Englische Bewerbung

Die perfekte Bewerbung auf Englisch

 

Ein Gastbeitrag von Klaus Schürmann

 

Für ein Praktikum in die USA oder nach Australien? Zum Studium nach England?

 

Gute Idee: Bei einem Studium oder einem Praktikum im englischsprachigen Ausland kann man nicht nur seine Sprachkenntnisse aufbessern, sondern der Aufenthalt kann auch ein großes Plus im Lebenslauf darstellen. Wer sich im englischsprachigen Ausland optimal bewerben will, muss eine ganze Menge beachten.

 

 

Strebt man ein Praktikum an, muss man wissen, dass die Terminologie für ein Praktikum im englischsprachigen Raum nicht einheitlich ist: Während ein Praktikum in Nordamerika „internship position“ oder „internship“ heißt, spricht man in Großbritannien und Irland von „work placement“ oder kurz „placement“ – in Südafrika und Australien gibt es überhaupt keine offizielle Entsprechung. Am ehesten kommt man mit Begriffen wie „internship“ oder „work experience“ weiter.

 

Man sollte darauf hinweisen, dass dem Unternehmen nur geringe oder gar keine Kosten bei der temporären Beschäftigung entstehen – am besten, man ruft das Unternehmen, für das man sich interessiert, einfach an. Grundsätzlich ist man Praktikanten gegenüber sehr aufgeschlossen.

Letter of Motivation

Bei der Bewerbung für ein Studium wird meist ein Letter of Motivation oder ein Personal Statement verlangt – oft aber auch bei potenziellen Praktikanten, also immer dann, wenn man erwartet, es mit Kandidaten zu tun zu bekommen, die noch kein ausgereiftes Bewerbungsprofil vorweisen können: Kandidaten, die zum Beispiel gerade erst die Schule abgeschlossen, die ersten Semester studiert haben oder sich nach einem Bachelorabschluss nun für einen Master bewerben möchten.

 

Man möchte wissen, was den Bewerber antreibt. Warum soll es genau dieses Praktikum oder dieser Kurs sein? Ganz wichtig ist aber auch, dass die Studienwahl überzeugend und plausibel in einem persönlichen Zukunftskonzept eingebettet ist. Es gibt zwei generell unterschiedliche Arten eines Personal Statements: Entweder man ist frei in der Formulierung oder aber es wird / werden eine oder mehrere konkrete Fragen gestellt.

Die Bewerbungsmappe: Covering Letter und Resume

Wenn kein Letter of Motivation gefragt ist, dann geht es um eine klassische Bewerbung, bestehend aus „Covering Letter“, dem Anschreiben, und „Resume „oder „Curriculum Vitae“, dem Lebenslauf. In englischsprachigen Ländern ist es nicht üblich, bei der Bewerbung für ein Praktikum ein Foto mitzuschicken. Wer ein Studium anstrebt, wird jedoch oft dazu aufgefordert.

 

Auch auf Schul- oder Arbeitszeugnisse verzichtet man – stattdessen nennt man im Lebenslauf Referenzen. Das können bei Studierenden zum Beispiel Hochschulprofessoren oder der Arbeitgeber des Nebenjobs oder des letzten Praktikums sein. Keine Angst: Üblicherweise wird jede Kontaktaufnahme mit dem Bewerber abgesprochen.

 

Im Lebenslauf können durchaus auch „achievements“ aus dem privaten Bereich angegeben werden, wie Auszeichnungen für besondere Leistung oder Mitgliedschaften, zum Beispiel in einem Marketing-Club – viel Berufserfahrung hat man bei der Bewerbung für ein Studium oder Praktikum erfahrungsgemäß nicht vorzuweisen, und so wird der Lebenslauf zwei Seiten nicht übersteigen.

 

Für das Anschreiben gilt übrigens – wie auch in Deutschland: Alles, was man mitteilen möchte, sollte auf eine Seite passen. Das Anschreiben richtet sich an einen konkreten Ansprechpartner. Es macht keinen guten Eindruck, wenn man auf der Homepage eines Unternehmens von einer freien Stelle liest und dann noch nicht einmal anruft, um zu fragen, ob diese schon besetzt ist. Man sollte sich erkundigen, wer für die Bearbeitung der Bewerbung und für die Vergabe des Platzes / der Plätze zuständig ist, welche einzelnen Schwerpunkte das Programm bietet usw.

 

Gerade im angloamerikanischen Raum, in dem man viel aufgeschlossener aufeinander zugeht, kommt dem ersten persönlichen Kontakt eine tragende Rolle zu: Durch dieses Telefonat gelangt man an entscheidende Informationen und hinterlässt gleichzeitig einen positiven ersten Eindruck von sich.

Tipp: Anschreiben immer selbst verfassen

Es ist immer zu empfehlen, dass man das Anschreiben selbst verfasst und nicht von einem Muttersprachler anfertigen lässt – es könnte sonst beim Unternehmen eine zu hohe Erwartungshaltung entstehen. Es spricht aber nichts dagegen, das Anschreiben vor dem Abschicken von Menschen mit sehr guten Englischkenntnissen, eventuell einem Muttersprachler durchschauen zu lassen.

 

Auslandserfahrung wird in Sachen Beruf und Karriere immer wichtiger. Man sollte also die Chance ergreifen – und nicht nur die Sprachkenntnisse verbessern, Berufserfahrung sammeln und das Netzwerk vergrößern, sondern auch seinen persönlichen Erfahrungshorizont erweitern und neue Länder und Kulturen kennen lernen.

 

 

 

Klaus Schürmann, Jahrgang 1966, ist Diplom-Kaufmann und hat selbst lange im englischsprachigen Ausland gearbeitet. Er war mehrere Jahre Inhaber von EuroXchange, einer internationalen Arbeitsvermittlung. Seit 1999 arbeitet er als Unternehmensberater. Im Frühjahr 2012 ist die Neuauflage seines Ratgebers „Die perfekte Bewerbungsmappe auf Englisch“ im Stark Verlag erschienen.

 

 

Muster und Vorlagen für den Lebenslauf in englischer Sprache findest du hier.

 

 

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