Homeoffice

Intro

Kickertische, täglich frisches Obst, Getränke und Gleitzeit – neben diesen Leistungen bieten immer mehr Unternehmen auch Homeoffice-Modelle an, um Kandidaten zu überzeugen.
Vor allem in der Corona-Krise bleibt oftmals gar keine Alternative und man muss zum Wohle aller Mitmenschen eine außerordentliche Einigung für Heimarbeit treffen. Natürlich kann zurzeit nicht jedes Unternehmen für alle seine Mitarbeiter in kürzester Zeit einen Homeoffice-Vertrag aufsetzen und alle rechtlichen Details erfüllen. Die Corona-Krise ist jedoch in dem Fall eine Ausnahmesituation, an welche sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen anpassen müssen und eine teils unbürokratische sowie individuelle Lösung finden.

Doch wie gehe ich als Arbeitnehmer im Normalfall damit um und wie bleibe ich produktiv?

Bürokratie

Kommen wir zunächst zum bürokratischen Teil der Homeoffice-Regelung. Einen Rechtsanspruch auf Homeoffice gibt es nicht. Das bedeutet, dass keine einseitige Entscheidung diesbezüglich getroffen werden kann - Es sollte einen Vorteil für beide Seiten darstellen. Bei einer regulären Homeoffice-Einigung muss Ihr Arbeitgeber eine schriftliche Zusatzvereinbarung aufsetzen, in der Ihre Arbeitsmittel, Arbeitszeit, Kosten, der Versicherungsschutz und sonstige wichtige Punkte detailliert vertraglich festgehalten werden.

Wollen Sie im Homeoffice arbeiten? Dann sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  1. Habe ich die Möglichkeit, zu Hause einen ergonomischen Arbeitsplatz einzurichten?
  2. Habe ich alle Arbeitsmittel bereits zur Verfügung? Als Arbeitsmittel werden beispielsweise Laptop, Maus, Tastatur, Headset, Drucker etc. bezeichnet.
  3. Welche zusätzlichen Regelungen möchte ich in der Zusatzvereinbarung festhalten. Das könnten beispielsweise Telefon-Ruhezeiten, flexible Arbeitszeit etc. sein.
Wenn das Thema eines ergonomischen Arbeitsplatzes bei Ihnen noch nie aufkam, sehen Sie hier eine Illustration, die aufzeigt wie solch ein Heimarbeitsplatz aussehen sollte.

Wenn Sie bereits ein eingerichtetes Arbeitszimmer zu Hause haben, sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber in der Zusatzvereinbarung genau auflisten, welche Arbeitsmittel Ihnen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden und welche Arbeitsmittel Sie zur Verfügung stellen. Sie haben nämlich ein Anrecht auf eine Art „Arbeitsplatz-Miete“. Darunter fallen die Anschaffung von Büromaterial, Telekommunikationskosten, die laufenden Raumkosten (Miete, Nebenkosten) sowie Stromkosten für die Benutzung Ihrer Arbeitsgeräte.

Homeoffice bietet Arbeitnehmern eine Menge Vorteile, dennoch muss man in diesem Modell von vornherein diszipliniert und organisiert sein. Sonst kann der Homeoffice-Traum schnell zum Leistungsabbau führen.

Welche Homeoffice-Regeln gilt es zu beachten?

Morgendliche Routine einführen

Heimarbeit ist ideal für Morgenmuffel. Man spart sich den Weg zur Arbeit und kann somit etwas länger im Bett liegen bleiben. Es sei Ihnen gegönnt - vergessen Sie trotzdem nicht, eine morgendliche Routine in Ihren Homeoffice-Alltag zu integrieren. Das bedeutet: Stehen Sie – abzüglich der Zeit für den Arbeitsweg – früh auf. Machen Sie sich so zurecht, dass Sie sich wohl fühlen und auch ohne Scheu an einer Videokonferenz teilnehmen könnten. Der Spruch „Kleider machen Leute“ kommt nicht von ungefähr. Das gilt auch für Ihr Unterbewusstsein, denn wenn Sie im Jogging-Anzug oder Pyjama in den Arbeitsalltag starten, werde Sie auf Dauer merken, dass Sie träge und unproduktiv werden.

