Jobprofil Chemikant (m/w/d)

 

Key Facts Chemikant

Ausbildung
dreieinhalbjährige Ausbildung zum Chemikanten


Tätigkeitsbereich

Aufbau von Anlagen und Vorrichtungen zur Durchführung von chemischen Prozessen, Analyse eigener Testverfahren, Herstellung von Produkten


Gehalt

ab etwa 3.000 Euro pro Monat


Zukunftsaussichten

Sehr gut, da chemische Prozesse auch in der Zukunft einen hohen Stellenwert für die moderne Gesellschaft besitzen werden – und diese müssen schließlich vorbereitet, durchgeführt und überwacht werden

 

Kurzprofil Chemikant

Ohne die Chemie wäre die heutige Gesellschaft wohl nicht vorstellbar. Kaum ein Arzt könnte seine Patienten von den Leiden befreien, kein Klärwerk könnte das verschmutzte Wasser säubern, Raffinerien würden kein für das Auto und die Heizung benötigtes Öl liefern. Doch wer beaufsichtigt all diese Produktionsprozesse eigentlich im Hintergrund? Oft lässt sich dort der Chemikant finden, ohne den der chemische Fortschritt nicht möglich wäre.

 

Aufgaben eines Chemikanten

Der Chemikant ist zunächst an der Durchführung chemischer Prozesse beteiligt. Er überlegt, welche Vorrichtungen benötigt werden, um aus dem schlecht riechenden Abwasser wieder sauberes Trinkwasser zu filtern. Je nach Bedarf – oft werden derlei Werke für Städte oder ganze Landkreise errichtet – gestaltet er die Planung und die Organisation mit, ist beim Aufbau der Maschinen beteiligt, wartet und repariert diese. Auch die chemischen Verfahren selbst überwacht und analysiert er – wenngleich er für sie kaum einmal selbst verantwortlich sein wird. Denn er stellt nur die Rahmenbedingungen dafür bereit, um einen reibungslosen, effizienten, ökologischen und zugleich kostensparenden Prozess zu gewährleisten.

Solche chemischen Prozesse stellen die Grundlage der modernen Industrie dar. Ohne sie wäre es nicht möglich, Lacke und Farben für den Maler, Mittel zur Reinigung von Haut und Haaren für Kosmetiker oder Friseure, Medikamente für Ärzte und Apotheker, diverse Lebensmittel für die Bürger und natürlich unzählige wichtige Hilfsmittel für den Alltag anzufertigen. Der Chemikant ist nicht nur an deren Herstellung beteiligt. Auch die Abfüllung gehört zu seinen Aufgaben. Denn immerhin muss dabei kompetent die passende Verpackung ermittelt werden.

 

Welche Ausbildung braucht ein Chemikant?

Der Chemikant erlernt seinen Beruf im Rahmen einer 3,5 Jahre umfassenden Ausbildung. Dafür benötigt er den Abschluss einer Haupt- oder Realschule. Höhere Qualifikationen wie etwa das Abitur sind zwar gerne gesehen, stellen aber keine verpflichtende Voraussetzung dar. Der Bewerber sollte allerdings gute Noten in den naturwissenschaftlichen Schulfächern nachweisen – und dafür sogar ein gewisses Talent mitbringen. Die Neugier, natürliche und chemische Prozesse zu beobachten und zu entschlüsseln, gehört fest zu seinem Leben. Doch auch die Technik hat es ihm angetan, vielleicht bastelt er in seiner Freizeit ein wenig. Personen mit diesen Fähigkeiten und Neigungen verfügen meist schon über das für den Beruf geforderte Rüstzeug.

Während der dreieinhalbjährigen Lehre schaut der Auszubildende innerhalb seines Betriebes in die verschiedenen Bereiche hinein, in denen er später als Chemikant arbeiten wird. Das Aufbauen und Warten der Maschinen, das Überwachen und Analysieren der chemischen Verfahren, die Abfüllung sowie der Vertrieb und der Verkauf stellen dabei eigenständige Aspekte dieses Jobs dar. Für einige wird er ein stärkeres, für andere eventuell ein schwächeres Talent besitzen. Seine Kompetenzen muss er in der schriftlichen und praktischen Prüfung dennoch in allen diesen Arbeitsbereichen nachweisen. Zudem kann bereits während der Ausbildung eine Spezialisierung auf eines der Tätigkeitsfelder vorgenommen werden – ein solcher Schritt empfiehlt sich für alle Chemikanten, die später eine Abteilung leiten und eigene Projekte durchführen wollen.

Indes zeigen die Erfahrungen auch, dass mit einem guten Ausbildungszeugnis zwar diverse Jobs erreichbar sind. Wer als Chemikant aber eine erfolgreiche Karriere starten möchte, kommt um weitere Qualifikationen nicht herum. Zunächst bietet es sich dafür an, erneut die Schule zu besuchen und den Abschluss als Industriemeister anzustreben. Oft scheidet sich an dieser Urkunde die Spreu vom Weizen: Wer sie besitzt, kann üblicherweise relativ schnell eine eigene Abteilung übernehmen. Bessere Chancen besitzt, wer über ein Abitur verfügt – wird nun ein chemischer Studiengang aufgenommen und erfolgreich beendet, sind dem Chemikanten eigentlich keine Stufen auf der Karriereleiter mehr versperrt.

 

Wo sind Chemikanten tätig?

Chemikanten werden vornehmlich in der Industrie eine Anstellung finden. Die Einsatzbereiche sind hier vielfaltig vorhanden. Die Lebensmittelherstellung, die Pharmakologie, Klär- und Wasserwerke, Ölraffinerien, Fabriken für Farben oder Kunststoffe sowie ähnliche Gewerke benötigen das Wissen des Chemikanten. Aber auch in der Forschung mit ihren Laboratorien sind seine Kompetenzen geschätzt. Das gilt umso mehr, wenn tatsächlich ein Meisterbrief oder das absolvierte Studium vorhanden ist. Nunmehr wäre sogar der Weg in die berufliche Selbstständigkeit möglich.

Was verdienen Chemikanten?

Faire Durchschnittslöhne in dieser Branche werden je nach Arbeitgeber und Aufgabenbereich auf dem Niveau von etwa 3.000 bis 3.500 Euro pro Monat liegen. Wer zusätzliche Qualifikationen vorweisen kann oder sogar bereits eine Abteilung führt, darf natürlich auf höhere Gehälter hoffen. Ab 4.000 Euro pro Monat gelten dabei als üblich. Weitere Sprünge auf dem Lohnzettel ergeben sich allerdings nur für Chemikanten, die eigene Projekte entwerfen und durchführen.

 

Zukunftsaussichten für Chemikanten

Eine Gesellschaft ohne die chemische Industrie ist auch in der Zukunft nicht vorstellbar. Der Chemikant blickt daher einer sehr sicheren Perspektive entgegen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Anforderungen an seinen Beruf steigen. Der technische Fortschritt und die Digitalisierung erlauben in immer schnelleren Zyklen eine Veränderung und Verbesserung der gebräuchlichen Verfahren. Maschinen und Anlagen können schon wenige Jahre nach ihrem Aufbau als veraltet angesehen werden. Der Chemikant muss mit diesem schnellen Wandel mithalten können.

 

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