Berufsbild Landschaftsgärtner (m/w/d)

Viele Menschen lieben die Nähe zur Natur. Einige von ihnen lassen ihren Garten in einem prächtigen Grün erstrahlen – andere verbringen ihre Freizeit in Parkanlagen. Doch wer hübsche Rasenflächen, akkurat geschnittene Hecken und liebevoll gepflegte Blumenbeete bewundert, darf nicht die damit verbundene Arbeit übersehen. Sie wird im Regelfall vom Landschaftsgärtner ausgeführt – einem Berufsbild also, das den überwiegenden Teil seines Alltages unter freiem Himmel verbringt und dabei nicht selten Wind und Wetter trotzt.
Landschaftsgärtner

Key Facts

  • Tätigkeitsbereich: Aufbau und Pflege von Garten- und Parkanlagen, Errichten von Spielstätten für Kinder, Gestaltung des Stadtbildes
  • Ausbildung: Ausbildung zum Gärtner im Fachbereich des Landschaftsbaus
  • Gehalt: ab 1.500 Euro pro Monat
  • Zukunftsaussichten: Gut, da private und öffentliche Anlagen auch in Zukunft geplant, gebaut und gepflegt werden müssen

Aufgaben eines Landschaftsgärtners

Grünflächen, Parks, Sportanlagen, Spielplätze oder künstlich angelegte Wege gehören zu jedem Stadtbild. Sie verschönern das Antlitz des Ortes, erlauben Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung, bieten aber ebenso eine willkommene Gelegenheit zur Entspannung. Angelegt werden sie vom Landschaftsgärtner. Er plant solche Einrichtungen, errichtet sie, kümmert sich anschließend aber auch um die Hege und Pflege. Er dient damit nicht alleine der Gesellschaft, sondern ebenso den Pflanzen und Bäumen, die er regelmäßig gießt, düngt und zurückschneidet. Auch der Tierwelt – etwa kleinen Nagern und Insekten – eröffnet er mit seinem Werk manchen Unterschlupf. Kurzum, der Landschaftsgärtner verbindet den Menschen mit der Natur.

Allzu leicht ist sein beruflicher Alltag dabei nicht gestaltet. Schon der Prozess der Planung einer neuen Anlage kann mit dem Überspringen diverser Hürden verknüpft sein. Wo soll die neue Grünfläche angelegt werden, welche Ausmaße muss und darf sie haben, wann und wie wird sie gebaut? Fragen, die der Landschaftsgärtner gemeinsam mit seinen Auftraggebern bespricht. Dabei kann es sich um Unternehmen und Privatpersonen, ebenso aber um öffentliche Einrichtungen oder sogar die Stadtverwaltung handeln. Nicht selten werden bei den Planungen die Vorgaben eines Landschaftsarchitekten in die Tat umgesetzt – ein Berufsbild, das in vielen Fällen mit der handwerklichen Ausbildung zum Landschaftsgärtner beginnt.

Das Errichten der Anlagen ist keine leichte Aufgabe. So müssen häufig große Mengen an Material bewegt und punktgenau eingebaut werden. Der Landschaftsgärtner besitzt somit unterschiedliche Führerscheine, um die dafür benötigten Fahrzeuge steuern zu dürfen. Neben dem fachlichen Wissen ist zudem einiges an Kraft und Ausdauer gefragt, um den Job an jedem Tag und bei jedem Wetter ausüben zu können. Denn hierbei handelt es sich nicht um das simple Einsetzen von Pflanzen in das Beet. Flächen müssen mit schwerem Gerät planiert, Unterböden errichtet, große Mauern wollen gebaut, Anlagen zur Be- und Entwässerung sollen eingerichtet werden. Ein Vorgang, der viel Zeit beansprucht und gut geplant sein möchte.

