Auslandspraktikum: Einstieg in die internationale Karriere

Berufspraxis sammeln in der weiten Welt

Praktika können auch im Ausland absolviert werden. Theoretisch ist es zwar schon für Schüler möglich, praktische Berufserfahrung im Ausland zu sammeln. Auslandspraktika sind aber in erster Linie für Studenten vor und während des Studiums und Young Professionals interessant.

 

Ein Praktikum im Ausland macht sich in der Regel im Lebenslauf äußerst positiv bemerkbar. Denn damit signalisieren Bewerber, dass sie flexibel sind, sich in unbekannte Situationen hineinversetzen können und zudem Verständnis für verschiedene Kulturen haben. Schließlich erwirbt man während eines Auslandspraktikums nicht nur zusätzliche Berufserfahrung, sondern auch interkulturelle Kompetenzen und Sprachkenntnisse.

 

Nicht zu unterschätzen sind auch die Kontakte, die man während des Auslandsaufenthalts knüpft. Sie können sich für den späteren Berufsweg als äußerst nützlich erweisen.

Klarer Favorit ist Europa

Ein Auslandspraktikum ist theoretisch auf der ganzen Welt möglich. Laut einer Studie der Universität Münster bevorzugen 66,5 Prozent der Studierenden europäische Länder für ein Auslandspraktikum, wobei Großbritannien und Frankreich die klaren Favoriten sind. Die zweitwichtigste Zielregion für Auslandspraktika ist der Studie zufolge Nordamerika (USA und Kanada) mit 21,4 Prozent der Studierenden.

 

Ein Praktikum im Ausland will nicht nur gut überlegt, sondern auch gut vorbereitet sein. Denn es erfordert ein Mehrfaches an Aufwand und Organisation als die Suche nach einer Praktikumsstelle im Inland.

 

Professionelle Hilfe dabei bieten eine ganze Reihe von Organisationen und Agenturen, die sich auf die Vermittlung von Auslandspraktika spezialisiert haben. Sie kontaktieren potentielle Arbeitgeber, organisieren eine Unterkunft, buchen die Flüge und kümmern sich um die Beantragung eines Visums. Zudem bieten sie teilweise Sprachkurse an. Allerdings haben diese Rundum-Pakete ihren Preis – und der kann ganz schön happig sein.

 

Auf eigene Faust zum Auslandspraktikum

Wer klare Vorstellungen darüber hat, wo er sein Auslandspraktikum absolvieren möchte und keine Scheu vor dem organisatorischen Aufwand hat, kann aber auch auf eigene Faust loslegen und sich direkt bei entsprechenden Unternehmen bewerben. Passende Stellen lassen sich beispielsweise auf ausländischen Jobbörsen im Internet recherchieren.

 

Empfehlenswert ist es auch, sich an den Karriereservice der eigenen Hochschule bzw. Universität zu wenden. Die Mitarbeiter dort haben oft gute Kontakte zu Firmen im Ausland und meist langjährige Erfahrung. Zudem gibt es dort hilfreiche Tipps und Unterstützung bei organisatorischen Fragen.

 

Aber auch einheimische Unternehmen können ein Ansprechpartner bei der Suche nach einem Praktikumsplatz im Ausland sein. International agierende Firmen – auch aus dem Mittelstand – bieten oftmals firmeninterne Praktika in ihren Niederlassungen oder bei Tochterunternehmen in der ganze Welt an.

 

Ein halbes Jahr Vorlauf

Ob selbst organisiert oder mit Unterstützung von einer Agentur – die Vorbereitung eines Auslandspraktikums nimmt viel Zeit in Anspruch. Realistisch sollte man ein halbes Jahr Vorlauf einplanen. Und nicht zu vergessen: Ein Auslandspraktikum muss man sich auch leisten können, denn die wenigsten Praktika im Ausland werden bezahlt. Teilweise werden zumindest Kost und Logis übernommen. In einigen Fällen erheben Betrieb sogar eine Praktikumsgebühr.

 

Eventuell kann ein Auslandspraktikum finanziell durch ein Stipendium oder AuslandsBAföG unterstützt werden. Informationen dazu sowie eine Liste der zuständigen BAföG-Ämter gibt es beim Deutschen Studentenwerk.

 

Voraussetzungen für ein Auslandspraktikum

Normalerweise gilt für ein Auslandspraktikum ein Mindestalter von 18 Jahren. Zudem werden in der Regel gute Englischkenntnisse und/oder Grundkenntnisse in der jeweiligen Landessprache vorausgesetzt, um sich im ausländischen Betrieb verständigen zu können.

 

Teilweise kann ein Auslandspraktikum mit einer Sprachschule verknüpft werden. Diese Kombination wird von vielen Veranstaltern als Komplettpaket angeboten. Der Sprachkurs findet entweder vor oder während des Auslandspraktikums statt.

 

In einigen Ländern und auch etlichen international agierenden Unternehmen werden nur eingeschriebene Studenten als Praktikanten genommen. Auch kann es sein, dass eine gewisse Berufserfahrung vorausgesetzt wird – z.B. durch bereits absolvierte Praktika oder eine abgeschlossene Ausbildung.

 

Je nach Land wird zudem ein Arbeits- oder ein spezielles Praktikumsvisum benötigt. Wie für andere Auslandsaufenthalte auch gilt darüber hinaus, dass für manche Länder bestimmte Impfungen sowie Versicherungen (Unfall-, Kranken,- und Haftpflichtversicherung) zwingend erforderlich sind, um überhaupt einreisen zu können.