Körpersprache im Vorstellungsgespräch

Keine zweite Chance für den ersten Eindruck

Im persönlichen Gespräch zählt vor allem der erste Eindruck. In Sekundenschnelle entscheidet jeder von uns unbewusst, ob uns jemand sympathisch ist oder nicht. Das gilt natürlich auch in einem Vorstellungsgespräch. Eine piepsige Stimme, hängende Schultern, ein unsicherer Blick und ein lascher, womöglich noch feuchter Händedruck können dazu führen, dass Sie Ihre Chance schon vor dem eigentlichen Gespräch vertan haben. Denn die Körpersprache ist ein wichtiger Kommunikationsfaktor, der darüber entscheidet, wie wir unser Gegenüber wahrnehmen. Und dieser Eindruck bleibt haften …

Souverän von Anfang an

Neben der passenden Optik (Frisur, Kleidung, Schuhe) punkten Sie mit direktem Blickkontakt, offener Körperhaltung und einer freundlichen Mimik. Auch eine sichere und tendenziell eher tiefere Stimme sorgt für eine souveräne Ausstrahlung. Und das nicht erst, wenn Sie Ihrem Gesprächspartner gegenüberstehen, sondern schon beim Betreten der Firma. Denn es kommt durchaus vor, dass Personaler den Pförtner oder die Sekretärin um einen Eindruck ihres Auftritts bitten.

 

Es kann übrigens auch sein, dass Ihr Auto in Augenschein genommen wird, wenn es auf dem Firmenparkplatz steht. Ein Besuch in der Waschanlage und eine Innenreinigung können also nicht schaden ...

Körpersprache kann man trainieren

Die Körpersprache ist ein wichtiger Kommunikationsfaktor. Besonders in beruflichen Situationen, beispielsweise bei einem geschäftlichen Meeting oder einer Gehaltsverhandlung sind es die nonverbalen Signale, die darüber entscheiden, ob der Gegenüber als kompetent und vertrauenswürdig wahrgenommen wird.

 

Da die Körpersprache meist unbewusst abläuft, wird sie häufig als Indiz für Aufrichtigkeit herangezogen. Wer sich im Vorstellungsgespräch bei heiklen Fragen nervös am Ohr zupft oder die Nase reibt, macht garantiert keinen souveränen Eindruck, den das sind typische Verlegenheitsgesten. Im schlimmsten Fall interpretiert der Personalverantwortliche sie als Indiz dafür, dass der Bewerber nicht ganz ehrlich ist oder Informationen zurückhält.

 

Und oft sind es Kleinigkeiten, die zu Irritationen führen. Wer sich beispielweise um eine Führungsposition bewirbt und das Vorstellungsgespräch mit einem kraftlosen Handschlag beginnt, wird Schwierigkeiten haben, glaubhaft Stärke und Führungskompetenz zu vermitteln.

 

Es geht also, solche „schlechten Angewohnheiten“ zu identifizieren - beispielsweise, indem man einen Freund oder Verwandten bittet, auf die Gestik und Mimik zu achten. Denn nur wenn man sie kennt, kann man solche „Ticks“ wegtrainieren.

 

Körpersprache wirkt übrigens nicht nur nach außen, sondern auch nach innen - wer aufrecht und mit geradem, selbstbewusstem Blick durchs Leben geht, fühlt sich auch dementsprechend und strahlt mehr Souveränität aus.

 

Die Chemie muss stimmen

Ob ein Bewerbungsgespräch erfolgreich verläuft, hängt primär natürlich davon ab, ob fachliche Fähigkeiten und Erfahrungen in die Firma und auf die Position passen. Eine große Rolle spielt aber auch, ob jemand als sympathisch empfunden werden. Sprich: Ob die Chemie stimmt.

 

Sympathie entsteht generell durch Übereinstimmung und Gemeinsamkeiten. Entscheidend für den Eindruck, den Sie im Vorstellungsgespräch hinterlassen, ist also nicht nur, was Sie können, sondern wie Sie dies dem Gesprächspartner darstellen. Arbeiten Sie möglichst viele Überschneidungen zwischen den Anforderungen des Jobs und Ihren Erfahrungen und Kompetenzen heraus. Dieses Schlüssel-Schloss-Prinzip macht Sie glaubhaft – und sympathisch.

 

Unabdingbar dafür ist eine gute Vorbereitung auf das Gespräch. Wobei Sie schon bei den Recherchen über das Unternehmen darauf achten sollten, was Ihnen an dem Unternehmen, der Unternehmenskultur oder dem ausgeschriebenen Job besonders gefällt und was Ihnen sympathisch ist. Das können Sie dann wunderbar in Ihre Begründung einflechten, warum genau Sie der oder die Richtige für den Job sind.

 

Nicht zu viel Perfektion

Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihr Gesprächspartner sagt und signalisieren Sie durch Nicken, eine zugewandte Körperhaltung und lockeren Blickkontakt, dass Sie bei der Sache sind. Und ganz wichtig: Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht ganz verstehen. Das signalisiert echtes Interesse.

 

Wir finden Menschen sympathischer, die mit uns einer Meinung sind. Aber farblose Ja-Sager mag wiederum auch keiner. Da, wo es Ihnen wichtig ist, können Sie also durchaus Ihre abweichende Meinung vertreten.

 

Unperfekte Menschen wirken übrigens sympathischer. Wer zu perfekt ist, wird schnell als aalglatt eingeschätzt. Also machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie etwas nervös sind oder Sie auf eine der Fragen keine glatte Antwort wissen.

 

Und wenn es mit der Sympathie dann doch nicht klappt, seien Sie froh. Sie möchten ja nicht in einem Unternehmen arbeiten, in dem für Sie die Chemie nicht stimmt. Denn auch Sie gewinnen in dem Vorstellungsgespräch einen Eindruck und zwar davon, ob dieser Arbeitgeber der richtige für Sie ist ...

 

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