Berufsbild Data Evangelist (m/w/d)

Intro

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Wer an die Schulzeit zurückdenkt, erinnert sich meist mit einem eher unguten Gefühl an die Mathematik. Jene Wissenschaft also, die mit nüchternen und scheinbar langweiligen Zahlen operiert. Tatsächlich jedoch handelt es sich bei der Mathematik um einen sehr lebendigen und durchaus spannenden Fachbereich. Denn alles, was wir Menschen tun, lässt sich auf nackte Zahlen komprimieren. Zum beruflichen Alltag des Data Evangelisten gehört es, die Hintergründe zu den Werten zu ermitteln, daraus Analysen zu ziehen und mit ihrer Hilfe einen Fortschritt zu erreichen. Gelingt ihm das, kann er bei Mitarbeitern und ganzen Unternehmen die Schwächen verringern – und die Stärken nutzen.

Key Facts

  • Tätigkeitsbereich: Analyse von Zahlen als mögliche Einflussfaktoren zur Verbesserung der Stärken von Einzelpersonen und Unternehmen
  • Ausbildung: Studium im Bereich der Mathematik, der Datenverarbeitung oder des Betriebswesens
  • Gehalt: ab 3.000 Euro pro Monat
  • Zukunftsaussichten: Sehr gut, da die Analyse der Daten als relativ junge Wissenschaft gilt, ihre Bedeutung für die Wirtschaft aber zunehmend wächst

Aufgaben eines Data Evangelisten

Wer einmal die Gelegenheit hat, im Daten- und Rechnungswesen in die täglichen Abläufe hineinzuschauen, wird oft mit endlos langen Tabellen konfrontiert. Ihr Inhalt besteht nicht selten aus reinen Zahlen, denen nur kümmerliche Erklärungen an die Seite gestellt werden. Aber was auf den Laien eher trist und belanglos wirkt, eröffnet dem Fachmann eine ganze Bandbreite an wichtigen Informationen. Denn er ist in der Lage, alle Werte im Kontext zu sehen, ihre Hintergrundgeschichte zu erkennen und daraus die erforderlichen Schlüsse zu ziehen. Diese Form der Analyse wird von immer mehr Unternehmen genutzt. Das Ziel besteht darin, effizienter zu agieren.

Die Aufgabe des Data Evangelisten besteht zunächst darin, die für ihn relevanten Zahlen zu erheben. In seinen Analysen muss er Wichtiges von Belanglosem unterscheiden. So kann er etwa die Arbeitsleistung der Angestellten, den Wert der Maschinen für die Produktion oder das Risiko angestrebter Investitionen für ein Unternehmen erkennen. Alle Informationen werden durch ihn auf simple Zahlen reduziert und anschließend in ihrer Aussagekraft durch den Data Evangelisten interpretiert. Je besser ihm das gelingt, desto mehr Werte kann er für seinen Arbeitgeber schaffen. Mehr noch, es wird ihm ebenso gelingen, Schwachstellen in allen Bereichen des Betriebes zu erkennen und sie künftig zu beseitigen.

Was weitgehend theoretisch klingt, hat einen großen Bezug zur Praxis. Der Data Evangelist kann im Einkauf von Rohstoffen beispielsweise die Preise vergleichen. Er kennt ebenso die Märkte und weiß um den wirtschaftlichen Wert seiner Produkte. Sämtliche Planspiele für die Gegenwart und die Zukunft seines Unternehmens führt er mit reinen Zahlen durch. Steht am Ende der nicht selten langen Berechnungen ein positives Ergebnis, so wird die anvisierte Investition getätigt. Wirken die Resultate ernüchternd, so muss vielleicht geschaut werden, an welcher Stelle in diesem komplexen Zahlengeflecht sich ein Wert derart verbessern lässt, dass die Gesamtsumme lukrativ ausfällt. Gewiss ist das kein einfacher Job – er sichert aber die Existenz von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Welche Ausbildung braucht ein Data Evangelist?

Das Spiel mit den Zahlen erfordert umfangreiche Kenntnisse der Mathematik. Bewerber haben daher oftmals schon gute Noten in den naturwissenschaftlichen Schulfächern erzielt. Insbesondere in der Mathematik selbst sowie in der Informatik liegen überdurchschnittliche Noten vor. Wer idealerweise in diesen Leistungskursen auch den Schwerpunkt seines Abiturs legt, schafft sich eine solide Basis für das erforderliche Studium. Denn mit einer reinen Ausbildung dürfte der Posten des Data Evangelisten kaum zu erreichen sein. Diverse Bereiche der Mathematik stehen dem Interessenten nunmehr offen. Er sollte dennoch darauf achten, einen Bezug zur Wirtschaft herzustellen – denn in diesem Bereich will er ja künftig agieren.
Wer sich also für die Mathematik als Studienfach entscheidet, sollte immer wieder einmal in die Fachbereiche der Statistik und der Stochastik hineinschauen. Weiterführende Seminare zur Analyse und Verarbeitung von Daten können dabei gewiss nicht schaden. Ebenso ist es möglich, schon relativ früh einen größeren Schritt in Richtung Wirtschaft zu unternehmen. Das Betriebswesen oder die Wirtschaftsmathematik eignen sich als gute Grundlagen. Da die Analyse von Zahlen heute zum überwiegenden Teil mit technischen Geräten vorgenommen wird, fordern Arbeitgeber von ihren Bewerbern immer wieder auch ein hohes Fachwissen im Bereich der Informatik.
Doch Vorsicht, die Interessenten sollten gleichfalls über Empathie und Verständnis verfügen. Denn nicht selten operieren sie mit Zahlen, hinter denen menschliche Schicksale stehen. Die Kommunikation, die Bereitschaft zu Kompromissen und die Teamfähigkeit sind für einen guten Data Evangelisten daher selbstverständlich. Er sieht sich als Vermittler zwischen unterschiedlichen Abteilungen eines Unternehmens. So erarbeitet er Analysen und kann diese in beratender Funktion etwa dem Vorstand des Konzerns vorlegen. Welche Schritte im weiteren Verlauf unternommen werden, entscheidet er indes nicht selbst. Auch die Umsetzung der durch ihn angeregten Maßnahmen überlässt er anderen Mitarbeitern. Er begnügt sich weiterhin damit, Zahlen zu sammeln und sie zu interpretieren.

Wo sind Data Evangelisten tätig?

Der Data Evangelist ist aus modernen – und zumeist größeren – Unternehmen kaum mehr wegzudenken. In eigenen Abteilungen agieren oft mehrere dieser Fachleute im Team, das sich arbeitsteilig der Aufgabe widmet, alle Zahlen und die damit verbundenen Informationen sämtlicher Bereiche des Betriebes zu sammeln und sie auszuwerten. Ebenso ist ein Schritt in die Selbstständigkeit denkbar, in der der Data Evangelist sein Wissen in beratender Funktion für kleinere Firmen zur Verfügung stellt.

Was verdient ein Data Evangelist?

Die Arbeit des Data Evangelisten kann über Wohl und Wehe global agierender Konzerne entscheiden. Seine Analysen und die daraus gewonnenen Anregungen für notwendige Veränderungsmaßnahmen sind wirtschaftlich wertvoll. Das Einstiegsgehalt in diesem Beruf erreicht dabei mühelos die Marke von 3.000 Euro im Monat. Mit deutlichen Anstiegen im Lohn darf nach langer Berufserfahrung oder bei der Arbeit für prominente Unternehmen gerechnet werden. Ein Jahresverdienst ab 60.000 Euro gilt in diesem Job als üblich.