Mit dem letzten Handgriff an der fertigen Anlage ist die Arbeit aber noch lange nicht getan – vielmehr beginnt nun der Prozess der jahrelangen Hege und Pflege. Wege müssen schließlich gesäubert, Sport- und Spielanlagen intakt gehalten, Aufbauten hinsichtlich ihrer Sicherheit überwacht werden. Auch die Pflanzen und Bäume beanspruchen ihr Recht: Sie wollen regelmäßig gegossen, gedüngt und zurückgeschnitten werden. Manch sensibles Gewächs wird im Herbst vor dem einbrechenden Winter geschützt. Voraussetzungen, die eine kontinuierliche Arbeit, ebenso aber eine weise Voraussicht und Planung durch den Landschaftsgärtner erfordern. Was er konzipiert und erbaut hat, untersteht nun seiner Pflege.

Welche Ausbildung braucht ein Landschaftsgärtner?

Der künftige Landschaftsgärtner durchläuft eine normale Ausbildung zum Gärtner. In diesem Rahmen kann er sich bereits auf den Fachbereich des Landschaftsbaus spezialisieren. Die Lehrzeit dauert dabei drei Jahre, das Wissen wird im dualen System vermittelt. Neben der täglichen Arbeit im Ausbildungsbetrieb muss somit die Berufsschule besucht werden. Bewerber sollten mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können. Überdurchschnittlich gute Noten sind vor allem in der Mathematik gerne gesehen. Denn das Anlegen von Flächen oder das Berechnen der Materialmengen erfordert den klugen Umgang mit Zahlen, ebenso aber das Anfertigen von Skizzen für die Planung. Auch für die Biologie sollte ein Interesse bestehen. Weitere Voraussetzungen können im kreativen Denken, in der Teamfähigkeit sowie im räumlichen Vorstellungsvermögen gesehen werden.

Wer die Chance verpasst hat, schon während der Ausbildung in den Arbeitsbereich des Landschaftsbaus hineinzuschauen, darf aber zu einem späteren Zeitpunkt die fehlende Qualifikation nachholen. Viele private und öffentliche Lehreinrichtungen bieten die Weiterbildung zum Landschaftsgärtner an. Eine weitere Möglichkeit kann zudem jeder Interessierte nutzen, der bereits über die Fachhochschulreife oder einen Meistertitel im Gartenbau verfügt: Mit diesen Voraussetzungen steht der Weg zum Studium offen. Hierbei wird etwa der Abschluss zum Garten- und Landschaftsarchitekten angestrebt. Ein Zeugnis, das vor allem dann wichtig ist, wenn Landschaftsgärtner künftig eigene Planungen im Bereich ihrer Arbeit vornehmen wollen.

Wo sind Landschaftsgärtner tätig?

Landschaftsgärtner agieren meist aus einem Mitarbeiterverhältnis oder aus der Selbstständigkeit heraus. Sie können ebenso bei der Stadt oder einem Unternehmen, in selten Fällen sogar bei Privatpersonen angestellt sein. Zuweilen setzen sie ihre Kompetenzen für große Baufirmen ein, die über eine eigene Abteilung im Gartenbau verfügen. Auch Bau- und Pflanzenmärkte eignen sich als Arbeitgeber, da der Landschaftsgärtner hier mit seinem Wissen vor allem in der Kundenberatung sehr gefragt ist.

Was verdient ein Landschaftsgärtner?

Der berufliche Alltag ist anstrengend – der dafür ausgezahlte Lohn entspricht nicht immer den täglichen Mühen. Mit einem Einstiegsgehalt von rund 1.500 Euro im Monat gehört der Landschaftsgärtner gewiss nicht zu jenen Jobs, die einen schnellen Reichtum versprechen. Durchschnittslöhne werden im Bereich der 2.500 Euro im Monat gesehen. Echte Aufstiegschancen, die sich auch im Gehalt erkennen lassen, eröffnen sich nur durch Weiterbildungen, Spezialisierungen und zusätzliche Studiengänge.