Jobprofil Wirtschaftsjurist (m/w/d)

 

Key Facts Wirtschaftsjurist


Ausbildung
Interdisziplinäres Studium im Wirtschaftsrecht


Tätigkeitsbereich

Beratung und Begleitung von Unternehmen bei den Fragen der strategischen Ausrichtung, Gestaltung aller durch den Betrieb abzuschließenden Verträge, Übernahme sämtlicher dabei anfallenden Rechtsprozesse


Gehalt

ab etwa 4.000 Euro pro Monat


Zukunftsaussichten

Sehr gut, da sich kleine Betriebe und große Konzerne auch künftig juristisch absichern müssen und diese Aufgabe ausnahmslos der Wirtschaftsjurist übernehmen kann

 

Kurzprofil Wirtschaftsjurist

Wohl jeder Mensch sieht sich in seinem Leben mindestens einmal mit einem Rechtsproblem konfrontiert. Firmen und Konzernen geht es in diesem Punkt nicht anders. Auch ihr Verhalten – verantwortlich sind natürlich stets die Führungskräfte – muss einer rechtlichen Überprüfung standhalten können. Zu denken wäre an die Arbeitsverträge mit den Angestellten, ebenso aber an die Hausordnung oder die innerbetrieblichen Verwaltungsabläufe. Hinter diesem Geflecht an juristischen Aufgaben und Anforderungen steht in der Regel der Wirtschaftsjurist. Er unterscheidet sich bereits per Studienabschluss von einem Volljuristen und sollte daher nicht mit diesem verglichen werden.

 

Aufgaben eines Wirtschaftsjuristen

Ein Konzern wirkt auf den ersten Blick wie ein komplexes Wesen. Aufgebaut ist es aus diversen Ebenen aus Führungspersonal und Angestellten, es besitzt eventuell mehrere Filialen und Standorte, leistet unterschiedliche Fertigungs- und Serviceprozesse. Hinter einem solchen Aufbau stehen langfristige strategische Prozesse – jeder einzelne von ihnen wird von einem Wirtschaftsjuristen abgesegnet. Denn von den internen Gesellschaftsvereinbarungen bis hin zum Anbieten von Waren und Dienstleistungen entsteht eine Vielzahl an Verträgen. Auch das tatsächliche Handeln muss darüber hinaus juristisch überwacht werden. Für einen Volljuristen wäre diese Aufgabe zu schwierig, immerhin kennt er sich in den wirtschaftlichen Belangen kaum genügend aus.

Der Wirtschaftsjurist hat dagegen ein Studium absolviert, das sich einerseits den rechtlichen, andererseits aber den wirtschaftlichen Aspekten widmet. Neben den rein juristischen Fragen wird hier also auch ein Wert auf alle Themen gelegt, die das Unternehmen als solches betreffen, die etwa seine Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten sollen oder die es ihm ermöglichen, sich für die Zukunft konkurrenzfähig am Markt zu positionieren. Es wäre daher falsch, den Wirtschaftsjuristen ausnahmslos mit einer Person zu vergleichen, die alle inner- und außerbetrieblich abzuschließenden Verträge überprüft. Ebenso genügt es nicht, in dem Wirtschaftsjuristen nur jemanden zu sehen, der die Firma bei allen gerichtlichen Prozessen begleitet.

Nicht selten ist der Wirtschaftsjurist damit auch interessant für die Führungsebenen eines Konzerns. Denn seine Kompetenzen sind nicht alleine juristisch ausgelegt, sondern eignen sich auch für eine Beratung des Unternehmens. Vom Abteilungsleiter bis zum Geschäftsführer findet der Wirtschaftsjurist somit ein breit gefächertes und zudem abwechslungsreiches Betätigungsfeld. Erfahrungsgemäß hat die Nachfrage nach gutem Personal in diesem Bereich in den letzten Jahren auch stark zugenommen. Gilt der Markt an Volljuristen als überfüllt, so lassen sich gerade in der Branche des Wirtschaftsrechts noch immer viele freie Plätze finden. Bewerber sollten sich allerdings mit stressigen und meist langen Arbeitstagen einverstanden erklären.

 

Welche Ausbildung braucht ein Wirtschaftsjurist?

