Jobprofil Ergotherapeut (m/w/d)

 

Key Facts Ergotherapeut

Ausbildung
dreijährige Ausbildung zum Ergotherapeuten


Tätigkeitsbereich

Führen von Patientenakten, Hilfe im Alltag, Training für mehr körperliche Mobilität


Gehalt

ab etwa 2.000 Euro pro Monat


Zukunftsaussichten

Gut, da es auch in der Zukunft Menschen geben wird, die ohne die Hilfe des Ergotherapeuten kaum ihren eigenen Alltag bewältigen können

 

Kurzprofil Ergotherapeut

Nicht alle Menschen sind gleich in ihren Fähigkeiten. Wer körperlich oder mental eingeschränkt ist, bedarf unter Umständen der Hilfe anderer Personen, um etwa die täglichen Aufgaben zu erfüllen – seien diese privater oder beruflicher Art. Der Ergotherapeut betreut seine Patienten, indem er mit kleinen Spielen ihr Gedächtnis trainiert, ebenso aber auch Übungen für die körperliche Mobilität durchführt. Er kann Kindern in der Schule bei der Bewältigung der Hausaufgaben helfen, zugleich jedoch Senioren in den letzten Monaten ihres Lebens begleiten. Der bürokratische Aufwand in diesem Beruf gilt indes als sehr hoch: Akten über die Patienten müssen angefertigt und jederzeit auf dem neuesten Stand gehalten werden.

 

Aufgaben eines Ergotherapeuten

Wodurch das Leistungsvermögen einer Person eingeschränkt wird, kann unterschiedliche Gründe haben. Mal sind genetische Vorbedingungen daran beteiligt, mal treten chronische oder akute Leiden im Laufe eines Lebens auf. Auch Unfälle und Traumata müssen dabei bedacht werden. Sie alle beeinträchtigen den Alltag des Betroffenen – sei es der Schüler, der sich nicht auf den Unterricht konzentrieren kann; sei es der Erwachsene, der nach einem Unfall an körperlicher Mobilität eingebüßt hat; sei es der Rentner, der im hohen Alter ein kleines Training für sein Gedächtnis benötigt. Ihnen allen hilft der Ergotherapeut.

Ergotherapeuten sind meist in Arzt-, Rehabilitations- oder Physiologiepraxen angestellt. Sie treten mit den Patienten in Kontakt, sind aber nur selten einmal an der Erstellung einer Diagnose beteiligt. Zwar können sie im weiteren Verlauf Analysen und sogar Gutachten zum geistigen und körperlichen Zustand einer Person anfertigen – für höhere Aufgaben fehlt ihnen jedoch die medizinische Grundbildung. Dennoch arbeiten sie eng mit den Patienten zusammen, können ihnen also ambulant oder stationär sowie beim Hausbesuch bei der Verrichtung aller anfallenden Tätigkeiten helfen. Von der Körperhygiene über das Öffnen der Post bis zur Hilfe beim Einkauf handelt es sich dabei oft um Aufgaben des Alltages.

Der Ergotherapeut ist aber auch um eine Verbesserung des bisherigen Zustandes bemüht. So trainiert er etwa das Gedächtnis seiner Patienten mit simplen Spielen. Insbesondere das Erinnerungsvermögen im Alter soll damit aufgefrischt werden. Der bereits erwähnte Schüler, der sich im Unterricht kaum konzentrieren kann, gelangt durch die Hilfe des Therapeuten dennoch in den Zustand, allen Schulstunden zu folgen, die Hausaufgaben zu bewältigen und seine Klausuren eigenständig zu schreiben. Wer dagegen an körperlicher Mobilität eingebüßt hat, wird durch den Ergotherapeuten in seinen physischen Fähigkeiten trainiert. Auch das beginnt oft mit kleinen Spielen, kann aber sogar intensive sportliche Übungen umfassen. Eine Herausforderung also für Körper und Geist.

