Examinierte Pflegefachkraft (m/w/d)

Intro

Nicht jedermann ist es recht, auf Hilfe angewiesen zu sein. Denn es gehört zur Würde von uns Menschen, die Aufgaben und Herausforderungen des täglichen Lebens aus eigener Kraft zu meistern. Doch durch Krankheiten, physische und psychische Leiden, Unfälle oder das voranschreitende Alter ist das nicht immer möglich. In solchen Fällen kann eine examinierte Pflegefachkraft dabei helfen, den Alltag zu bewältigen. Bei ihr handelt es sich um einen Beruf, ohne den eine funktionierende Gesellschaft nicht vorstellbar wäre. Denn das Anbieten von Hilfe für Kranke, Alte und Schwache gehört zu den wichtigsten Aufgaben für die Jungen, die Gesunden und die Starken.

Key Facts

Tätigkeitsbereich: Pflege und Betreuung von älteren sowie von gebrechlichen Personen, oft Unterstützung im Alltag sowie Hilfe bei der Bewältigung unzumutbarer Aufgaben

Ausbildung: dreijährige Ausbildung im Bereich der Alten- und Krankenpflege

Gehalt: ab etwa 2.500 Euro pro Monat

Zukunftsaussichten: Sehr gut, da Fachkräfte für die Pflege hilfebedürftiger Bürger auch künftig dringend benötigt werden

Aufgaben einer examinierten Pflegefachkraft

Vieles, was einem gesunden und jungen Menschen kaum zur Last fällt, kann ihn schon einige Jahre oder Jahrzehnte später vor eine nicht mehr zu überwindende Hürde stellen. Das Eingeständnis, zu schwach zur Bewältigung von alltäglichen Aufgaben zu sein, trifft die Betroffenen schwer. In solchen Fällen hilft die examinierte Pflegefachkraft. Ihr Beruf gilt als körperlich und mental fordernd. Oftmals werden die Schicksale der Patienten mit den eigenen Gedanken und Gefühlen verknüpft. Dazu gesellen sich Arbeitstage, die kaum einmal einen echten Feierabend kennen. Hilfe muss zudem an jedem Tag geleistet werden. Auch Wochenenden und Feiertage sind davon nicht ausgenommen.
 
Die examinierte Pflegefachkraft hat sich auf einen Teilbereich ihres Berufes spezialisiert. So kann sie Kindern, Kranken oder Alten helfen. Sie verrichtet ihren Dienst in Senioren- und Pflegeheimen, in Krankenhäusern und in Einrichtungen, die sich um das Wohl von Kindern bemühen. Welches Maß an Hilfe dabei übernommen wird, ist vom Einzelfall abhängig. Oftmals kann schon die bloße Anwesenheit genügen: Das Führen eines Gespräches, das Zuhören bei vorhandenen Sorgen und Nöten, das Erteilen eines wertvollen Ratschlages, das Reichen der helfenden Hand – kleine Gesten, die für die Betroffenen doch eine große Wirkung besitzen und die das eigene Leiden erträglicher gestalten können.
 
Demgegenüber müssen aber auch Aufgaben übernommen werden, die für die Patienten nicht mehr aus eigener Kraft zu bewältigen sind. Die Körperhygiene, das Ausfüllen von Dokumenten, Behördengänge, das Säubern der Wohnung und der tägliche Spaziergang können dazugehören. Herausforderungen also, die für jüngere Menschen keinerlei Belastung auslösen – und die doch für Senioren einen echten Kraftakt darstellen. Hier unterstützt die examinierte Pflegefachkraft ihre Patienten, um ihnen in allen Lebenslagen zu helfen. Denn neben ihren körperlichen Gebrechen fühlen sich viele Betroffene von der Außenwelt abgeschnitten. Erst durch die examinierte Pflegefachkraft wird für sie eine Teilnahme am Lebensalltag der Gesellschaft wieder möglich.
 
Doch wer Kranke und Senioren in ihren letzten Monaten und Wochen des Lebens begleitet, der nimmt auch an deren Schicksal teil. Trotz aller Trauer muss aber der Nachlass der Verstorbenen geregelt werden. Der Austausch mit den Familien, mit Krankenhäusern und Pflegeheimen gehört dabei zur Routine der examinierten Pflegefachkraft, die über ihre Tätigkeit mit den Patienten auch Berichte und Gutachten schreibt. Zudem unterbreitet sie Vorschläge zur weiteren Pflege und wird ebenso in die medizinische Therapie einbezogen. Der Beruf hat somit einen erheblichen Einfluss auf die Psyche der examinierten Pflegefachkraft – die ungeachtet ihrer eigenen Gedanken und Gefühle dennoch an jedem Tag ihre Arbeit verrichten muss.

Welche Ausbildung braucht eine examinierte Pflegefachkraft?

Bei der Tätigkeit handelt es sich um einen Ausbildungsberuf, der – obwohl die Bezeichnung etwas anderes vermuten lässt – nicht auf einer Universität erlernt wird. Bewerber mit guten Schulnoten müssen folglich auch kein Abitur vorweisen, um als examinierte Pflegefachkraft zu arbeiten. Die Lehrzeit dafür umfasst die Dauer von drei Jahren. Währenddessen arbeitet der Auszubildende meist im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim. Zudem besucht er regelmäßig die Berufsschule. Nach den drei Jahren legt er diverse mündliche und schriftliche Prüfungen ab, die er mit der Mindestnote von 4,0 bestehen muss. Gelingt ihm das nicht, hat er jedoch einen zusätzlichen Versuch frei.
 
Bewältigt er die Prüfungen aber erfolgreich, so darf er sich als examinierte Pflegefachkraft bezeichnen. Doch der Begriff des Examens ist etwas irreführend. Gemeint ist damit tatsächlich nur der Berufsabschluss. Er darf nicht mit jenem Examen verwechselt werden, das etwa in den Arzt- und Juristenberufen an einer Universität erworben wird. Die examinierte Pflegefachkraft sollte übrigens ein offenes und kommunikatives Wesen besitzen. Mit viel Empathie und Fingerspitzengefühl leistet sie Hilfe, wo diese dringend benötigt wird. Sie stellt sich damit einer beruflichen Herausforderung, die an jedem einzelnen Tag voneinander abweichen kann und die dabei immer wieder Neues, vielleicht auch Schockierendes bereithält.

Wo sind examinierte Pflegefachkräfte tätig?

Mit der bestandenen Prüfung steht der examinierten Pflegefachkraft ein breites Betätigungsfeld offen. So kann sie im Krankenhaus, in Alten- und Pflegeheimen oder in Kindertagesstätten angestellt sein. Ebenso ist sie in der Lage, aus der Selbstständigkeit heraus ihre Dienstleistungen anzubieten – entweder wird sie von den Betroffenen persönlich engagiert oder sie wird ihnen durch das kommunale Gesundheitsamt zugewiesen.

Was verdienen examinierte Pflegefachkräfte?

Dem oftmals körperlich und mental sehr anstrengenden Alltag im Job steht leider eine Entlohnung gegenüber, die auf viele Personen in der Phase der Berufsauswahl nicht eben attraktiv wirkt. Denn trotz der langen Arbeitstage, der geringen Freizeit und dem persönlichen Einsatz erreicht das Monatsgehalt kaum die Höhe von 3.500 Euro. Ein Umstand, an dem die Politik gefordert ist, derart wichtigen Berufen einen besseren Lohntarif zu ermöglichen.