Berufsbild Fachkraft für Speiseeis (m/w/d)

Intro

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Mal ehrlich, was wären die heißen Tage des Sommers ohne ein kühles Eis? In Badeanstalten, an Seen, in diversen Freizeiteinrichtungen und in vielen Städten lässt sich somit die Eisdiele finden. Egal, ob das Eis im Becher mitgenommen oder am Tisch sitzend vor Ort verspeist wird: Erst damit kommt das richtige Sommerfeeling auf. Doch was für manchen Spaß und Abkühlung, ist für andere ein harter Job. Immerhin muss die süße Erfrischung ja hergestellt und verkauft werden. Ein beruflicher Alltag, in dem sich die Fachkraft für Speiseeis bestens auskennt. Ihr haben wir auch manch mutige Neukreation in der Eiswaffel zu verdanken.

Key Facts

  • Tätigkeitsbereich: Herstellen von Eis und sonstigen Snacks, Führung und Organisation eines gastronomischen Betriebes, Umsetzen kreativer Rezeptideen, Kundenberatung und Verkauf von Produkten
  • Ausbildung: dreijährige duale Ausbildung
  • Gehalt: ab 2.000 Euro pro Monat
  • Zukunftsaussichten: Sehr gut, da das leckere Eis nicht nur im warmen Sommer über eine große Nachfrage verfügt

Aufgaben einer Fachkraft für Speiseeis

Natürlich wird nicht alleine das Speiseeis benötigt, um eine Eisdiele betreiben zu können. Hierbei handelt es sich immerhin um einen gastronomischen Betrieb, der neben der kühlen Erfrischung oft auch Getränke, kleinere Snacks oder sogar Konditoreiprodukte verkauft. Ein solches Gewerbe will sorgsam und weitsichtig geführt werden. Die Fachkraft für Speiseeis muss daher die Aufgaben des Wareneinkaufs, der Personaleinteilung oder der Umsatzberechnung vornehmen. Zuweilen kann sie auch für die Einrichtung und die Sauberkeit des Ladens verantwortlich sein. Ebenso sorgt sie für eine attraktive Werbung. Ganz zu schweigen vom bürokratischen Aufwand, wenn das Geschäft allen Gesetzen und Auflagen entsprechen soll.

Die hauptsächliche Tätigkeit des Berufes liegt indes in der Herstellung von Speiseeis. Insbesondere Familienbetriebe handeln dabei vielfach noch immer nach Rezepten, die ihnen von ihren Vorfahren übermittelt wurden. Wer darüber nicht verfügt, kann alte Back- und Kochbücher durchsuchen. Auch hierin wird den kalten Desserts manches Kapitel gewidmet. Daneben ist es wichtig, ein wenig Kreativität mitzubringen. Und eine Portion Mut wird ohnehin gerne gesehen. Denn es gilt, immer wieder etwas Neues auszuprobieren – und sich damit von der Konkurrenz abzugrenzen. Das gilt übrigens nicht nur für das Eis an sich, sondern ebenso für die sonstigen Zugaben.

Neben der Herstellung nimmt der Verkauf der süßeren Leckerei eine tragende Rolle im beruflichen Alltag der Fachkraft für Speiseeis ein. Denn nicht jeder Käufer weiß genau, was er nun gerade wünscht. Sicherlich sind Klassiker wie Schokoladen-, Erdbeer- und Vanilleeis auch heute noch gerne gesehen. Wer aber einmal etwas Unbekanntes ausprobieren möchte, lässt sich dabei nur allzu gerne beraten. Zumal das Gespräch mit dem Eisverkäufer doch ebenso zum warmen Sommer gehört. Insbesondere dann, wenn dieser nicht über eine feste Eisdiele verfügt, kann er mit seinem fahrenden Eismobil in vielen Orten ein gerne gesehener Gast sein.

Doch die Eisbranche hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Nicht jeder Verkäufer stellt sein Speiseeis im Laden her. Vielmehr wird die kühle Erfrischung oftmals in riesigen Mengen produziert – auch in solchen Werken kann die Fachkraft für Speiseeis ihr Wissen einbringen. Hier arbeitet sie zugleich an jenem Eis, das sich in Supermärkten und Tankstellen in der Kühlbox finden lässt – und das statt im Becher oder in der Waffel lieber am hölzernen Stiel gereicht wird. Doch egal, ob kleiner Snack für Zwischendurch oder genussvolle Speise zur Abkühlung: Nicht nur im Sommer wird Eis konsumiert. Verkäufer müssen daher über das gesamte Jahr hinweg die Nachfrage bedienen können.

Welche Ausbildung braucht eine Fachkraft für Speiseeis?

Wer seine berufliche Zukunft dem Speiseeis widmen möchte, sollte über einen Haupt- oder einen Realschulabschluss verfügen. Gute Noten sind vor allem in der Mathematik und der Chemie gewünscht. Denn das Mischen der Rezepte erfordert oftmals das genaue Einhalten der Mengenangaben. Die Fachkräfte für Speiseeis präsentieren sich darüber hinaus ebenso freundlich wie kommunikativ. Selbst vor langen Arbeitstagen scheuen sie sich nicht – im Sommer erleben sie eine besonders anstrengende Saison, die an den körperlichen und mentalen Kräften zehren wird. Interessenten sollten daher ein wenig Stress vertragen können und nicht auf feste Arbeitszeiten bestehen.

Die dreijährige Ausbildung wird im dualen System vorgenommen. Neben den regelmäßigen Besuchen der Berufsschule will der Lehrling vor allem sein Können bei der Zubereitung der Eissorten verbessern. Ein wenig ähnelt die Ausbildung dem Beruf des Kochs: Rezepte müssen gelesen und die erforderlichen Zutaten ausgewählt werden. Je nach eigener Kreativität lässt sich manche Vorgabe nun ein wenig abändern. Die Berechnung der benötigten Mengen, das Zeitmanagement und das Bedienen der unterschiedlichen Geräte kann die künftige Fachkraft für Speiseeis somit im täglichen Betrieb der Eisdiele oder des Eiswerkes erlernen. Auch ein Einblick in die Verwendung der modernen Technik wird ihr dabei gewährt – denn diese neuen Maschinen sind es, mit denen das Eis in den kommenden Jahren produziert wird.

Wo sind Fachkräfte für Speiseeis tätig?

Speiseeis wird in eigenen Werken produziert. Wer dort nicht tätig sein möchte oder für wen ein solches Werk nicht erreichbar ist, der kann seine berufliche Zukunft in einer Eisdiele oder nahezu jedem anderen gastronomischen Betrieb finden, der sich auf die Zubereitung und den Verkauf von Eis spezialisiert. Auch das Eiscafé, in dem neben dem Eis vorwiegend Kuchen und sonstiges Gebäck angeboten wird, eignet sich als künftiger Arbeitgeber.

Was verdient eine Fachkraft für Speiseeis?

Eis erfreut sich nicht alleine im Sommer einer großen Beliebtheit. Wer eine solche Köstlichkeit herstellt und verkauft, bringt somit viele Kinderaugen zum Leuchten. Der Verdienst liegt dagegen in einem für die Gastronomie fairen Rahmen. Einstiegsgehälter ab 2.000 Euro im Monat stellen den Durchschnitt dar. Wer einige Jahre der Berufserfahrung mitbringt, kann diesen Wert auf etwa 3.500 Euro im Monat steigern.