Karriereseite gestalten – mit diesen 5 Tipps gelingt es Ihnen!

1. Der erste Eindruck der Karriereseite zählt

Der erste Eindruck zählt. Auch wenn Sie das als abgedroschene Phrase sehen ­– er hat bis heute Gültigkeit. In wenigen Sekunden machen wir uns ein Bild von unserem Gegenüber, positiv oder eben negativ. Diesen ersten Eindruck später zu revidieren wird schwierig. Das gilt für Menschen gleichermaßen wie für Webseiten, genauer gesagt Karriere-Webseiten. Doch wie gestaltet man eine Karriereseite, aus der man das Beste hervorkehrt, so dass sie einen möglichst guten „ersten Eindruck“ hinterlässt? Genau darüber wollen wir in diesem Artikel sprechen.

Die Karriereseite ist der Dreh- und Angelpunkt im Personalmarketing oder wie manche Kollegen es nennen: das „Zuhause im Personalmarketing“. Egal ob von Social Media Netzwerken, Google oder Jobplattformen – alle Wege führen letztlich zur Karriereseite. Kein Wunder, dass die Karriereseite nach den Jobplattformen der zweit wichtigste Recruiting-Kanal ist (siehe Diagramm).
Diagramm Recruiting Kanäle

Wie immer lohnt es sich, auch an dieser Stelle die Bewerberbrille aufzusetzen und zu überlegen, welche Erwartungen eigentlich Bewerber haben, wenn sie eine Karriereseite besuchen. Im Mittelpunkt steht vor allem eine Frage: „Lohnt sich der Aufwand für eine Bewerbung überhaupt?“ Um diese Frage positiv zu beantworten, ist es entscheidend, dass die Karriereseite genau die Informationen bietet, die Bewerber erwarten. Und das Ganze im Idealfall auch noch mit vielen Emotionen angereichert. Eigentlich ganz einfach sollte man meinen, oder?

Leider weit gefehlt. Denn laut einer Studie setzen gerade mal 28 % der deutschen Unternehmen (Index Recruiting-Studie) auf eine Karriereseite, auf der mehr als nur Stellenangebote zu sehen sind. Und das im Zeitalter des wachsenden Fachkräftemangels. Natürlich passiert Ihnen das nicht, denn Sie haben ja bereits den ersten Schritt getan und den Artikel bis hierhin gelesen. Lassen Sie uns darüber sprechen, wie Sie Ihre Karriereseite gestalten, damit Sie am Ende mehr Bewerbungen herausbekommen.

2. Machen Sie Ihre Karriereseite auffindbar

Wer suchet, der findet. Oder auch nicht. Denn selbst die schönste Karriere-Webseite der Welt hilft Ihnen nicht viel, wenn sie nicht gefunden wird. Dabei geht es vor allem um zwei wesentliche Punkte: Zum einen um das Finden des Karrierebereichs im Umfeld Ihres Webportals und zum anderen um das Finden über Suchmaschinen. Wobei wir bei einem Marktanteil von über 90 % in Deutschland ruhig von Google als Suchmaschine sprechen können.

Gehen wir zunächst vom ersten Fall aus, in dem ein interessierter Kandidat auf Ihre Unternehmensseite gelangt. Jetzt sollten Sie ihm oder ihr die Möglichkeit geben, schnellstmöglich in den gewünschten Bereich, also die Karriereseite, zu gelangen. Idealerweise befindet sich dazu bereits in der Hauptnavigation (so nennt man die Menüpunkte in der oberen Zeile) mit der Beschriftung „Karriere“. Alternativ auch „Job & Karriere“ oder „Beruf & Karriere“. Von allen anderen Varianten wie „Bewerbung“, „HR“ oder ähnlichen kreativen Ideen sollten Sie Abstand nehmen. User und damit auch Kandidaten sind „Gewohnheitstiere“, die sich freuen, wenn sie auf verschiedenen Webseiten die gleichen Bezeichnungen und Bausteine vorfinden.

Etwas komplizierter wird es, wenn wir auch bei Google bestmöglich gefunden werden wollen. Das ist deshalb wichtig, weil heute jede zweite Jobsuche bei Google beginnt. Und durch das neu gelaunchte „Google for Jobs“ werden es in den nächsten Monaten sicherlich noch deutlich mehr. Grund genug, Ihre Karriereseite für Google raus zu putzen. Sicher ist das kein Thema mit dem Sie sich bis in aller Tiefe beschäftigen müssen, schließlich gibt es dafür Profis und schließlich wollen Sie sich auf das Wesentliche Ihrer Tätigkeit konzentrieren, nämlich das Finden der richtigen Mitarbeiter. Dennoch möchte ich Ihnen hier ein paar Tipps geben, an welchen Stellschrauben Sie drehen können, damit Ihre Karriereseite besser gefunden wird.

