Berufsbild Kriminaltechniker (m/w/d)

Kurzprofil Kriminaltechniker

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Egal, was sich an einem Tatort abgespielt haben mag: Oft ist es das Detail, das alle Fragen beantworten und eine Auskunft über den Täter geben kann. Die Aufgabe des Kriminaltechnikers liegt somit in der Sicherung und Bewertung aller persönlichen Spuren, die sich einem Menschen zuordnen lassen – auch und gerade, wenn diese mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind.

 

Key Facts Kriminaltechniker

Ausbildung
Erstausbildung zum Polizisten oder im Bereich der Wissenschaft, anschließende Weiterbildung zum Kriminaltechniker


Tätigkeitsbereich

Untersuchen möglicher Tatorte, Sicherung von Beweisen, Analyse von persönlichen Spuren (etwa Fingerabdrücke, DNA-Spuren, Blut), Koordination der Ermittlungsarbeit


Gehalt

ab etwa 3.500 Euro pro Monat


Zukunftsaussichten

Sehr gut, da das Verbrechen vermutlich auch in der Zukunft nicht ruhen wird – die gewünschte Sicherheit für die Gesellschaft aber durch die Arbeit des Kriminaltechnikers gewährleistet werden kann

Aufgaben eines Kriminaltechnikers

Ein verlorenes Haar, ein kaum erkennbarer Tropfen Blut, eine achtlos auf einem Zettel geschriebene kurze Notiz – es mag relativ wenig sein, womit Kriminaltechniker zuweilen arbeiten. Und doch kann sich in dem Wenigen der Schlüssel zum Erfolg befinden. Die Komplexität dieses Aufgabenfeldes beginnt natürlich damit, dass zunächst einmal alle Spuren gesichert werden müssen. Die Beamten betreten dafür den Tatort, öffnen ein abgestelltes Auto oder haben eine mit Fingerabdrücken bedeckte Glasscheibe vor sich. Hieraus müssen nun alle für den Fall relevanten Erkenntnisse gezogen werden, um ein dichtes und vor allem belastbares Netz aus Indizien zu weben.

Die eigentliche Arbeit beginnt sodann im Labor, wo DNA-Spuren von Tätern und Opfern ausgewertet, Handschriften analysiert, die Zahl abgegebener Schüsse einer Waffe hinterfragt und sonstige Einzelheiten einer vermuteten Tat überprüft werden. Diese Tätigkeit gilt als langwierig. Nur ein geringer Prozentsatz aller am Tatort gefundenen Spuren gibt letztlich jene Hinweise auf den Ablauf und den Täter, auf die die Beamten hinarbeiten. So dürfte etwa bei einer Überprüfung von genetischen Spuren die Arbeit durchaus der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichen – ehe ein Tat- und Täterprofil erstellt werden kann.

Doch auch das Protokollieren und Archivieren aller Ergebnisse gehört zum Tätigkeitsbereich des Kriminaltechnikers. Er behält die Resultate seiner Arbeit natürlich nicht für sich, sondern lässt sie in die allgemeinen Ermittlungen einfließen. Er unterstützt damit das Vorgehen der gesamten Polizei und der Staatsanwaltschaft – die beide bestrebt sind, ein Verbrechen aufzudecken und den Täter zu finden. Die von den Kriminaltechnikern gesammelten und analysierten Spuren finden sodann Eingang in die Ermittlungsakten und können in einem späteren Stadium durchaus als Beweismittel für ein mögliches Gerichtsverfahren verwendet werden. Je besser dabei gearbeitet wird, desto höher ist die Chance, ein kriminalistisches Rätsel zu lösen.

Welche Ausbildung braucht ein Kriminaltechniker?

Der Beruf des Kriminaltechnikers wird nicht in einer allgemein üblichen Ausbildung erlernt. Vielmehr handelt es sich dabei um eine zusätzliche Qualifikation, die einen bereits bestehenden Abschluss ergänzt. Im Regelfall werden die Interessenten also bereits eine Lehre zum Polizisten absolviert haben. Ebenso ist ein Einstieg aus dem Bereich der Wissenschaft möglich. Insbesondere die naturbezogenen Fächer wie die Mathematik, die Physik, die Biologie und die Chemie bieten eine hervorragende Basis, um später als Kriminaltechniker zu arbeiten. Auch die Informatik als eigenständige Disziplin ist für alle Ermittlungsaufgaben relevant – lassen sich doch viele Ergebnisse oft erst durch moderne Computer und die dazugehörige Software ermitteln.

Das Definieren der eigentlichen Zusatzqualifikation zum Kriminaltechniker obliegt den jeweiligen Polizeistationen innerhalb der Bundesländer. Eine bundesweit einheitliche Regelung existiert dabei ebenso wenig wie mögliche Inhalte oder die Dauer einer solchen Maßnahme. Der Interessent bewirbt sich daher im Regelfall bei den Polizeibehörden oder der Staatsanwaltschaft seiner Region und kann dort über das weitere Vorgehen beraten werden. Einheitlich ist jedoch, dass die Ausbildung an sich innerhalb der täglichen Polizeiarbeit vorgenommen wird. Der Kandidat wird daher direkt in das kalte Wasser der beruflichen Praxis geworfen, in dem ihm alle Kompetenzen für die gewünschte Laufbahn vermittelt werden.

Daneben ist es wichtig, dass alle Bewerber über gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern verfügen. Ebenso sollten sie sich eine gesunde Portion Neugier bewahrt haben. Sie müssen teamfähig und ergebnisorientiert arbeiten können. Das heißt, dass gerade beim Sammeln und Auswerten der vermeintlichen Spuren immer auch ein hohes Maß an Neutralität zu wahren ist. Zudem gilt das Gebot der Verschwiegenheit – wer bereits in jungen Jahren keine Geheimnisse für sich behalten konnte, ist in der Ermittlungsarbeit gänzlich falsch aufgehoben. Je nach Fachbereich des Bewerbers kann es übrigens erforderlich sein, mehrere Sprachen fließend zu beherrschen. Das gilt etwa für die Kriminaltechniker, die für den Zoll tätig sind.

Wo sind Kriminaltechniker tätig?

Kriminaltechniker lassen sich nur selten einmal auf der örtlichen Polizeibehörde finden. Vielmehr sind sie zumeist bei einem Landeskriminalamt angestellt. Ebenso können sie für das Kriminaltechnische Institut des Bundeskriminalamtes tätig sein. Von dort werden sie den einzelnen Ermittlungsbehörden zugeteilt – dabei handelt es sich etwa um den Zoll oder die Mordkommission. Wer die Arbeit am Tatort scheut, ist für den Beruf übrigens nicht zwingend ungeeignet. Auch und gerade im Labor kann der Kriminaltechniker eine wichtige Stütze bei der Suche nach vermeintlichen Tätern sein.

 

Was verdienen Kriminaltechniker?

Ein stressiges Berufsfeld hat sich der Kriminaltechniker ausgesucht. Dennoch dient er einem guten Ziel, nämlich der Verbrechensbekämpfung und damit der Sicherheit der Gesellschaft. Einen durchschnittlichen Lohn im Bereich der 4.000 bis 4.500 Euro pro Monat darf er sich je nach Bundesland und übernommener Aufgabe erhoffen. Die Jahresgehälter können bei verdienten Kriminaltechnikern in gehobener Position sogar knapp unter der magischen Marke von 100.000 Euro liegen.