Ablenkungen vermeiden

Versuchen Sie, Ihren Arbeitsplatz außerhalb von privat genutzten Verlockungen einzurichten.
Es arbeitet sich in einer cleanen Arbeitsatmosphäre leichter als neben dem Bett oder dem Fernseher. Schaffen Sie sich nach Möglichkeit Ihre eigene kleine Arbeitsecke oder ein abgetrenntes Arbeitszimmer.

To-dos festlegen

Führen Sie eine (digitale) To-do-Liste und priorisieren Sie Ihre Aufgaben
. Ihr Arbeitgeber wird sicherlich Auskunft darüber haben wollen, welche Aufgaben Ihnen für die anstehende Woche bevorstehen. Gute digitale To-do-Listen können beispielsweise „Microsoft to Do“, „Trello“ oder „Todoist“ sein. Wer es auf dem konventionellen Weg mag und seine erledigten Aufgaben wegstreichen möchte, kann sich selbst eine To-do-Liste erstellen. Diese könnte aus drei Tabellen bestehen und sollte die Infos „Woche XY“, „Prio 1“, „Prio 2“ und Notizen beinhalten. Wer bereits langfristige To-dos geplant hat, kann die Liste um eine weitere Tabelle ergänzen und noch den Inhalt „Weitere Aufgaben“ hinzufügen.

Grenzen setzen

Trennen Sie Berufs- und Privatleben strikt voneinander.
Nehmen Sie nach Feierabend keine Diensttelefonate mehr an, es sei denn es geht nicht anders, weil Sie beispielsweise eine Deadline einhalten müssen.
Sobald Sie diese Grenze überschreiten, werden es Ihre Kunden und Dienstleister zur Norm werden lassen, Sie auch nach Feierabend zu kontaktieren.

Pausen nehmen

Nehmen Sie sich bewusst kleine Kaffeepausen und schnappen frische Luft
auf dem Balkon oder am Fenster. Eine weitere Möglichkeit, genug Sauerstoff in die Wohnung zu lassen, ist regelmäßiges stoßlüften. Machen Sie auch zudem mindestens 30 Minuten Mittagspause und essen Sie etwas Leichtes. Leichte Kost gibt Ihnen wieder einen Energieschub. Genauso wichtig ist es, genug Wasser zu trinken. Der Mensch benötigt 2-3 Liter Wasser am Tag, denn Wasser ist für den Aufbau von Glykogen zuständig, welches für die Speicherung und Bereitstellung des Energieträgers Glucose in unserem Organismus verantwortlich ist. Stellen Sie sich eine Flasche Wasser auf den Schreibtisch.

Unser Tipp: wenn Sie Schwierigkeiten haben, regelmäßig zu trinken, setzen Sie sich in Ihrem Terminkalender Erinnerungen. Es gibt mittlerweile auch sämtliche Gadgets, die smarte Trinkerinnerungsfunktionen haben. 

Homeoffice – Das Wichtigste zusammengefasst

  • Einigen Sie sich schriftlich mit Ihrem Arbeitgeber, wer welche Kosten trägt und welche Details in der Zusatzvereinbarung noch aufgegriffen werden sollten.

  • Richten Sie sich in einem abgetrennten Raum oder einer Ecke ohne Ablenkungen Ihren ergonomischen Arbeitsplatz ein.

  • Machen Sie sich jeden Morgen so fertig, als würden Sie zur Arbeit fahren.

  • Führen Sie eine To-do-Liste und priorisieren Sie Ihre Aufgabe.

  • Halten Sie Ihre Arbeits- und Pausenzeiten ein.

Auf die Plätz, Homeoffice, Los!