Der Lebenslauf

Kompetenz in Kurzform

Der Lebenslauf (Curriculum Vitae) ist die eigentliche Visitenkarten einer Bewerbung. Entsprechend viel Zeit sollten Sie in ihn investieren – und sich auch nicht scheuen, ihn bei Bedarf an die jeweilige Position, auf die man sich bewirbt, anzupassen.

 

Der Lebenslauf listet in übersichtlicher tabellarischer Form alle Stationen des bisherigen beruflichen Werdeganges auf. Unüblich ist heutzutage ein ausführlicher Lebenslauf, in dem als Fließtext der bisherige berufliche Werdegang dargelegt werden soll.

 

Grundlegend geändert hat sich auch der Aufbau eines Lebenslaufs. War es bis vor wenigen Jahren in Deutschland noch üblich, die beruflichen Stationen chronologisch in zeitlicher Abfolge aufzulisten – also beginnend mit der Ausbildung –, hat sich auch hierzulande mittlerweile die angelsächsische Form eingebürgert, in der die aktuelle Tätigkeit an erster Stelle steht. Was ja durchaus Sinn macht: Schließlich ist die letzte berufliche Tätigkeit für den Arbeitgeber von größerem Interesse als der Schulabschluss vor zehn Jahren und die anschließenden Praktikas.

In sechs Sekunden überzeugen

Von fast jedem zweiten Personaler wird der Lebenslauf noch vor dem Anschreiben gelesen. Allerdings beschäftigen sie sich zunächst nur sehr flüchtig mit dem Lebenslauf. Einer amerikanischen Untersuchung zufolge nehmen sie sich durchschnittlich nur sechs Sekunden Zeit – und fällen dann bereits eine erste Vorentscheidung zwischen passenden und unpassenden Kandidaten.

 

In dieser kurzen Zeitspanne schaut der Personaler auf den Namen, die gegenwärtige Position und den aktuellen Arbeitgeber des Bewerbers. Desweiteren prüft er den Beginn und das Ende der letzten Tätigkeit, die vorigen Stellenbezeichnungen und Arbeitgeber. Erst ganz zuletzt werden die Zeiträume der einzelnen Jobs und die Ausbildung überflogen.

 

Je leichter es der Personalverantwortliche bei diesem ersten Check hat, die für ihn wichtigen Informationen über den Kandidaten zu finden, desto besser sind die Chancen für den Bewerber, in die engere Wahl gezogen zu werden. Deshalb ist eine klaren Gestaltung und Strukturierung des Lebenslaufs entscheidend. Unnötige visuelle Elemente lenken dabei nur ab und verfälschen womöglich die Entscheidungen des Personalers. (Tipps zum Aufbau und Strukturierung eines Lebenslaufs haben wir hier zusammengefasst.

 

Maximal zwei Seiten

Ein Lebenslauf sollte maximal zwei Seiten umfassen. Wenn es – bei entsprechend vielen Berufsstationen – nur durch Kürzungen möglich ist,  unterhalb des Fotos und der persönlichen Daten alle Karrierepositionen auf der ersten Seite unterzubringen, kann ein Deckblatt als Vorschaltseite des Lebenslaufs hilfreich sein. Denn Personaler wollen den bisherigen Karriereweg eines Bewerbers möglichst auf einen Blick erfassen.

 

Ein Deckblatt kann auch dazu genutzt werden, einen schnellen Einstieg in die Bewerbung zu ermöglichen, indem grundlegende Qualifikationen für die ausgeschriebene Position kurz und prägnant hervorgehoben werden.

Foto – ja oder nein?

Nach dem Gleichstellungsgesetz ist ein Foto bei einer Bewerbung eigentlich nicht mehr notwendig, es ist in Deutschland jedoch nach wie vor üblich. Wenn Ihr derzeitiges Bewerbungsfoto schon etwas in die Jahre gekommen ist, sollten Sie ein neues Foto machen lassen.

 

Bei Bewerbungen in den USA und in Großbritannien sind Bewerbungsfotos hingegen unüblich.

Nähere Informationen und Tipps zum Foto in den Bewerbungsunterlagen haben wir auf dieser Seite zusammengestellt.

Ehrlich währt am längsten

Vermeiden Sie es, im Lebenslauf Zeitabschnitte ausgelassen, weil Sie vermeintlichen keinen Bezug zu Ihrer bisherigen Karriere haben. Zum einen werden Lebensläufe mit Lücken gerne aussortiert, zum anderen kommen spätestens beim Vorstellungsgespräch Nachfragen zu genau diesen Lücken. Schließen Sie sie schon im Lebenslauf wahrheitsgemäß – sei es mit der sechsmonatigen Auszeit zwischen zwei Jobs wegen Arbeitslosigkeit oder der mehrjährigen Elternzeit.

 

Ein nicht minder heikles Thema können Ihre Qualifikationen werden. Die sollen Sie selbst schon beim Verfassen des Lebenslaufs hinterfragen, bevor es der Personaler womöglich im Vorstellungsgespräch tut. Sind Ihre Fremdsprachenkenntnisse aus der Schulzeit wirklich konversationssicher? Schreiben Sie lieber „(erweiterte) Grundkenntnisse“, sonst könnte es im Vorstellungsgespräch peinlich werden, wenn Ihr Gegenüber mitten im Gespräch ins Englische oder Französische wechselt. 

 

Ähnliches gilt, wenn Sie nur in einigen Modulen eines Software-Pakets wirklich fit sind, dann sollten sie auch nur zu diesen Programm „Expertenkenntnisse“ angeben und ihr Wissen zu den anderen Programmen als „(gute) Anwenderkenntnisse“ deklarieren. Auch den SAP-Einstiegskurs, den Ihnen das Arbeitsamt vor einigen Jahren während einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit spendierte, sollten Sie nur dann angeben, wenn sie in/mit der Datenbankanwendung sicher arbeiten können.

 

Am Ende ist der Lebenslauf mit Datum und Ort zu versehen und zu unterschreiben. Damit verbürgt sich der Bewerber für die Richtigkeit der Angaben.

 

TIPP: Wenn Sie Ihren Lebenslauf aktualisieren, überarbeiten Sie auch Ihr Social-Media-Profil. Übrigens: Auch wenn Sie aktuell nicht aktiv auf Jobsuche sind, sollten Sie Ihr Profil auf Xing oder LinkedIn bei Beförderungen, firmeninternen Veränderungen oder erworbenen Zusatzqualifikationen regelmäßig aktualisieren.