Jobprofil Alltagsbegleiter (m/w/d)

 

Key Facts Alltagsbegleiter

Ausbildung
Zweijährige Ausbildung, normalerweise mit 2 Tagen Berufsschule pro Woche und 3 Tagen praktische Arbeit. Alternativ werden Lehrgänge mit Zertifikat angeboten

Tätigkeitsbereich
In Einrichtungen für Pflegebedürftige, in ambulanten Betreuungsdiensten, in privaten Haushalten oder Wohngemeinschaften

Gehalt
Median liegt bei 2.500 Euro

Zukunftsaussichten
Aufgrund des steigenden Anteils Älterer in der Gesellschaft steigt der Bedarf an Alltagsbegleitern ständig. Die Selbstständigkeit als Alltagsbegleiter ist eine Aufstiegsmöglichkeit

 

Kurzprofil Alltagsbegleiter

Der Alltagsbegleiter oder die Betreuungskraft ist die rechte Hand von Senioren oder behinderten Menschen bei alltäglichen Tätigkeiten wie Einkaufen, dem Gang zum Arzt und ganz allgemein die Bewältigung häuslicher Aufgaben. In der Regel ist ein Alltagsbegleiter Bezugsperson für mehrere Hilfsbedürftige. Stellen finden sich sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. Arbeitgeber können Pflegedienste, Alten- oder Seniorenheime, Einrichtungen für Behindertenhilfe, Kliniken oder Private sein.

 

Aufgaben eines Alltagsbegleiters

Alltagsbegleiter sind wichtige Bezugspersonen für hilfe- oder pflegebedürftige Menschen. Sie sind zuverlässige Helfer, die dafür sorgen, dass der Betreute zum Bridgenachmittag pünktlich aus dem Haus kommt und sicher am Veranstaltungsort eintrifft. Sie kümmern sich darum, genug Essen und Wäsche im Haus ist und inspirieren gerne mit Ideen für ein Geburtstagsgeschenk fürs Enkelkind. Alltagsbegleiter kennen Ihre Schützlinge persönlich sehr gut und bauen schnell eine vertrauensvolle Beziehung zu Menschen auf. Sie haben ein offenes Ohr, motivieren in für den zu Betreuenden schwierigen Situationen, helfen beim Kochen, der Körperpflege und bei Bewegungsübungen. Auch Vorlesen, Malen und Basteln kann eine wertvolle Aktivität mit zum Beispiel demenzkranken Senioren sein. Alltagsbegleiter übernehmen dagegen weder medizinische noch pflegerische Aufgaben. Bleibt der Besuch vom Pflegedienst allerdings aus, dann nimmt der Alltagsbegleiter gern den Hörer in die Hand und erkundigt sich beim Anbieter. Die Betreuer sind je nach Bedarf zu verschiedenen Tageszeiten einsatzbereit und stehen gegebenenfalls auch am Wochenende zur Verfügung. Nachtarbeit ist jedoch die Ausnahme.

 

Welche Ausbildung braucht ein Alltagsbegleiter?

Ein Schulabschluss ist nicht zwingend notwendig. Wählt man die Ausbildung zur staatlich anerkannten Betreuungskraft in der Berufsschule, erhält man mit deren Abschluss automatisch den Hauptschulabschluss. Diese noch nicht flächendeckend angebotene Ausbildung enthält die Fächer Deutsch, Mathematik, Hauswirtschaft und Recht. Normalerweise besucht der Auszubildende dann zwei Jahre lang zwei Tage pro Woche die Berufsfachschule und arbeitet an den restlichen Tagen praktisch bei seinem Ausbildungsträger. Der Besuch der Berufsfachschule kostet normalerweise kein Schulgeld.

Eine Alternative zur beruflichen Ausbildung stellt die kostenpflichtige Teilnahme an einer Schulung bei einem Lehrgangsträger dar. Hier wird das Hintergrundwissen in mindestens 160 Theoriestunden beigebracht und die Praxis mit mehrwöchigen Praktika eingeübt. Auf diese Weise ist auch ein Quereinstieg möglich. Die Teilnahme an einem solchen Kurs kann eventuell auch über einen Vertrag mit einem Pflegedienstleister finanziert werden.