Daneben hat in diesem Beruf der bürokratische Aufwand in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Ergotherapeuten bemühen sich nicht mehr nur alleine um die Anfertigung von Patientenakten – vielmehr sind sie zunehmend auch an der Beantragung von Pflege- und Fördergeldern beteiligt. Der Beruf gilt nicht zuletzt wegen dieser Rahmenbedingungen als sehr stressig. Nicht selten muss an jedem Arbeitstag eine Vielzahl an Patienten betreut werden. Für den Einzelnen bleibt da kaum einmal genug Zeit. Dennoch ist der Ergotherapeut mit allen Kräften bemüht, den Lebensalltag der Menschen zu verbessern, ihnen zu mehr körperlicher Mobilität zu verhelfen sowie das Gedächtnis und die geistige Kraft der Betroffenen zu stärken.

 

Welche Ausbildung braucht ein Ergotherapeut?

Grundsätzlich durchläuft der Ergotherapeut eine dreijährige Ausbildung, bei der er in alle praktischen und theoretischen Kenntnisse des Berufes eingeführt wird. Im Laufe dieser Zeit absolviert er diverse Praktika, die ihn etwa an Krankenhäuser, Schulen oder in Arztpraxen führen. Allerdings fällt die Zahl der Lehrplätze in den meisten Bundesländern eher knapp aus. Zudem muss bedacht werden, dass ein Teil der Lehre direkt in den Kliniken stattfindet, wo ohnehin nur eine geringe Anzahl an Auszubildenden jedes Jahr aufgenommen werden kann. Die Bewerbung sollte daher möglichst frühzeitig erfolgen, wenigstens einen Realschulabschluss sowie ein offenes und freundliches Auftreten erkennen lassen.

Viele Ergotherapeuten haben aber aus anderen sozialen oder medizinischen Fachbereichen ihren Weg in den Beruf gefunden. Insbesondere Physiotherapeuten bringen ein gutes Rüstzeug mit, um sich in diesem Metier zu behaupten. Allerdings achten die Arbeitgeber bei der Auswahl der Kandidaten nicht alleine auf die bisherige Bildung oder die erreichten Qualifikationen. Wichtiger sind für ein erfolgreiches Ausüben des Berufes die menschlichen Eigenschaften. Der Ergotherapeut muss seinem Patienten auch in stressigen Phasen und bei geringer zur Verfügung stehender Zeit immer nett und offen gegenübertreten. Das Akzeptieren von menschlichen Schwächen gehört ebenso zu den gewünschten Kriterien wie das Fehlen von Berührungsängsten.

 

Wo sind Ergotherapeuten tätig?

Neben den bereits erwähnten Arzt-, Rehabilitations- oder Physiologiepraxen finden Ergotherapeuten überall dort eine Anstellung, wo Menschen mit körperlicher oder geistiger Einschränkung ein besonderes Maß an Hilfe und Aufmerksamkeit benötigen. So können etwa Schulen und Kindergärten, Alten- und Pflegeheime sowie Vereine und soziale Einrichtungen zu den potenziellen Arbeitgebern gehören. Das Spektrum an Einsatzmöglichkeiten präsentiert sich in diesem Beruf also sehr vielfältig, zumal auch ein Gang in die Selbstständigkeit erfolgreich sein kann.

 

Was verdient ein Ergotherapeut?

Trotz der vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten und trotz des stressigen Berufsalltages blicken Ergotherapeuten einem eher geringen Gehalt entgegen. Im Schnitt liegt der monatliche Lohn zwischen 2.000 und 2.500 Euro, kann je nach Arbeitgeber und Aufgabenstellung aber variieren. Deutliche Sprünge im Gehalt sind nur durch Zusatzqualifikationen möglich, die in diesem Metier absolviert werden können. Allerdings gehört der Ergotherapeut auch damit weiterhin zur Gruppe der Pflegeberufe – die leider kaum fair entlohnt werden.

 

Zukunftsaussichten für Ergotherapeuten

Gerade die Berufe im Bereich des Sozialen und der Pflege bedürfen immer des menschlichen Feingefühls – ein Ersetzen durch die Technik ist hier kaum vorstellbar. Zudem muss der zunehmende Altersdurchschnitt der Gesellschaft in der Gegenwart und besonders in der Zukunft bedacht werden. Ergotherapeuten sehen daher einer relativ sicheren Perspektive entgegen. Darüber hinaus profitieren sie von den vielfältigen Optionen, bei denen sie ihre Hilfe einbringen können.

 

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