  • Bestücken Sie Ihre Stellen und Seiten mit relevanten Keywords. Ideal ist es dafür den Stellentitel wie z. B. „Mechatroniker Stuttgart“ zu verwenden. Dieses Keyword sollte dann in verstärkter Frequenz auf den entsprechenden Seiten auftauchen. Setzen Sie diese auch im Seitentitel und der Seiten-Beschreibung ein.
  • Sprechende URLs: Bei den sprechenden URLs geht es in erster Linie um einen eindeutigen Navigationspfad. Ein Beispiel: http://www.unternehmen.de/bauingenieur klingt besser als http://www.unternehmen.de/deabb336bcf5e, oder?
  • Bilder sorgen nicht nur für Emotionen, sie sind auch wichtig für Google. Durch den beschreibenden Alternativtext z. B. Bauingenieur.jpg sorgen Sie nicht nur bessere Auffindbarkeit, sondern tragen auch zur Barrierefreiheit für sehbeeinträchtigte Menschen bei.

3. Schlüsselelemente Ihrer Karriere-Website

Die Kandidaten haben also Ihre Karriereseite gefunden. Jetzt geht es vor allem darum, den Bewerber mit allen für ihn wichtigen Informationen abzuholen, zu halten und am Ende zu einer Bewerbung zu bewegen. Auf diese Punkte sollten Sie achten:

1. Nutzerfreundlichkeit und Aufbau

Viele Kandidaten beschweren sich zurecht, dass Ihnen auf vielen Karriereseiten, wenn denn eine vorhanden ist, ein „Brei von Informationen“ vor die Füße geworfen wird. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Inhalte und Infos zwar wichtig sind, aber dann auch gut strukturiert und nutzerfreundlich aufbereitet sein sollten. Hier gilt das Motto „Applicant First“. Idealerweise benötigt der Kandidat nur einen, maximal zwei Klicks, um die gewünschten Informationen zu erhalten. Wichtig: Platzieren Sie alle wichtigen Informationen im Sichtfeld der Besucher Ihrer Karriere-Webseite.


2. Ansprache nach Zielgruppen

Bereiten Sie die Informationen für die Kandidaten spannend auf. Interessante Texte sind gut, schöne Bilder besser und wenn Sie wirklich Punkten wollen, dann stellen Sie auch noch Videos auf Ihre Karriereseite. Idealerweise sind die Inhalte thematisch getrennt. Eine klassische Aufteilung nach „Schüler“, „Hochschulabsolventen“, „Berufserfahrene“ ist schon mal ein Anfang. Noch besser ist es, wenn Sie konkret auf die einzelnen Berufe eingehen: „Ingenieure“, „Vertrieb“ etc.

3. Persönliche Kommunikation

Vermitteln Sie den Kandidaten ein Gefühl, wie es ist, bei Ihnen zu arbeiten. Am besten ist es, wenn sich die Kandidaten so fühlen, als wären sie bereits ein Teil des Unternehmens. In der gesamten Kommunikation sollte der Bewerber mehr und mehr Lust bekommen, sich bei Ihnen zu bewerben. Schaffen Sie daher Einblicke in Ihre Unternehmenskultur und kommunizieren in Wort, Bild und Video authentisch, warum sich der Bewerber ausgerechnet bei Ihnen bewerben sollte.


4. Stellenausschreibungen im Fokus

Bei aller Liebe zum Detail, tollen Texten, Bildern und Eindrücken über Ihr Unternehmen dürfen sie nicht vergessen, um was es am Ende eigentlich geht: Karriereseiten-Besucher zu Bewerbern zu machen. Machen Sie es den Kandidaten daher leicht und geben ihnen direkte Möglichkeiten zur Bewerbung – Stellenanzeigen sollten nicht versteckt werden. Manche Karriere-Webseiten verwenden zum Beispiel einen „Sticky-Button“, z. B. einen Bewerbungsbutton, der sich beim Scrollen immer mitbewegt. Somit bleibt der Bewerbungsbutton immer im Sichtfeld des Kandidaten, der dadurch jederzeit die Möglichkeit hat, sich zu bewerben.

4. Don´ts, die Sie unbedingt vermeiden sollten:

  • Zu viel Text: Leider werden auf Karriereseiten oft zu viel Text und leere Worthülsen verwendet. Das schreckt ab. Verwenden Sie lieber wenig, aber dafür qualitativ hochwertigen Text und unterstreichen Leistungsversprechen mit Beispielen.

 

  • Stock-Bilder: Bilder von Bild-Datenbanken sind tabu! Bewerber wollen einen authentischen Eindruck von dem Unternehmen. Stockfotos sind zwar schön, aber zu allgemein und vor allem nicht „echt“. Und wenn Sie Pech haben, werden die gleichen Bilder auch noch auf anderen Karriereseiten verwendet.