 

Sehr gute Deutschkenntnisse sowie der ärztliche Nachweis über die gesundheitliche Tauglichkeit sind in jedem Fall Voraussetzung für die Ausübung der Arbeit als Alltagsbegleiter.

 

Wo sind Alltagsbegleiter tätig?

Sowohl öffentliche als auch private Einrichtungen stellen Alltagsbegleiter ein. Als Betreuungsfachkraft kann man in Alten- und Seniorenheimen, in Einrichtungen für Behindertenbetreuung, Tages- oder Kurzzeitpflegeeinrichtungen, ambulanten Pflegediensten, Kliniken oder auch privaten Haushalten arbeiten. Meist ist ein Alltagsbegleiter Bezugsperson für mehrere Hilfebedürftige. Je nach Bedarf wird diese Hilfe regelmäßig, zum Beispiel in Verbindung mit der wöchentlichen Gymnastikstunde, angefordert oder auch außer der Reihe, zum Beispiel wenn ein Gang zum Arzt bevorsteht. Je nachdem, wo der Alltagsbegleiter den zu Betreuenden besucht, in einer Pflegeeinrichtung oder zu Hause, sind verschiedene Tätigkeiten gefordert. Ein älterer Mensch, der nicht in einem Heim wohnt und Zugang zu gemeinsamen Aktivitäten mit anderen Bewohnern hat, wünscht sich möglicherweise eher kreative Beschäftigung und Unterhaltung. Ein Senior im Altenheim möchte vielleicht lieber eine Runde im Park spazieren gehen. Auch wenn man als Alltagsbegleiter in der näheren Umgebung seiner Schützlinge arbeitet, sollte man mobil sein.

 

Was verdient ein Alltagsbegleiter?

Den Beruf Alltagsbegleiter gibt es erst seit 2008. Er wird noch nicht überall in Deutschland so genannt und es sind auch noch keine flächendeckenden Daten zum Verdienst erhoben. Dort, wo es schon breitere Erfahrungen mit dem Beruf gibt, wurde ein Durchschnittsgehalt von 2.500 Euro brutto pro Monat ermittelt. In der Ausbildung kann man mit einem Entgelt zwischen 300 und 750 Euro pro Monat brutto rechnen. Man zahlt dagegen aber häufig kein Schulgeld. Das ist bei einem Quereinstieg oder Ausbildung durch Kurse von Lehrgangsträgern anders. Hier kostet die Schulung Geld. Mehrwöchige Praktika sind erforderlich. Hat man aber schon Vorerfahrungen, kann man auf diese Weise schneller seine Schulung als „Fachkraft für Betreuung“ abschließen und als voll ausgebildete Fachkraft in den Arbeitsmarkt einsteigen.

 

Zukunftsaussichten für Alltagsbegleiter

Wie für Pflegeberufe im Allgemeinen gilt auch für Alltagsbegleiter, dass die Nachfrage nach ihnen ständig steigt. Einerseits sorgt die wachsende Gruppe der Älteren in der Gesellschaft für wachsenden Bedarf und andererseits macht der hektische Berufsalltag der arbeitenden Generationen es für Verwandte der zu Betreuenden schwierig alltägliche Aufgaben zu übernehmen. Daher kann man bei Alltagsbegleitern von einem sehr zukunftssicheren Beruf sprechen, der auch in Zukunft stark nachgefragt sein wird. Wer beruflich weiter aufsteigen möchte, kann sich mit guten Erfolgsaussichten selbstständig machen. Private Anbieter, die guten und zuverlässigen Service im Bereich der Pflege gewährleisten kann, werden auf dem Markt erfolgreich sein. So wichtig die Pflege von Menschen auch ist, so steht sie zunehmend unter Kostendruck. Gute Dienstleistungen mit Platz für den Menschen haben eine Zukunft.

 

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