Fragen im Vorstellungsgespräch

Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Viele Bewerber fürchten, im Vorstellungsgespräch mit unangenehmen Fragen konfrontiert zu werden.

 

Doch auch hier gilt: Mit einer gründlichen Vorbereitung kann dich nichts aus der Ruhe bringen. Wer im Vorstellungsgespräch auch heikle Fragen souverän beantwortet, kann zusätzliche Pluspunkte sammeln.

 

Deshalb haben wir an dieser Stelle vier Fragen ausgesucht, die im Vorstellungsgespräch besonders häufig gestellt werden. So erfährst du, was der Personalverantwortliche wirklich wissen will und wie es dir gelingt, einen guten Eindruck zu machen.

1. Welche ihrer persönlichen Eigenschaften sehen Sie kritisch, was sind ihre Schwächen?

Das will der Personalchef wirklich wissen: Ist der Bewerber fähig zur Selbstkritik? Wie geht er mit unangenehmen Fragen um?

Wenn diese Frage im Laufe des Vorstellungsgesprächs gestellt wird, flüchten sich viele Bewerber in auswendig gelernte Phrasen, um keine Angriffsfläche zu bieten. Der Personalverantwortliche kennt diese Allgemeinplätze jedoch zur Genüge und durchschaut sie als Strategie des Bewerbers, nur Eigenschaften zu nennen, die sich auch als Stärken interpretieren lassen (z.B. Perfektionismus).

 

Besser ist es, bei der Antwort eine bestimmte persönliche Eigenschaft herauszugreifen und diese in wenigen Sätzen sachlich zu erläutern ("Mir fällt es schwer, morgens früh aufzustehen. Um trotzdem nicht zu verschlafen, habe ich verschiedene Strategien entwickelt. So stelle ich mir mehrere Wecker und nehme mir genug Zeit, um morgens fit und leistungsfähig im Büro zu erscheinen").

 

Überlege dir genau, welche Schwächen du im Vorstellungsgespräch preisgeben willst – das Geständnis, mit neuen Aufgaben überfordert und nicht kritikfähig zu sein, macht sicherlich keinen guten Eindruck.

2. Weshalb sollten wir Sie einstellen, warum sind gerade Sie der/die Richtige?

Das will der Personalchef wirklich wissen: Wie bewältigt der Bewerber Stresssituationen? Kennt er seine Stärken und kann diese überzeugend darlegen?


Nutze Fragen dieser Art als Chance, dich als perfekten Kandidaten zu präsentieren. Minutenlange Monologe sind jedoch unangebracht – wer es mit der Eigenwerbung übertreibt, hat genauso schlechte Karten wie ein Bewerber, der im Vorstellungsgespräch aus Schüchternheit kaum ein Wort herausbringt. Antworte auf diese Frage deshalb ruhig und überlegt, indem du relevante Qualifikationen anhand von Beispielen erläuterst.

3. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Das will der Personalchef wirklich wissen: Hat der Bewerber eigene Perspektiven entwickelt? Kann er diese innerhalb des Unternehmens umsetzen?


Aus dem Stegreif solche komplexen Fragen eher schwer zu beantworten. Deshalb ist es sinnvoll, sich vor dem Vorstellungsgespräch in aller Ruhe mit den eigenen Vorstellungen auseinanderzusetzen, um daraus konkrete Ziele zu entwickeln: Reizt mich in erster Linie der berufliche Aufstieg oder möchte ich mich auf einen bestimmtes Arbeitsgebiet spezialisieren? Wie stelle ich mir meine berufliche Laufbahn im konkreten Unternehmen vor? Eine gut durchdachte Antwort macht im Vorstellungsgespräch definitiv Eindruck, da sie als Hinweis auf eine hohe Motivation des Bewerbers gilt.

4. Welche Fragen haben Sie an uns?

Das will der Personalchef wirklich wissen: Zeigt der Bewerber tatsächlich Interesse am Unternehmen? Hat er sich im Vorfeld umfassend informiert?


Überlege dir vor dem Vorstellungsgespräch, welche Fragen beim Einstieg besonders interessant sind (Wer ist mein direkter Vorgesetzter, welcher Zeitraum ist für die Einarbeitung vorgesehen?). Der Personalverantwortliche gibt auch zu komplexeren Themen wie Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten gerne Auskunft. Offene Fragen, die nicht nur mit "ja" oder "nein" zu beantworten sind, geben deinem Gesprächspartner die Möglichkeit, ausführlich zu antworten.

 

Themenbereiche wie Arbeitszeiten oder Vergütung sollten im Vorstellungsgespräch zuletzt angesprochen werden. Sonst entsteht der Eindruck, der Bewerber interessiere sich nicht für die Stelle, sondern hauptsächlich für das Gehalt. Nicht empfehlenswert: Fragen stellen, die durch einfache Recherchen (z. B. Besuch der Firmenhomepage) leicht zu beantworten wären.



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