Praktikum ist nicht gleich Praktikum

Der erste Schritt auf der Karriereleiter

KFZ-Mechatroniker, Arzthelferin, Mediengestalter oder Ingenieur – bei der Berufswahl haben Schüler im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl: immerhin gibt es über 6.000 verschiedene Berufe in Deutschland. Davon sind lediglich 330 anerkannte oder als anerkannt geltende Ausbildungsberufe.

 

Um in diesem „Dschungel“ einen Überblick zu bekommen, bieten sich Praktika an, in denen man Einblick in verschiedene Berufe und Berufsbilde erhalten kann. Das beginnt schon in der Schule: An allen Schulen finden verpflichtende Praktikumstage bzw. -wochen statt. Sie sollen Schülern die Möglichkeit geben, verschiedene Berufe kennenzulernen, um herauszufinden, ob die eigenen Vorstellungen über einen Beruf auch der Realität entsprechen.

 

Auch für Studenten gehören Praktika als fester Bestandteil zur Ausbildung. Je nach Studiengang sind Vor-, Zwischen- oder Nachpraktika vorgeschrieben. Für Studierende soll ein Praktikum theoretisches Wissen in praktische Fähigkeiten verwandeln. In naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen wird teilweise auch die semesterbegleitende Arbeit im Labor als Praktikum bezeichnet.

 

Ob Schüler oder Student: Praktika sind auch die optimale Möglichkeit, Kontakte mit Unternehmen zu knüpfen und sich so den späteren Berufseinstieg zu erleichtern. Viele Unternehmen nutzen Praktika zudem, um Talente zu entdecken und diese gezielt zu fördern. Deshalb kann ein Praktikum durchaus der erste Schritt hin zum Traumjob sein.

 

Auf den folgenden Seiten haben wir wichtige Informationen zum Thema Praktikum zusammengefasst – aufgeschlüsselt nach Schülerpraktika, Studentenpraktika und Auslandspraktika.

Schülerpraktikum: Wichtiger denn je

Das sogenannte Betriebspraktikum von Schülern in Unternehmen ist fester Bestandteil der schulischen Ausbildung in Deutschland – und damit verpflichtend für alle Schüler. Und das ist auch gut so: Denn die Arbeitswelt wird immer komplexer, neue Berufe und Berufsbilder entstehen, alte Berufe verschwinden. Frühzeitige Orientierung bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsberuf ist wichtiger denn je, denn wie jüngste Zahlen zeigen, bricht fast jeder 4. Schulabgänger die Ausbildung ab.

Studentenpraktikum: Von der Theorie zur Praxis

Gerade für Studenten sind Praktika heute fester Bestandteil der Ausbildung. Je nach Studiengang sind ein oder mehrere Vor-, Zwischen- oder Nachpraktika vorgeschrieben. Anders als bei Schülerpraktika, die der Berufsorientierung dienen, sollen Studierende im Praktikum einen möglichst tiefen Einblick in den gewählten Beruf erhalten. Auch in Studiengängen, in denen kein Pflichtpraktikum vorgesehen ist, empfiehlt sich ein Praktikum – z.B. in den Semesterferien –, um herauszufinden, ob der anvisierte Beruf tatsächlich den eigenen Vorstellungen entspricht.

Auslandspraktikum: Schritt Richtung internationale Karriere

Praktika können auch im Ausland absolviert werden. Theoretisch ist es zwar schon für Schüler möglich, praktische Berufserfahrung im Ausland zu sammeln. Klassische Auslandspraktika sind aber in erster Linie für Studenten und Young Professionals interessant. Denn neben Berufserfahrung können sie sich dabei interkulturelle Kompetenzen aneignen, ein fremdes Land lebensnah kennenlernen und sich zusätzlich Sprachkenntnisse aneignen bzw. vorhandene auffrischen und verbessern.