Berufsbild Pferdewirt (m/w/d)

Kurzprofil Pferdewirt

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Schon der Volksmund weiß: Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Zugegeben, in der modernen Gesellschaft kommt den Pferden nicht mehr jener Stellenwert zu, den sie noch vor wenigen Jahrzehnten besaßen. Und doch muss sich jemand um die Tiere kümmern – insbesondere dann, wenn es sich bei ihnen um Exemplare handelt, die für den Rennsport oder die Zucht geeignet sind. Eine Aufgabe, die der Pferdewirt gerne übernimmt. Sein Beruf gestaltet sich vielfältig, kennt aber kaum einmal feste Arbeitszeiten.
 

Key Facts Pferdewirt

Ausbildung
dreijährige Ausbildung
 
Tätigkeitsbereich
Pflege, Versorgung, Training und Zucht von Pferden; oft auch Erteilen von Reitunterricht
 
Gehalt
ab etwa 1.500 Euro pro Monat
 
Zukunftsaussichten
Gut, da die Pflege von Tieren im Allgemeinen und Pferden im Speziellen auch zu den Aufgaben der kommenden Generationen gehören wird

Aufgaben eines Pferdewirts

Der Pferdewirt ist im beruflichen Alltag eng mit den Pferden verbunden. Er bemüht sich, der anspruchsvollen Pflege gerecht zu werden, zu der neben der Fütterung und dem Ausreiten auch die Fell- und Hufpflege gehört. Mehr noch, der Pferdewirt baut sich vielfach über Jahre und Jahrzehnte hinweg sogar eine eigene Zucht auf – sein Ziel besteht darin, Schwächen und Krankheiten der Tiere zu beseitigen, ihre Stärken aber zu vermehren. Eine Arbeit, die mit viel Kraft und Einsatz bewältigt wird, die aber zugleich durch den Verkauf der Pferde durchaus hohe Einnahmen garantiert – sie wiederum sichern den Fortbestand der Zucht.

Daneben können finanzielle Zusatzeinnahmen oft generiert werden, indem der Pferdewirt unterschiedliche Leistungen rund um das Pferd anbietet. Natürlich seien Kutschfahrten und das Erteilen von Reitunterricht hier als bekannteste Beispiele genannt. Doch auch die alternative Medizin und die naturbelassene Kosmetik setzen zunehmend auf die reichen Inhaltsstoffe, die etwa die Milch der Stuten zu bieten hat. Insofern haben sich dem Pferdewirt in den letzten Jahren doch neue Geldquellen erschlossen. Immer wieder wird er in seiner Zucht aber auch Tiere ausbilden, die anschließend für den Rennsport, für den Zirkus, auf Bauernhöfen und im Tierpark den Menschen unterstützen oder ihn unterhalten.

Aber dem Pferd geht es nur gut, wenn es in einer optimalen Umgebung aufwächst. Der Pferdewirt ist daher um den Aufbau der Stallanlagen, die Pflege des Hofes und das Einhalten ähnlicher Rahmenbedingungen bemüht. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei das Futter ein. Lediglich in den warmen Monaten eines Jahres grasen die Tiere auf der Weide – umso wichtiger ist es, das passende Futter zu finden und es in der gewünschten Dosierung zu verabreichen. Gelingt das nicht, drohen Krankheiten bei dem Pferd. Dem Pferdewirt kommt somit eine hohe Verantwortung zu: Er arbeitet täglich mit sensiblen Lebewesen, denen gegenüber er sich kaum einmal einen Fehler erlauben darf.

Welche Ausbildung braucht ein Pferdewirt?

Wer seine berufliche Zukunft in der Arbeit mit den Pferden sieht, kann die Zugangsvoraussetzungen über eine dreijährige Lehre erwerben. In dieser Zeit hilft der Auszubildende bereits in seinem Betrieb mit, besucht in regelmäßigen Abständen aber die Berufsschule. Bei der vorherigen Bewerbung genügt oft schon der Haupt- oder Realschulabschluss, besondere Kenntnisse sind in den Naturwissenschaften gerne gesehen. Der angehende Pferdewirt präsentiert sich aufgeschlossen und verantwortungsbewusst. Er weiß um die Herausforderung seiner Aufgabe, bei der schon kleinste Fehltritte eine schwerwiegende Reaktion auslösen können. Zudem sollte er in der Lage sein, sensibel und kommunikativ auf die Tiere einzugehen – er kennt ihr Wünsche und Bedürfnisse und ist sich nicht zu schade für eine zusätzliche Streicheleinheit.

Doch der berufliche Alltag verlangt dem Pferdewirt insbesondere körperlich einiges ab. Kaum einmal lassen sich feste Arbeitszeiten einhalten – Zeit, Kraft und Gedanken des Pferdewirts widmet er dem Wohlergehen seiner Tiere, die ihre Pflege auch an Sonn- und Feiertagen benötigen oder bei denen Krankheiten in der Nacht auftreten können. Der Aufbau der Stallanlagen, das Bewegen großer Mengen an Futter oder das Zähmen der Pferde ist mit viel Kraft verbunden. Zudem darf nicht unterschätzt werden, dass der Pferdewirt über Jahre hinweg oft auch eine emotionale Verbindung zu den Tieren aufbaut: Krankheiten und Todesfälle können da durchaus schwer auf der Seele liegen.

Wo sind Pferdewirte tätig?

Dem Pferdewirt bieten sich zahlreiche Arbeitsbereiche. Möchte er sich nicht mit einer eigenen Zucht selbstständig machen, so kann er seine Kraft und sein Wissen auf Bauernhöfen, im Zirkus und im Tierpark, für Pferdekliniken, bei Reit- und Dressurschulen oder in diversen dem Pferderennsport zugehörigen Tätigkeitsfeldern einbringen. Will er dafür kein festes Arbeitsverhältnis eingehen, bietet er seine Kompetenzen auch saisonal je nach Bedarf an – ein Vorgehen, das sich speziell in ländlichen Gebieten noch häufig finden lässt.
 

Was verdienen Pferdewirte?

Dem oft langen und anstrengenden Arbeitstag steht zumeist ein Gehalt gegenüber, das nicht recht in Einklang mit all den Mühen zu bringen ist. Zwischen 1.500 und 2.000 Euro verdient der Pferdewirt durchschnittlich im Monat. Eine Summe, die kaum Möglichkeiten der Steigung kennt. Lediglich mit einer weiteren Ausbildung zum Tierpfleger dürfte der Pferdewirt einen deutlichen Sprung auf seinem Lohnzettel verbuchen. Zusatzeinnahmen können über die Zucht oder das Anbieten von Reitunterricht generiert werden.