Im Vergleich zum Volljuristen, der seine Ausbildung zumeist auf einer Universität absolviert, besucht der Wirtschaftsjurist im Regelfall eine Fachhochschule. Hier erlernt er innerhalb von sechs bis acht Semestern alles, was er für seinen künftigen Beruf benötigt. Einerseits wird ein Schwerpunkt dabei natürlich auf die wirtschaftlichen Prozesse gelegt. Der Student erfährt etwa, wie er Fertigungswege verkürzen, wie er Kosten senken oder wie er Produkte und Leistungen attraktiv anbieten kann. Im wirtschaftlichen Schwerpunkt des Studiums durchläuft er also den Ausbildungsweg des klassischen Managers oder eines Geschäftsführers. Er wird somit befähigt, künftig ein Unternehmen weitgehend alleine zu leiten oder ein solches von der Pike an aufzubauen.

Andererseits widmet sich das Studium etwa zur Hälfte den juristischen Aspekten. Der Student wird – im Vergleich zum Volljuristen – dabei nicht derart umfassend in den rechtlichen Themen ausgebildet, dass er anschließend als Richter oder als zugelassener Anwalt praktizieren könnte. Er taucht dagegen speziell in das Wirtschaftsrecht tiefer ein, als das in einem Rechtsstudium jemals möglich wäre. Auf diese Weise bewahrt er sein Unternehmen vor Schäden, die durch unzulässige Vertragsabschlüsse schnell einmal entstehen könnten. Der Wirtschaftsjurist erlangt also eine umfassende Bildung im Zivilrecht – dagegen berührt sein Studium die Bereiche des Strafrechts sowie des Öffentlichen Rechts kaum einmal.

Die dritte Säule der Ausbildung besteht aus diversen Zusatzqualifikationen. Diese beziehen sich hauptsächlich auf das Erlernen von Fremdsprachen. Der Fokus dabei wird erneut auf die juristischen und die wirtschaftlichen Aspekte der Kommunikation gelegt. Und das ist auch wichtig, denn der Wirtschaftsjurist wird künftig mit Vertragspartnern rund um den Globus verhandeln müssen. Außerdem widmen sich die Zusatzqualifikationen der Aufgabe, den Studenten zu einer Führungsperson reifen zu lassen. Die sogenannten Soft Skills werden ausgebaut, der Betroffene soll alsbald in der Lage sein, Angestellte und ganze Abteilungen eigenständig zu leiten. Erneut zeigt sich, dass der Beruf neben der Nähe zur Rechtswissenschaft auch zahlreiche Gemeinsamkeiten mit der Tätigkeit eines Managers aufweist.

 

Wo sind Wirtschaftsjuristen tätig?

Wirtschaftsjuristen lassen sich überwiegend in den Rechts- und Führungsebenen mittelständischer bis großer Unternehmen finden. Zwar kann ihre Kompetenz auch für kleinere Betriebe nützlich sein – der Aufwand der Entlohnung des Wirtschaftsjuristen stünde hier aber in keinem guten Verhältnis zu seiner Hilfe. Gerade in dieser Branche ist es daher üblich, auch den Weg in die Selbstständigkeit zu suchen und die Firmen immer dann zu beraten und zu betreuen, wenn diese das Wissen des Wirtschaftsjuristen benötigen.

 

Was verdient ein Wirtschaftsjurist?

Da Wirtschaftsjuristen aufgrund ihrer Ausbildung und der daraus resultierenden Fähigkeiten zum Führungspersonal gehören, blicken sie auf ein relativ hohes Gehalt. Einstiegslöhne ab 4.000 Euro definieren lediglich die Untergrenze der finanziellen Möglichkeiten. Gerade in größeren Unternehmen und bei der Übernahme von verantwortungsvollen Aufgaben gehören Jahresgehälter in Höhe von 100.000 Euro gewiss nicht mehr zur Ausnahme.

 

Zukunftsaussichten für Wirtschaftsjuristen

Große Unternehmen reifen gegenwärtig so mächtig heran wie nie zuvor. Eine Rahmenbedingung, die auch dem Wirtschaftsjuristen nützt. Er profitiert von einem immer komplexer aufgestellten Markt und den daraus folgenden juristischen und wirtschaftlichen Aufgaben. Es ist somit davon auszugehen, dass diese Berufsgruppe auch in den kommenden Jahrzehnten ihre Bedeutung behalten wird – und vermutlich sogar noch ausbauen kann. Die Zukunft für die Wirtschaftsjuristen gestaltet sich daher rosig.

 

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