

 

Dieser Beitrag ist ursprünglich im – mittlerweile eingestellten – Yourfirm-Mittelstandsblog erschienen und stammt aus der Feder von Corinna Litera, die bei viasto, einem Anbieter für zeitversetzte Videointerviews, die externe Kommunikation betreut.

 

 

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