 

  • Unübersichtliche Seiten: Nichts ist schlimmer, als wenn sich Kandidaten in Ihrem Karriereportal „verirren“. Sorgen Sie für eine klare Struktur, die intuitiv ist und dem Kandidaten hilft, schnell an die gewünschten Informationen zu kommen. Hilfreich kann hier z. B. eine sogenannte „Breadcrumb-Leiste“ sein.

5. Der Bewerbungsprozess

Haben Sie auch schon mal sehnsüchtig auf eine Bestellung gewartet und dabei online den Weg des Päckchens über das Post-Tracking verfolgt? Sehen Sie: Und genau so ergeht es den Bewerbern, die ebenfalls wissen wollen, wo sie im Bewerbungsprozess stehen, welche Schritte noch ausstehen und wann Sie mit weiteren Informationen rechnen können. Leider wird gerade die Information über den Bewerbungsprozess zu oft vergessen. Aber nachdem Sie den Artikel bis hierhin gelesen haben, machen Sie es ja richtig.

Daher mein Tipp an der Stelle: Stellen Sie den Bewerbern alle Informationen über die einzelnen Prozessschritte, über die Prozessdauer und die benötigten Unterlagen sowie die gewünschten Dateiformate und -größen auf der Karriere-Webseite bereit.

Auch immer gerne gesehen, sind übrigens FAQs, in denen Sie den Bewerbern alle relevanten Fragen auflisten, die in Ihrer Personalabteilung zum Thema Bewerbung auflaufen. Das hat Übrigens auch den Vorteil, dass Ihre Abteilung entlastet wird, weil Rückfragen per Mail oder Telefon deutlich weniger werden, im Idealfall sogar komplett zurückgehen.

6. Fazit: Mehrwerte bringen Bewerbungen

Eine neue Karriereseite zu erstellen, klingt erst mal nach richtig viel Arbeit. Aber es lohnt sich. Schließlich wollen Sie langfristig mehr und qualitativ hochwertige Bewerbungen erhalten. Wenn Sie die in diesem Artikel genannten Punkte berücksichtigen, werden Sie im Handumdrehen eine tolle Karriereseite haben, die Ihren Kandidaten einen klaren Mehrwert bietet. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns. Wir sind immer an einem Austausch zu Ihren Erfahrungen, Wünschen u. a. interessiert. Sehr gerne können Sie mich unter f.hasenoehrl@yourfirm.de kontaktieren. Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

Häufig gestellte Fragen:

Was ist eine Karriereseite?

Eine Karriereseite ist ein Teilbereich einer Unternehmenswebseite und dient primär der Veröffentlichung von Stellenanzeigen. Heute ist die Karriereseite eines der wichtigsten Bausteine im Personalmarketing und das „Drehkreuz“ des Recruiting-Prozesses. In dieser Funktion werden nicht nur Stellenanzeigen, sondern auch weiterführende Informationen über das Unternehmen, Einstiegsmöglichkeiten, Karrierechancen und Bewerbungsprozesse zur Verfügung gestellt.

 

Wie werden Karriereseiten gestaltet?

Um eine Karriere-Webseite zu gestalten, die den Anforderungen von heute genügen, sind folgende Punkte zu beachten:

  • Nutzerfreundlicher Aufbau: Kandidaten, die auf die Karriereseite gelangen, sollten sich sofort gut zurechtfinden. Dafür, ist eine klare Struktur und Navigation erforderlich.
  • Interessante Inhalte: Setzen Sie neben hochwertigen, spannenden Texten auch authentische Bilder aus dem Unternehmen ein. Stockbilder sind tabu! Auch Videos stehen heute hoch im Kurs und vermitteln einen guten Eindruck von dem Arbeitsumfeld und Kollegen.
  • Persönliche Ansprache: Je persönlicher die Ansprache, desto besser. Ideal ist es, wenn Sie einzelne Bereiche für Berufsgruppen schaffen. Der Kandidat sollte sich im besten Fall so fühlen, als wäre er bereits ein Mitarbeiter Ihres Unternehmens.
  • Bewerbungsmöglichkeiten: Machen Sie es den Bewerbern leicht, sich bei Ihnen zu bewerben. Dazu sollte es an jeder Stelle der Karriereseite einen Button oder Eingabefeld geben, über das sich interessierte Kandidaten bewerben können.

 

Welche guten Karriereseiten-Beispiele gibt es?

Es gibt viele interessante und gut gemachte Karriere-Webseiten. Hier eine kleine Auswahl:

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Autor: Frank Hasenöhrl

f.hasenoehrl@yourfirm.de