Führungskräfte im Interview

"In erster Linie zählen klassische Eigenschaften wie Kompetenz, Sympathie, Ehrgeiz und Zuverlässigkeit"

 

Interview mit Dr. Björn Six, Assistent des Vorstandssprechers im Unternehmen Weidmüller GmbH.

 

 

1. Bitte beschreiben Sie kurz die wichtigsten Stationen Ihres beruflichen Werdegangs.


Nach meinem Abitur im Jahr 2001 habe ich mein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens (Fachrichtung Maschinenbau) an der TU Darmstadt begonnen. Im Rahmen diverser Praktika in der Beratung und der Geschäftsentwicklung konnte ich erste praktische Erfahrungen sammeln.

 

Ein wichtiger Meilenstein während des Studiums war mein 7-monatiger Auslandsaufenthalt in Singapur, bei dem ich neben vielen interessanten Eindrücken auch Einblick in die asiatische Geschäftsmentalität gewonnen habe.

 

Mit meiner Promotion zum Thema Innovationsmanagement habe ich vor einem Jahr meine akademische Karriere abgeschlossen. Heute widme ich mich als Assistent des Vorstandssprechers der Weidmüller Gruppe neuen, spannenden Herausforderungen.


2. Haben Sie sich bewusst für eine Karriere im Mittelstand entschieden?


Ob Großkonzern oder Mittelständler – meinen persönlichen Berufseinstieg konnte ich mir bei beiden sehr gut vorstellen. Aufgrund der Nähe zur strategischen Unternehmensentwicklung war mein Ziel eine Stelle in einer (internen) Strategieberatung oder eine Vorstandsassistenz.

 

Mit den Eindrücken aus vielzähligen Vorstellungsgesprächen im Gepäck, habe ich mich schließlich bewusst für einen Mittelständler entschieden. Hier bietet sich, im Gegensatz zum Großkonzern, die Möglichkeit, ein Unternehmen in seiner ganzen Breite kennenzulernen, rasch ein Netzwerk zu den relevanten Entscheidungsträgern aufzubauen und schnell Verantwortung zu übernehmen.

 

Die kurzen Entscheidungswege ermöglichen mir in meiner Position, maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger und langfristiger Strategien mitzuwirken.

 

3. Was schätzen Sie besonders an dem Unternehmen, bei dem Sie tätig sind?


Die Weidmüller Gruppe ist global aufgestellt und verfügt über ein weltweites Netz von Entwicklungs- und Produktionsstandorten sowie Vertriebsgesellschaften und Vertretungen in mehr als 80 Ländern.

 

Als Marktführer der Industrial Connectivity verfügt das Unternehmen zudem über eine ausgeprägte Innovationskraft und Technologiekompetenz.

 

Und schließlich profitiert die Weidmüller Gruppe vom Bekenntnis der Inhaberfamilie zum Unternehmen: Unabhängigkeit und finanzielle Stabilität stehen dabei im Fokus und ermöglichen eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.

 

4. Welche Strukturen machen Ihr Unternehmen zu einem typischen „Mittelständler“?


Die starke internationale Ausrichtung, kurze Entscheidungswege und flache Hierarchien, Kundennähe und Qualitätsanspruch, Familienbesitz und strategische Nachhaltigkeit sowie die Verbundenheit zur Region machen die Weidmüller Gruppe sicherlich zu einem typischen, großen deutschen Mittelständler.

 

Etwas untypisch ist vielleicht die strikte Trennung von Eigentum und Management, durch die die unabhängige und professionelle Führung der Unternehmensgruppe forciert und sichergestellt wird.

 

5. Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren?


Die Weidmüller Gruppe ist in den vergangenen Jahren profitabel über dem Marktdurchschnitt gewachsen. Eine vergleichbare Entwicklung erwarte ich auch in der Zukunft, getrieben durch überproportionale Investitionen in die Innovationskraft, den Ausbau der Applikationsbreite und der Optimierung der eigenen Wertschöpfungsstruktur.

 

Im Vordergrund steht zudem sicherlich die weitere Erschließung der attraktiven und rasant wachsenden Märkte Südostasiens, Osteuropas und Südamerikas.

 

6. Was können Sie jungen Fachkräften für ihre Karriere mit auf den Weg geben?


In erster Linie zählen klassische Eigenschaften wie Kompetenz, Sympathie, Ehrgeiz und Zuverlässigkeit; sie sind wahrscheinlich sogar wichtiger als der jeweilige Bildungsabschluss. Auch ein authentischer und ehrlicher Auftritt zahlt sich in der Regel aus. Darüber hinaus halte ich es für essenziell, Herausforderungen direkt zu adressieren und die eigene Sichtweise klar zu artikulieren; zu häufig wird den Hierarchen einer Organisation „nach dem Mund geredet“.

 

Und schließlich rate ich jedem, der die Chance dazu hat, im Rahmen seiner Ausbildung eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen. In dieser Zeit lernt man viel über sich selber, taucht ein in einen anderen Kulturkreis und relativiert die eigene „urdeutsche“ Sicht der Dinge.

 

 

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