Jobprofil Kraftfahrer (m/w/d)

 

Key Facts Kraftfahrer

Ausbildung
Ausbildung zum Berufskraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb


Tätigkeitsbereich

Selbstständiges Bedienen und Fahren von Kraftfahrzeugen, Transport von Menschen und Gegenständen, mit Zusatzqualifikation auch Transport von Gefahrengütern


Gehalt

ca. 2.000 bis 2.500 Euro pro Monat


Zukunftsaussichten

Gut, da Güter und Menschen auch in der Zukunft transportiert werden müssen

 

Kurzprofil Kraftfahrer

Auf Deutschlands Straßen ist es so voll wie nie zuvor. Doch wer sich einmal die Masse an Fahrzeugen genauer ansieht, erkennt schnell den großen Anteil an Lastkraftwagen oder Bussen. Sie können nicht mit dem herkömmlichen Führerschein gesteuert werden, sondern bedürfen einer besonderen Berechtigung. Soll ein solches Gefährt sogar beruflich bedient werden, muss eine Ausbildung zum Kraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb vorliegen. Den zumeist harten Arbeitsbedingungen steht allerdings ein Gehalt gegenüber, das eher gering ausfällt. Dass sich dennoch eine steigende Zahl an Bewerbern für den Job interessiert, liegt an den damit verbundenen Freiheiten, fremde Menschen und Kulturen kennenzulernen.

 

Aufgaben eines Kraftfahrers

Wer vor den vollen Regalen des Supermarktes steht, stellt sich oft die Frage, wie lange es wohl gedauert haben muss, alle diese Produkte aus weiten Teilen des Landes oder sogar aus fernen Regionen der Welt an genau diesen Ort zu bringen. Hinter dem Luxus, diverse Waren erwerben zu können, steht ein komplexes Netz aus logistischen Strukturen. Diese funktionieren indes nur, weil es Kraftfahrer gibt, die in ihnen die Güter transportieren. Oft befinden sie sich tagelang auf Autobahnen und Landstraßen, bewegen riesige Paletten auf ihren zumeist viele Meter langen Anhängern – und beweisen etwa beim Rangieren doch erhebliches Feingefühl.

Doch wer Gegenstände transportieren darf, ist noch lange nicht befugt, auch Menschen durch den Straßenverkehr zu bewegen. Soll etwa ein Bus gesteuert werden, so muss eine weitere Berechtigung vorliegen. Auch sie kann im Rahmen der Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb erworben werden. Natürlich erweisen sich die hier vermittelten Anforderungen noch einmal höher als beim Transport von Gütern. Ließe sich eine beschädigte Ware mühelos reparieren oder ohne größeren Aufwand entsorgen, so ist eine verletzte Person für den Fahrbetrieb schon mit erheblich mehr Konsequenzen verbunden. Daher erfolgt bei der Ausbildung ebenso wie bei der Besetzung freier Jobs eine sehr sorgfältige Auswahl der Bewerber.

Neben dem Transport von Menschen und Waren ist ein weiteres Aufgabenfeld für Kraftfahrer zu betrachten. Bei ihm handelt es sich um die Beförderung von Gefahrengütern – also etwa um kontaminierte Industrieabfälle, giftige Substanzen aus chemischen Laboratorien oder um asbestverseuchte Rückstände aus Bauruinen. Wer in diesem Bereich agieren möchte, benötigt neben der reinen Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb eine zusätzliche Qualifikation. Sie wird in einem Lehrgang durch die Industrie- und Handelskammer der Bundesländer vermittelt – und im Regelfall durch den Fahrbetrieb als Arbeitgeber des Absolventen finanziert. Meist steht bei solchen Aufgaben auch eine etwas bessere Bezahlung zur Verfügung – mit ihr wächst allerdings die übernommene Verantwortung.

 

Welche Ausbildung braucht ein Kraftfahrer?

