Yourfirm-Studie zum Arbeitsmarkt in der Region Stuttgart

Millionengrenze doppelt geknackt

Fast 2,5 Millionen Einwohner, über 1,1 Millionen Arbeitsplätze und knapp über eine Million Beschäftigte – das sind die Eckwerte der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart und der vier umliegenden Landkreisen Böblingen, Ludwigsburg, Rems-Murr-Kreis und Esslingen. Das Job-Portal für den Mittelstand Yourfirm (www.yourfirm.de) hat sich die Zahlen der Agentur für Arbeit einmal genauer angeschaut und die statistischen Daten der Jahre 2011 bis 2016 für die Region ausgewertet. Mit teils überraschenden Ergebnissen.

 

Zwischen 2011 und 2016 wuchs die Einwohnerzahl von Stuttgart und den vier angrenzenden Landkreisen um gerade einmal 57.540 Einwohner auf 2,482 Millionen. Im gleichen Zeitraum hat die Region Stuttgart allerdings gleich zweifach eine Millionengrenze geknackt: Anfang des Jahrzehnts lag die Zahl der Beschäftigten und der Arbeitnehmer noch deutlich unter einer Million. Ende 2016 gab es in der Region 1,113 Millionen Arbeitsplätze – 157.593 mehr als 2011 (+ 15,1 Prozent) – und 1,011 Millionen Beschäftigte – 146.860 mehr als 2011 (+ 16,7 Prozent).

 

Die von Yourfirm ausgewerteten Daten zeigen auch, dass die neu entstandene Jobs nur zu einem geringen Teil durch den Zuzug von Neubürgern besetzt wurden. Von dem Boom am Arbeitsmarkt profitierten vor allem Einheimische: 2016 waren fast 17 Prozent mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt als noch fünf Jahre vorher. Auch die Beschäftigungsquote der Frauen ging deutlich nach oben. Sie liegt inzwischen in den Landkreisen deutlich über 55 Prozent, in Stuttgart selbst nur knapp darunter. Und nicht zuletzt profitieren auch älterer Arbeitnehmer zwischen 50 und 65 vom Job-Boom in der Region Stuttgart. Während in dieser Altersgruppe 2011 teilweise nicht einmal mehr jeder zweite in Lohn und Brot stand, ist 2016 die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer auf deutlich über 50 Prozent gestiegen.

 

Auch die Zahl der Arbeitslosen ist deutlich zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt 2016 waren in und um Stuttgart 58.418 Personen offiziell als arbeitssuchend gemeldet, 17,5 Prozent bzw. 12.368 Menschen weniger als 2011. Trotz gestiegener Bevölkerung ist auch die Arbeitslosenquote gesunken: In Stuttgart lag sie im Jahresmittel 2016 bei nur mehr 5,3 Prozent (2011: 6,4 Prozent), in der Region zwischen 3,2 Prozent und 4 Prozent (2011: 4,4 Prozent bis 5,7 Prozent).

 

Die von Yourfirm ausgewerteten Daten belegen allerdings auch, dass auch in einer Boom-Region wie Stuttgart längst nicht jeder von der anhaltend positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt profitiert: Ein Indiz dafür ist die Zahl der Beschäftigten im sogenannten Niedriglohnsektor. Aus dem in der Arbeitsamtsstatistik ausgewiesen „Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im unteren Entgeltbereich“, wie der Niedriglohnbereich offiziell heißt, hat Yourfirm reale Zahlen errechnet: Demnach waren Ende 2015 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) im Raum Stuttgart insgesamt 159.961 Menschen in solchen Jobs tätig, von denen sie eigentlich nicht leben können. Das waren immerhin 9,4 Prozent mehr als 2011 (146.285).

 

17.583 der Ende 2016 in der Region Stuttgart arbeitslos gemeldeten 52.945 Personen gelten als langzeitarbeitslos, d.h. sie sind seit mindestens einem Jahr ohne Beschäftigung. Das ist fast jeder dritte Arbeitslose. Mit 31,55 Prozent liegt die Quote etwas höher als auf Landesniveau (30,5 Prozent), aber deutlich niedriger als im Bundesvergleich (36,9 Prozent). Diesen Wert toppt allerdings Stuttgart selbst – und das deutlich: 40,3 Prozent der in der Landeshauptstadt gemeldeten Arbeitslosen gelten als Langzeitarbeitslos.

 

An fehlenden Jobs kann es nicht liegen, wohl eher an der Qualifizierung: Denn trotz des satten Beschäftigtenplus gibt es in der Region auch immer mehr offene Stellen. 2011 waren im Jahresmittel 12.540 freie Stellen bei den Arbeitsagenturen in und um Stuttgart gemeldet, 2016 waren es fast 88 Prozent mehr, nämlich 21.037.

 

Die Studie inklusive Grafiken finden Sie unter https://www.yourfirm.de/studie-stuttgart/

Pressemitteilung vom 23. August 2017