In Deutschland können Interessierte eine Ausbildung entweder zum Berufskraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb absolvieren. Während die erstgenannte Option nur den Transport von Gütern erlaubt, ist der zweite Lehrberuf auch mit der Möglichkeit zur Beförderung von Menschen verbunden. Jeweils ist eine dreijährige Dauer der Ausbildung einzuplanen – sie kann sowohl in den Fahrbetrieben als auch im Bereich der Logistik absolviert werden. Gegenwärtig ist es sogar möglich, sich etwa in den Supermärkten oder den Bauunternehmen gezielt als Fahrer oder Logistiker ausbilden zu lassen. Die Vielfalt in diesem Arbeitsbereich hat sich in den zurückliegenden Jahren erheblich gesteigert.

Daneben benötigen erfolgreiche Fahrer aber weitere Soft Skills. So sollten sie in der Lage sein, vorausschauend und stets im Einklang mit den Verkehrsregeln ihr Gefährt zu bedienen. Das hohe Maß an Verantwortungsbewusstsein ist darüber hinaus mit einer strengen Disziplin verbunden. Wer im Fernverkehr agiert, sieht seine Familie oft über viele Tage nicht – demgegenüber steht der Luxus, einmal ferne Kulturen und Menschen kennenzulernen. Allerdings richtet sich der Beruf an Personen, die auch gerne alleine oder zu zweit in der Fahrerkabine sitzen. Lediglich beim Be- und Entladen sowie in den Pausen können Kontakte geknüpft werden. Ein positiver Umgang mit der Einsamkeit sollte daher vorliegen.

 

Wo sind Kraftfahrer tätig?

Das berufliche Umfeld der Kraftfahrer hat sich in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten erheblich gewandelt. Waren diese zuvor beinahe ausnahmslos in den größeren Fahrbetrieben tätig, so können sie zunehmend auch auf eine Anstellung in kleineren regionalen Unternehmen hoffen. Mit zusätzlichen Qualifikationen ist zudem der Einstieg in den Beruf des Logistikers möglich – hier wäre neben dem reinen Fahren aber der Aufbau logistischer Strukturen zu beachten. Wer bereits die Berechtigung zum Transport von Menschen besitzt, bewältigt oftmals auch die Ausbildung zum Taxifahrer – hierbei würde sich ein weiteres Betätigungsfeld ergeben, das oft sogar in der eigenen Stadt ausgeübt werden kann.

 

Was verdient ein Kraftfahrer?

Allerdings richtet sich der Beruf an Menschen, die neben der oftmals umfangreichen Verantwortung mit einem kleinen Gehalt auskommen können. Kraftfahrer beziehen nach ihrem Einstieg in das Metier einen Lohn, der die Höhe von 2.000 bis 2.500 Euro im Monat kaum überschreitet – leider ändert sich daran selbst nach dem Absolvieren mehrerer Berufsjahre kaum etwas. Auch die Aufstiegschancen sind in diesem Arbeitsumfeld rar gesät. Nicht selten erleben Kraftfahrer daher sogar nach drei oder vier Jahrzehnten in ihrem Job nur geringe Lohnzuwächse – durch die sich in der Folge dann leider auch nur kleine Rentenansprüche ergeben.

 

Zukunftsaussichten für Kraftfahrer

Menschen und Waren müssen auch in der Zukunft transportiert werden. An dieser Aussage kann es keinen Zweifel geben. Stark diskutiert wird indes, wie genau das geschieht – und durch wen. In den vergangenen Jahren haben die Hersteller von Fahrzeugen diverse Testreihen unternommen, um Autos selbsttätig steuern zu lassen. Statt des Fahrers würde nun also ein computerbasiertes System das Lenken, Gasgeben und Bremsen übernehmen. Ob derlei Modelle tatsächlich zukunftsfähig sind und ob sie die Zahl der Arbeitsplätze für Kraftfahrer spürbar reduzieren würden, ist gegenwärtig offen. Daher sollte der Job zumindest in den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten gesichert sein.

 

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